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Zugmaschinen üben auf Fahrer wie Fans Faszination aus

Polditzer Heimatfreunde organisieren zum ersten Mal ein Traktorentreffen. In Berbersdorf haben solche Treffen schon Tradition.

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Von Andy Scharf

Er fällt auf. In seinen Zwillingsrädern findet ein stehendes Kind locker Platz. Ein 190 PS starker Motor liefert Kraft für die grobe Feldarbeit. Doch auch auf der Straße macht der Traktor der Marke „Schlüter“ von Christian Ness eine gute Figur. Er ist das größte Modell auf dem ersten Polditzer Traktorentreffen. „50 Freunde historischer Zugmaschinen aus ganz Sachsen stellen ihre Fahrzeuge zur Schau. Wir sind mit dem Zuspruch sehr zufrieden“, sagt Jörg Heinzmann von den Heimatfreunden. Die Produktpalette ist groß: Lanz Bulldog, John Deere und einige weißrussische Maschinen der Marke Belarus sowie Utus.

Christian Ness ist aus der Nähe von Leipzig angereist. Natürlich im Traktor. „Für die 55 Kilometer habe ich zweieinhalb Stunden benötigt“, sagt er. Die Zwillingsreifen schraubt er vor Ort an. Dafür braucht er nochmals eine Stunde.

„Dieser Trecker wurde Anfang der 1980er Jahre im bayerischen Freising gebaut. Durch die Zwillingsreifen verteilt sich der Druck auf dem Feld gleichmäßig. Der Boden wird geschont“, erklärt Ness. Die beiden Jungs Niklas und Max interessieren sich weniger für technische Details. Der große Durchmesser der Traktorreifen imponiert ihnen. Beide müssen die Arme ausstrecken, um die Oberseite zu berühren. „Für die Kinder gibt es viele schöne Angebote. Neben den Traktoren ist auch die Hüpfburg ein beliebter Anlaufpunkt. Das Fest ist gut organisiert“, sagt Sonja Kühn aus Brösen.

Viel kleiner, aber genau so interessant, ist der Traktor von Johannes Schöne aus Ostrau. Vor 30 Jahren hat er sich diese Zugmaschine selbst zusammengebaut. Der Grund: Er benötigte für die landwirtschaftliche Arbeit einen Trecker. Dabei griff Schöne bei der Beschaffung der Einzelteile auf nahezu alle gängigen Fabrikate des DDR-Fahrzeugbaus zurück. „Der Motor ist aus einem Multicar, die Lenksäule vom Barkas und die Vorderachse aus einem Wartburg 353. Es war damals schwer, Teile zu bekommen. Daher habe ich gebrauchte Technik genutzt“, erklärt er. Heute ist der Traktor reines Hobby für den Ostrauer. Ab und an lädt er sein Gefährt auf einen Hänger und besucht Traktorentreffen. „Morgen geht’s nach Berbersdorf“, erzählt er.

Neben schwerer Technik gibt es für Groß und Klein viele weitere Angebote, so zum Beispiel in der Kita „Nikolaus“ oder in der Kirche des Ortes. „Das Fest wurde gut angenommen. Wir sind mit unserer ersten Veranstaltung zufrieden“, resümiert Jörg Heinzmann am Ende.