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Zünsler frisst 3.000 Heckenpflanzen kahl

Am Krematorium hat die Raupe großen Schaden angerichtet. Deshalb greifen die Gärtner zu drastischen Maßnahmen.

Auf dem Friedhof am Krematorium zeigt Leiterin Ariane Romstedt eine der Hecken, die vom Buchsbaumzünsler befallen sind. Die Pflanzen werden seit Mitte vergangenen Jahres nach und nach ausgetauscht.
Auf dem Friedhof am Krematorium zeigt Leiterin Ariane Romstedt eine der Hecken, die vom Buchsbaumzünsler befallen sind. Die Pflanzen werden seit Mitte vergangenen Jahres nach und nach ausgetauscht. © Lars Halbauer

Döbeln. Seit dem Sommer vergangenen Jahres haben die Gärtner des Krematoriums mehr zu tun, als üblich. Sie tauschen rund 3.000 Pflanzen aus.

Das sind die Hecken, die sich über das gesamte Friedhofsgelände ziehen. An den Buchsbäumen, die die Gräberreihen voneinander trennen, hat der Buchsbaumzünsler großen Schaden angerichtet. Die Raupen des ostasiatischen Schmetterlings fressen zunächst die Blätter, anschließend auch die grüne Zweigrinde.

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 An den Blättern befallener Pflanzen sind nur noch die Blattrippen oder der Blattstiel sowie Reste vertrockneten, hellbeigen Blattgewebes vorhanden. Dies war auch seit längerer Zeit an den Hecken am Krematorium zu beobachten.Die Gärtner ersetzen die geschädigten Pflanzen nun nach und nach durch Spindelsträucher, einer winterharten Zierstrauchart. In diesem Sommer soll der Austausch abgeschlossen werden, in den ein niedriger fünfstelliger Betrag investiert wird.

„Auf dem Friedhof gibt es in diesem Jahr noch weitere Veränderungen“, kündigt Ariane Romstedt, Leiterin des Krematoriums, an. Im Eingangsbereich befinden sich viele leere Grabstellen. Auch das Rondell, einige Meter weiter, liegt brach. Dort musste vor einigen Jahren ein Baum gefällt werden. „Diese Bereiche werden mit Bodendeckern bepflanzt“, so Ariane Romstedt. Weitere leere Grabstellen sollen speziell gekennzeichnet werden, um sie für Hinterbliebene leichter erkennbar zu machen. Allerdings geht die Bestattung in Grabstellen immer mehr zurück, „weil die Angehörigen zu weit weg wohnen oder der Aufwand der Pflege zu groß ist“, sagt die Leiterin des Krematoriums.

Neues Dach für Trauerhalle

Seit Ende Juni ist auch die Trauerhalle eingerüstet. Sie erhält ein neues Dach. Das wird mit Tondachziegeln eingedeckt. Die Dachrinnen und die Fallrohre werden ebenfalls erneuert. „Es bestand Handlungsbedarf, weil verschiedene Stellen des Daches undicht waren“, erklärt Thomas Mettcher, Pressesprecher der Stadt Döbeln.

Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 24. Juli dauern, „vorausgesetzt, es kommen keine unvorhergesehen Ereignisse, wie Wetterunbilden dazwischen“, so Mettcher. Das neue Dach kostet die Stadt als Eigentümer der Trauerhalle rund 25.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich aus Eigenmitteln. Fördergeld gibt es nicht.Den Betrieb des Krematoriums beeinträchtigen die Arbeiten nicht. Sie richten sich nach dem Terminablaufplan der Einrichtung. „Das heißt, die Dachdecker beende ihre Arbeit eine halbe Stunde vor einer Trauerfeier, so dass diese nicht gestört wird. Das klappt sehr gut“, erklärt Ariane Romstedt.

Nachdem bereits der Urnenhain behindertengerecht angelegt wurde, sind noch weitere entsprechende Arbeiten geplant. Ursprünglich war bereits für das vergangene Jahr die Sanierung der Sanitäranlagen vorgesehen. Danach sollen künftig nur noch die Sanitäranlagen für die Mitarbeiter von innen, die für Besucher des Friedhofes aber von außen begehbar sein. Geplant waren jeweils zwei Toiletten für Damen und Herren und eine Behindertentoilette. Passiert ist bisher allerdings noch nichts.

„Der Umbau und die Erneuerung der Toiletten- und Sanitäranlage im Verwaltungstrakt stehen weiterhin auf der Prioritätenliste an vorderer Stelle“, teilt der Pressesprecher der Stadt mit. Infolge des ermittelten Bauumfanges und der daraus resultierenden Kosten konnte die Maßnahme aus finanziellen Gründen aber noch nicht umgesetzt werden.

Lift jetzt immer zugänglich

Für diejenigen, die den Behindertenlift nutzen möchten, um auf den Friedhof zu gelangen, hat sich die Situation inzwischen entspannt. Nach der Inbetriebnahme vor zwei Jahren mussten die Besucher den Schlüssel für den Lift in der Verwaltung anfordern und das Gerät durfte auch nur von den Mitarbeitern bedient werden. Somit war die Nutzung des Lifts nach Feierabend und am Wochenende nicht möglich.

Inzwischen sei das Gerät auf ständigen Betrieb umgestellt worden. Jeder könne den Behindertenlift selbst bedienen. „Es besteht keine unmittelbare Abhängigkeit mehr von den den Arbeitszeiten der Mitarbeiter des Krematoriums“, so Thomas Mettcher. „Darüber sind wir sehr froh“, meint auch Ariane Romstedt.

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