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Zugesperrter Zaun löst Kleinkrieg aus

Aufruhr. Die Gemeinde sperrt den Zugang zwischen Schlossgarten und Schlosspark.

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Von Julia Winkler

Die Gemeindeverwaltung Oberlichtenau hat den historischen Zugang zwischen Schlossgarten und Schlosspark verriegelt. Auslöser dafür war eine Gruppe von Feriengästen aus Berlin, die ein Sommercamp im Bibelgarten in Oberlichtenau verbrachten. Der Kulturverantwortliche des Gemeinderates, Olfo Pabst, sah die Kinder „mit eigenen Augen“ auf so genannten Putten (Sandsteinplastiken), die sich im Park befinden, herumklettern. Daraufhin wurde der Gemeindearbeiter Bernd Günzel beauftragt, den Zugang, der sich auf dem Grundstück des Christlichen Vereins Oberlichtenau e.V. (CVOL) befindet, zuzuschrauben. Somit sollte unterbunden werden, dass die Kinder direkt vom Schlossgarten in den Schlosspark gelangen können.

Seit 1997 ist die Schlossgärtnerei im Besitz des Christlichen Vereins, der Schlosspark gehört der Gemeinde Oberlichtenau. Vom Verriegeln des Tores wurde der CVOL nicht in Kenntnis gesetzt und so war das Erstaunen groß, als dieses plötzlich verschlossen war. „Ich habe keine Ahnung, was hier gespielt wird“, erklärte Maik Förster, der Geschäftsführer des Christlichen Vereins Oberlichtenau. Besonders erbost war er darüber, dass sich der mittlerweile versperrte Zugang auf dem Gelände des Vereins befindet und die Gemeinde nicht das Recht hat, auf diesem Grundstück zu agieren. Ein Kleinkrieg war die Folge.

Nachdem Maik Förster zunächst befürchtete, dass der Schlosspark gänzlich geschlossen wird, räumte das der Bürgermeister von Oberlichtenau, Carsten Guhr, per E-Mail aus: „Die Nutzung des Schlossparkes wird auch in Zukunft öffentlich bleiben und für jedermann öffentlich zugänglich bleiben.“

Der Durchgang, der verriegelt ist, wird jedoch grundsätzlich verschlossen bleiben, denn zwei Haupteingänge und ein Nebeneingang seien laut Bürgermeister mehr als ausreichend. Das ist durchaus verständlich, doch wenn dem Christlichen Verein Oberlichtenau von Beginn an die Absichten deutlich gemacht worden wären, hätte man sich diese Misere ersparen können.