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Zufahrt zur Kräuterbaude über Nacht gekappt

An der Gnauckmühle steht plötzlich eine Sperrscheibe. Dem Wirt bleiben die Besucher aus. Jetzt sollen Wegweiser helfen.

Von Anja Weber

Heiko Hesse, der Wirt der Kräuterbaude ist sauer. Seit einem Monat sorgt eine Sperrscheibe neben der Gnauckmühle auf der alten Hinterhermsdorfer Straße für Ärger. Das Durchfahrtverbot trifft Einwohner genauso wie die Beschäftigten der Kräuterbaude und die Wald- und Grundstücksbesitzer. Sie müssen jetzt einen etwa 16 Kilometer langen Umweg über Hinterhermsdorf in Kauf nehmen, um zum Ziel zu gelangen.

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Die Zufahrt von Saupsdorf aus war klammheimlich gesperrt worden. „Wir wunderten uns, warum auf einmal weniger Leute zu uns kommen“, sagt Heiko Hesse. Immerhin seien es fast die Hälfte der Gäste, die von der Saupsdorfer Seite aus zur Gaststätte fahren. Wenn die jetzt durch das Schild auf halber Strecke kurz vor dem Ziel verprellt würden, habe das schlimme Folgen für sein Haus und den gesamten Tourismus in Hinterhermsdorf, dem Endpunkt der Straße. Am vorletzten Wochenende hatten die Wirtsleute wegen fehlender Gäste schon das Personal vorzeitig nach Hause schicken müssen. „Am Schild selbst wurden an dem besagten Wochenende insgesamt 16 Fahrzeuge mit auswärtigen Nummernschild gezählt, die umgekehrt und vermutlich auch nicht über die Staatsstraße 165 nach Hinterhermsdorf gefahren sind“, sagt der Wirt. „Die kommen auch nicht wieder. Immerhin gehört die Kräuterbaude zu Saupsdorf. Da kann man doch nicht einfach den Weg dorthin abknipsen.“

Und tatsächlich werden die Besucher durch die Schilder in die Irre geführt. An der Bäckerei, dem Beginn der alten Hinterhermsdorfer Straße, sehen sie noch ein Sackgassenschild, wenige Meter weiter treffen sie dann auf die Sperrscheibe. Dazwischen gibt es weitere Verbotsschilder und auch durchgestrichene Ortsausgangstafeln, also ein buntes Sammelsurium an Verkehrsschildern.

Schild stand schon mal

So ganz neu ist das Schild an der Gnauckmühle allerdings dann doch nicht. Offenbar war es schlicht in Vergessenheit geraten, dass die Straße für den Autoverkehr eigentlich dicht ist. Anfang der 90er-Jahre war die alte Verbindung von Saupsdorf nach Hinterhermsdorf asphaltiert worden. Das Sperrschild, das zuvor hier stand, wurde mit dem Straßenbau vermutlich abmontiert und ist über all die Jahre auch nicht mehr hingekommen. Erst jetzt ist es den zuständigen Mitarbeitern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr aufgefallen, dass die Sperrscheibe fehlt – und schnell wurde sie wieder aufgestellt.

Heiko Hesse wollte sich das nicht bieten lassen und bat deshalb in den zuständigen Fachbereichen im Sebnitzer Rathaus um ein Gespräch. Erst ab Mai wurde ihm solch ein Treffen in Aussicht gestellt. „Im Mai ist für die Gaststätte schon alles vorbei. Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten sind die umsatzstärksten Tage für einen gastronomischen Betrieb im Jahr“, sagt er. Der Wirt hat beobachtet, dass die Straße in letzter Zeit vielfach von großen Lastern genutzt wurde, von Entsorgungsfirmen, Holzlastern bis hin zu Zulieferfirmen für Hinterhermsdorfer Betriebe. Das solle man unterbinden, aber doch nicht den Ausflugsverkehr, schlägt er vor.

Im Sebnitzer Rathaus ist das Problem inzwischen angekommen. An dem Sperrschild werde man nicht rütteln, heißt es aus der Stadtverwaltung. Die Kräuterbaude soll nun gesonderte Wegweiser erhalten. Wie die aussehen sollen und wo sie stehen werden, das würde er ganz gern vorher wissen, sagt Gastwirt Heiko Hesse. Doch auch das soll offenbar erst bei dem Termin Ende Mai geklärt werden. So lange kann der Wirt nicht warten. „Wo vielen Gaststätten das Wasser bis zum Hals steht, bekommt man nur noch Knüppel zwischen die Beine geworfen“, ärgert er sich.