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Meißen

Meißner soll bei Circus Afrika gezündelt haben

Der 20-Jährige half seit einem Gastspiel in dem Familienbetrieb aus. Jetzt besteht ein schlimmer Verdacht gegen ihn.

War erst Ende April in Meißen zu Gast: Circus-Afrika-Chef Hardy Weisheit mit seinen Elefanten. Jetzt soll ein Meißner einen der Futterwagen des Unternehmens angezündet haben.
War erst Ende April in Meißen zu Gast: Circus-Afrika-Chef Hardy Weisheit mit seinen Elefanten. Jetzt soll ein Meißner einen der Futterwagen des Unternehmens angezündet haben. ©  Claudia Hübschmann

Meißen/Weiden. „Brand beim Circus Afrika“ – so titelt das Oberpfälzer Nachrichtenportal Onetz am Dienstag. Der Beitrag geht nach Angaben von Onetz auf einen Vorfall zurück, der sich bereits Anfang Juni ereignete. Demnach habe es nach der Premiere des Circus am Freitag, dem 7. Juni, in Weiden/Oberpfalz Rangeleien mit Tierschützern gegeben. 

Kurz nach 0 Uhr am Sonnabend soll dann ein Anhänger in Flammen gestanden haben, welcher mit Futter, Plakaten und dem Winzerzelt der Tiere beladen gewesen sei. Bei den Löscharbeiten hätten sich zwei Personen verletzt. Onetz zufolge bezifferte Circus-Chef Hardy Weisheit den Schaden mit rund 75.000 Euro.

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Nun hat der Fall eine unvermutete Wendung genommen. Der Pressesprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Oberpfalz hat laut Onetz Informationen bestätigt, wonach die Polizei einen 20-Jährigen für tatverdächtig hält. Dieser soll aus Meißen stammen und andernorts bereits bei der Polizei aufgefallen sein. Zeugenaussagen belasteten den Sachsen. Er befinde sich jedoch auf freiem Fuß.

Zirkusdirektor Hardy Weisheit bestätigte Onetz gegenüber, dass der Verdächtige sich seit acht Wochen „immer mal wieder“ ehrenamtlich bei dem Unternehmen engagiert habe. Das entspricht ungefähr dem Zeitraum seit dem jüngsten Gastspiel des Circus Afrika in Meißen. Vermutlich ist der 20-Jährige bei dieser Gelegenheit auf den Familienbetrieb aufmerksam geworden. Onetz zitiert Circuschef Weisheit: Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, „wäre das die größte Enttäuschung“.

Der Brand von Anfang Juni ist dabei nur ein Vorfall von mehreren, die in der Vergangenheit regelmäßig dafür gesorgt haben, dass das Unternehmen in die Schlagzeilen geriet. Bei jedem Gastspiel thematisiert die Tierrechtsorganisation Peta die nach ihrer Ansicht mangelhafte Tierhaltung und wendet sich an die zuständigen Kommunen mit Protestschreiben. 

Darin ist die Rede von „Anketten der Elefanten während des Tages, mangelnden Beschäftigungsmöglichkeiten und Temperaturen im Stallzelt nahe dem Gefrierpunkt.“ Die Liste der wiederkehrenden Verstöße und das damit verbundene Leid der Elefanten seien schier endlos, so Peta.

Bei dem Auftritt vergangenes Jahr im Oktober in Riesa sahen die zuständigen Stellen im Landratsamt unterdessen keinen Grund zum Einschreiten. Das Veterinäramt in Meißen stellte dem Zirkus und seinen Mitarbeitern ein positives Zeugnis aus. „Der Zirkus verfügt über viel Erfahrung im Umgang mit den Tieren und hier speziell mit Elefanten“, erklärte der Leiter des Veterinäramts, Hans-Jörg Klaue, im Oktober 2018. 

Der Zirkus sei dem Amt aus der Vergangenheit sehr gut bekannt. „Bislang gab es nur unerhebliche Details, die von uns kritisiert wurden, aber keinerlei Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Da wir im Kontakt auch mit Kollegen in anderen Landkreisen stehen, die ebenfalls die Tierhaltung im Circus Afrika kontrollieren, wenn er dort seine Zelte aufschlägt, bestätigt sich unsere Meinung.“

Für Hardy Weisheit sind die Anfeindungen der Tierrechtler nichts Neues. „Das ist in jeder Stadt so, in die wir kommen. Es wird nichts so streng überwacht wie ein Zirkus. Wir haben manchmal zweimal in der Woche das Veterinäramt hier“, sagte Weisheit im April anlässlich eines Gastspiels im April in Döbeln der SZ. Die mit etwa 50 Jahren schon sehr alten Elefanten seien ihr Leben lang im Zirkus. Nach ihrem Tod werde es keine neuen Tiere geben, da das nicht mehr zulässig ist. (SZ/pa)

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