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Zum Aufschwung reicht es noch nicht

über das steigende Sachsenbarometer

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Georg Moeritz

Das ist kein Kunststück: Dieses Jahr wird Sachsens Wirtschaft um ein halbes Prozent wachsen. So sagt es das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung voraus – das als einziges Institut Prognosen nur für Sachsen wagt. Doch voriges Jahr ist die sächsische Wirtschaft leicht geschrumpft, sodass mit dem halben Aufwärtsprozent gerade mal wieder der Stand von 2011 erreicht würde. Ein Aufschwung ist das nicht.

Die jüngste Ifo-Umfrage unter Sachsens Fabrikanten und Bauunternehmern zeigt immerhin Optimismus für die zweite Jahreshälfte. Tatsächlich kann es fast nur besser werden: Im Zeitraum Januar bis Mai war Sachsens Industrieumsatz um rund fünf Prozent kleiner als zur gleichen Zeit des vorigen Jahres. Die Auto-Industrie meldete mehr als zwei Prozent Rückgang, stärker schrumpften die Einnahmen der Elektronik-Industrie samt Chipfabriken. Auf dem Bau sah es wegen des langen Winters nicht besser aus.

Jetzt leben Industrie und Bau zum Teil vom Nachholen. Die Baubranche profitiert weiter von den niedrigen Zinsen, die zum Investieren in Betongold locken. Doch für Sachsens Fabriken kamen leider im ersten Halbjahr noch einmal weniger Aufträge herein als vor einem Jahr. Der Euroraum ist immer noch in der Rezession, gerade hat Frankreichs Wirtschaftsminister seine Prognose auf Nullwachstum zurückschraubt. Richtigen Aufschwung gibt es also frühestens nächstes Jahr.