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Zug steht auf dem Corona-Abstellgleis

Von den schönen Reiseangeboten des Lausitzer Dampflok-Clubs für dieses Jahr bleibt erst einmal nicht viel übrig.

Der 52 8079-7 zieht unermüdlich historische Sonderzüge durch Deutschland, auch für den LDC. Die Lokomotive gehören der Wedler & Franz Logistik Potsdam.
Der 52 8079-7 zieht unermüdlich historische Sonderzüge durch Deutschland, auch für den LDC. Die Lokomotive gehören der Wedler & Franz Logistik Potsdam. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Dampflokomotiven und historische Reisezüge stehen derzeit wegen der Corona-Pandemie auf dem Abstellgleis. Auch beim Lausitzer Dampflok Club ruht der Betrieb. Werner Donath, dem Vorsitzenden des LDC, bereitet das mächtige Sorgen, wie er im TAGEBLATT-Interview wissen lässt.

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Die aktuelle Situation bezüglich des Corona-Virus hat für den Tourismus im Allgemeinen und auch für den LDC bittere Folgen. Die Pandemie ist aber nicht unendlich. Mit anderen Worten: Wie wird es weitergehen?

Uns geht es wie allen Reiseveranstaltern. Wir müssen die Zeit abwarten. Aktuell mussten wir alle Nostalgiezugfahrten bis zum 31. August 2020 absagen. Einige der abgesetzten Fahrten wollen wir im Herbst nachholen. So soll die Prag-Fahrt vom 28. März 2020 am 19. September nachgeholt werden. Und auch das Streckenjubiläum der Eisenbahnstrecke Cottbus – Großenhain, das am 25. und 26. April stattfinden sollte, planen wir jetzt für den 12. und 13. September. Für die Lichterfahrt durch die Lausitz, die am 16. Mai geplant war, suchen wir noch nach einem Termin im Herbst. Die Fahrt nach Breslau und Oppeln (13. Juni) muss ebenso wie die Fahrten zu den Störtebeker Festspielen (4. Juli), zu Krabat (19. Juli) oder zur Hanse Sail (8. August) ersatzlos ausfallen, da sie vom jeweiligen Veranstalter abgesagt worden sind. Diese Ziele haben wir in die Jahresplanung für 2021 aufgenommen. Die für 2020 erworbenen Fahrscheine für diese Fahrten behalten für 2021 ihre Gültigkeit. Die Reisenden können sie aber auch gegen Gutscheine oder Tickets für andere Fahrten tauschen. Sie sollten sich dazu bitte an ihre Vorverkaufsstelle wenden. Damit helfen sie uns auch durch die Zeit der Corona-Krise. Alle aktuellen Informationen sind jederzeit auf unserer Internetseite (www.LDCeV.de), telefonisch (0355 3817645 – Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr) und per E-Mail-Anfrage ([email protected]) erhältlich.

Die Sonderzüge werden aufgrund der Nachfrage immer länger. Oftmals müssen zusätzliche Wagen angemietet werden. In vielen Bahnhöfen sind die Bahnsteige für den Sonderzug zu kurz geworden. Was bedeutet das für den LDC?

Das bedeutet zusätzliche Arbeit für das Zugbegleiterpersonal. Mittlerweile sind in vielen Bahnhöfen in der Lausitz die Bahnsteige kürzer als vor der Sanierung. Das ist nicht nur für unsere Reisenden beim Ein- und Aussteigen belastend. Beim Einsteigen können sie nicht direkt in die von ihnen gebuchten Wagen steigen und müssen dann oft durch mehrere Wagen bis zu ihrem Platz laufen. Noch problematischer ist es beim Aussteigen. Da müssen sie rechtzeitig vor dem Heimatbahnhof in einen Wagen gehen, der am Bahnsteig hält. Aus Sicherheitsgründen haben wir diese Problematik in unser Betriebsregelwerk aufgenommen und entsprechende Festlegungen getroffen, damit kein Reisender aus Versehen aus dem Zug fällt. Durch unser Personal werden die Türen der Wagen, die nicht am Bahnsteig halten, vor dem Halt verschlossen und danach wieder geöffnet. Bei manchen Fahrten geschieht das jeweils bis zu fünf- oder sechsmal auf der Hin- und auf der Rückfahrt. Das Problem hätten wir in Zukunft nicht mehr, falls tatsächlich auch die ICE durch die Lausitz rollen werden, wie unlängst verkündet wurde.

Bewährt hat sich die Zusammenarbeit mit Flügelradtouristik Dresden. Sucht der LDC nach weiteren Partnern?

Natürlich, das sind die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde in Löbau. Außerdem bahnen sich gerade vielversprechende Beziehungen zum im vergangenen Jahr gegründeten DBV-Förderverein Niederlausitzer Eisenbahn in Luckau an.

Werden angemietete Loks 2020 für den LDC überhaupt zum Einsatz kommen?

Das weiß ich heute auch nicht. Die Zukunft ist ungewiss. Kehren wir ins Normalleben zurück, selbst dann wird von heute auf morgen nicht alles so sein, wie es mal war.

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