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Zum Centauer an der Mordgrundbrücke

Centauren, auch Kentauren und Zentauren geschrieben, entstammen der antiken Mythologie. Sie werden als Mischwesen aus menschlichem Ober- und pferdlichem Unterkörper dargestellt. Sie waren als wilder Volksstamm, als wüste und wilde Gesellen, ein Lieblingsgegenstand der antiken Kunst.

Von Herbert Müller

Centauren, auch Kentauren und Zentauren geschrieben, entstammen der antiken Mythologie. Sie werden als Mischwesen aus menschlichem Ober- und pferdlichem Unterkörper dargestellt. Sie waren als wilder Volksstamm, als wüste und wilde Gesellen, ein Lieblingsgegenstand der antiken Kunst. Die künstlerische Darstellung im Westgiebel des olympischen Zeustempels beim Kampf der Centauren gegen die Lapithen ist hierfür herausragend zu nennen. Die Griechen benannten ein Sternbild am südlichen Himmel nach Centaurus. Besonders die sächsischen Fürsten und ihre Bauherren brachten in der Zeit der Renaissance und dem Barock diese antiken Vorbilder zur neuen Blüte. Sie zierten fortan die Schlösser und Parks. Nachwirkend wurden Elemente dieser Fabelwelt als Zierrat in Form von Grotesken an Fassaden und im Schmiedeeisen bis zur Neorenaissance verwendet.

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An der Mordgrundbrücke am unteren Ende des Stechgrundes beginnt der Pillnitz- Moritzburger Weg durch die Dresdner Heide. Er ist mit PM gekennzeichnet und führt unterhalb des Wolfshügels durch den Albertpark, am Fischhaus vorbei über die Radeberger Straße. Wenige Meter über der Straßenbahnhaltestelle, am Beginn des Pillnitz-Moritzburger Weges, liegt auf einer Unterlage von Granitsteinen eine Sandsteinplatte mit einem darauf ruhenden Centauer. Es ist ein ca. 2,5 m hohes Standbild aus Schönaer Sandstein. Während der Pferdekörper auf der Sandsteinplatte liegt, ist der Menschenkörper aufgerichtet. Die Arme sind über der Brust verschränkt und das Gesicht zeigt ein verschmitztes Lächeln. Von dieser Figur geht Ruhe und Friedlichkeit aus. Im Gegensatz zu seinen wilden, kämpferischen Gesellen ist hierin der Centauer Chiron dargestellt. Chiron stammt von den Titanen Chronos und der Philyra ab. Er war von menschen-freundlicher Gesinnung und hat den Menschen mit seiner großen Kenntnis in der Heilkunde geholfen.

In diesem Sinne ist der Standort, im Kurpark Weißer Hirsch am unteren Ende des Stechgrundes, ein Bezug zur Natur und der Heilung im Sanatorium. Das Sanatorium von Dr. Heinrich Lahmann wurde 1883 eröffnet. Es hatte schon bald Weltruf erlangt und 1905 besuchten gegen 4000 Kurgäste diese Einrichtung. Als Standorte waren ursprünglich verschiedene Stellen vorgesehen u.a. die Bürgerwiese und die Bautzner Straße. 1902 wurde er nun hier, an einem beliebten Zugang der Heidewanderer aufgestellt.

Schöpfer des Centauer war der Loschwitzer Steinbildhauer Otto Petrenz. Leider wurde der Centauer oft in der Vergangenheit Opfer von Kulturfrevlern, worüber schon 1972 in der öffentlichen Presse berichtet wurde. Auch in heutiger Zeit fehlt ihm wieder das linke Vorderbein und aus der Sandsteinplatte wurde ein Stück herausgesägt.