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Zum Amüsieren braucht man hier einen Plan

Wochenende. Christopher Street Day, Schlossfest, Hafenfest, alte Autos – in Dresden wurde wieder viel gefeiert.

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Geliebte Oldies

Am Sonnabend beim Christopher Street Day eine Parade der schrägen Vögel, am Sonntag als Abschluss der „Nutzfahrzeug Classik“ ein Corso der Veteranen der Straße, dazwischen zwei Feste – in Dresden brauchten die Bewohner nur etwas Organisationstalent, um wieder erlebnisreiche Stunden erleben zu können. Und es war wohl für jeden Geschmack etwas dabei.

So hatte der Verein Historische Kraftfahrzeuge des Dresdner Nahverkehrs mit „Nutzfahrzeug Classik Dresden 2005“ am und im Betriebsbahnhof Waltherstraße sicher nicht nur männliche Nerven getroffen. Insgesamt zählten die Vereinsmitglieder am Sonnabend und am Sonntag über 7 000 Besucher – Männer, Frauen und Kinder. Und wie viele den Corso der Veteranen der Straße bestaunten – er bildete am Sonntag ab 14 Uhr Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung – war gar nicht zu zählen. Aber nicht nur die Besucher werden immer mehr – auch die Teilnehmer. Über 170 waren es diesmal. Aus Ottendorf kam mit 74 Jahren der älteste. Er stellte seinen Lkw Büssing V10D vor. An Fahrzeugen hatte ein Ford V8 die meisten Jahre auf dem Buckel. Hans Reinhard kam mit dem 1943 gebauten Fahrzeug aus Berlin nach Dresden. Und die weiteste Fahrstrecke, 840 Kilometer, legte ein Mag-Sattelschlepper zurück, dessen Heimat Zwartebroek in den Niederlanden ist. So viel Resonanz bestärkt die Vereinsmitglieder darin, die „Nutzfahrzeug Classik“ zur Tradition werden zu lassen. In Zukunft könnten alle zwei Jahre die alten Busse, Feuerwehren, Lkw an einem Wochenende in Dresden zu bewundern sein. (SZ/md)

Ausgelassene Kinder

Nach Moskau sind es 1842,09 Kilometer, nach Paris 1004,18, und dazwischen liegt in schönster Selbstverständlichkeit das Schlossfest Nickern. Am Sonnabend Nachmittag ist es vor allem ein Fest der Kinder: Kinder im Wickeltuch, im Sand, beim Basteln, beim Ritterburg-Testen. Die Erwachsenen sitzen gelassen am Rand: Heute brüllt keiner, selbst die kleine Nora lässt sich anstandslos mit Möhrenbrei füttern, wenn sie dabei den schwertschwingenden Rittern zuschauen kann. Wolf-Heiko Schaller leitet den Schwertspiel-Verein, dessen Mitglieder in Kettenhemden und Schilden kämpfen: „Im Mittelalter war das in wenigen Sekunden erledigt“, sagt er – deswegen hat er sich eine Choreografie ausgedacht.

Rund um die Bühne neben dem Schlosshof verkaufen Stände Töpferwaren, Kerzen und Waffeln. Alles fügt sich harmonisch in den verwilderten Charme des Grundstücks ein. Schlossherr André Vogt kann stolz sein: Sein Fest der Achse des Guten ist vollauf gelungen. (sik)

Stolze Vereinsmitglieder

Gute Stimmung verbreitet an der Elbe das Pieschener Hafenfest. Wie schon seit gut 35 Jahren haben viele Schausteller ihre Buden aufgebaut. Auf zwei Bühnen präsentieren sich verschiedene Tanz- und Sportgruppen zu Popmusik. „Die Musik ist ganz okay“, findet die Gebäudereinigerin Heide Butzmann. Der 52-jährigen gefällt das Fest gut, schwärmt ein bisschen vom Elbe-Taxi. Unbedingt erwähnt wissen will sie, dass es bei diesem Fest auch ausreichend Toiletten gibt.

Was dem einen sein Eul’ … Rentner Arnim Janz schimpft über den Krach. Dagegen freut sich der 16-jährige Florian Lorenz über die Motorboote. Marion Scheibe vermisst die Bastelstraße, genießt aber die Leckereien. Die 37-jährige Krankenschwester kam schon zu DDR-Zeiten hier her zum Fest nach Pieschen. Doch richtig viele Besucher kommen erst seit etwa vier Jahren. So kamen im letzten Jahr um die 40 000 Gäste. Und dieses Jahr werden es kaum weniger sein. Über den Besucherzuwachs freut sich auch Silke Gerlach. Sie ist Mitglied im Verein „Pieschener Hafenfest e.V.“ und stolz darauf, dass vor allem Pieschener das Fest mitgestalten. (jom)