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Großenhain. Was inder Stadt stehen und liegen bleibt, kamgestern im Rathaussaal unter den Hammer.

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Von Jörg Mosch

Wer vergisst eigentlich noch Regenschirme? Offenbar niemand, denn die klassische Gewitterspritze fehlte ganz auf der Auktionsliste, die das Großenhainer Ordnungsamt für die gestrige Versteigerung vorbereitet hatte. Dafür gab es Fahrräder! Ganze 16 Stück standen auf dem Rathaushof zur Besichtigung bereit.

Vom 24er Kinderrad bis zum Mountainbike mit Scheibenbremse war alles vertreten. Auch ein Diamant-Damenrad aus DDR-Zeiten war zu haben. Zwei Euro lautete dafür das Mindestgebot. Aber die sonst eher zurückhaltenden Bieter trieben den Preis bis auf 15 Euro hoch. Erst dann ließ Ordnungsamtsmitarbeiterin Marion Kuhl den Holzhammer auf den Tisch knallen. Teurer ging nur ein 28er Herrenrad neuerer Produktion weg. Für weitere sieben Räder reichte schon die Bereitschaft, den geforderten Mindestpreis zu zahlen. Und für sieben Drahtesel fand sich überhaupt kein neuer Herr.

Was wird mit denen? Marion Kuhl zuckt die Schultern. „Entweder wir geben sie in eine Kindereinrichtung oder bieten sie beim nächsten Mal wieder an“, sagt sie. „Und wenn gar nichts geht, bleibt noch der Schrott.“

In die Lumpen werden wohl auch die beiden Herrenjacken wandern. Für sie interessierte sich gestern ebenfalls niemand.

Dagegen kam bei den beiden angebotenen Handys richtiges Auktionsfieber auf. Nahezu im Sekundentakt schnellten an verschiedenen Stellen des Rathaussaales die Arme nach oben. Geboten wurde übrigens in Ein-Euro-Schritten. Erst ab 50 Euro wäre es im Fünfertakt weiter gegangen. Aber so hoch ging es gestern bei keinem der Angebote.

Nachdem am Ende noch zwei gleich aussehende Schmuckkästchen mit Inhalt unter den Hammer gekommen waren, hatte die Stadt 131 Euro mehr in der Kasse.

Und was wird mit dem Geld? „Das kommt erst mal eine Weile auf ein Verwahrkonto“, erklärt Marion Kuhl. „Danach wird es dem städtischen Haushalt gut geschrieben.“

Für alle, die die Auktion verpasst haben: Die nächste ist in sechs Monaten.