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Zum Prozessauftakt verhaftet

Ein 34-jähriger Betrüger sitzt seit seinem ersten Verhandlungstag in Untersuchungshaft. Es besteht Fluchtgefahr.

© dpa (Symbolbild)

Das ging schnell. Noch am Dienstagnachmittag wurde Fabian S. im Amtsgericht Dresden verhaftet. Es war der erste Prozesstag gegen den 34-jährigen Deutschen, der keinen festen Wohnsitz hat – aber seit Jahren offenbar gezielt die Nähe zu alleinerziehenden Müttern sucht und sie betrügt. Das jedenfalls ist ein Teil der Vorwürfe gegen den Angeklagten, wie Sächsische.de am Dienstag berichtete. 

In der Sitzung vor dem Schöffengericht wurde zum Prozessauftakt ein weit größeres Ausmaß ausstehender beziehungsweise noch nicht rechtskräftiger Verurteilungen bekannt. So erwartet S. etwa ein weiteres Verfahren vor einem Schöffengericht in Frankfurt am Main. In Chemnitz wurde er kürzlich zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren ohne Bewährung verurteilt, die noch am Oberlandesgericht anhängig ist.

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In seinem aktuellen Prozess machte Fabian S. keine Angaben zu den Vorwürfen, als ihm und seinem Verteidiger klar wurde, dass S. sicher nicht mit einer bewährungsfähigen Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren rechnen könne, schon weil frühere Strafen einzubeziehen seien.

Der Staatsanwalt hatte drei Anklagen gegen S. verlesen. Im Jahr 2015 soll er wochenlang ohne zu zahlen in Dresdner Appartements und Hotels gelebt haben – Schaden: weit über 5 000 Euro. Einmal residierte er knapp zwei Monate in einem Luxusappartement am Loschwitzer Elbhang, fragte dort dreist nach einem Stellplatz für seinen Lamborghini (den er natürlich nicht hatte). 2017 habe er versucht, einen Tesla im Wert von 118 000 Euro zu ergaunern.

Einer Bekannten habe er zugesagt, für sie einen Seat zu kaufen, ließ sich das Geld dafür geben – und verschwand. In einem anderen Fall, 2016, habe er eine Freundin in Baden-Württemberg besucht, die Frau in ihrem Auto täglich zur Arbeitgefahren und ihr vorgegaukelt, sie zu sich nach Dresden zu holen. Dann soll er ihren Nissan Micra mit allen Schlüsseln und Papieren in einem Autohandel verkauft und sich aus dem Staub gemacht haben. Am schlimmsten traf es eine weitere alleinerziehende Mutter aus Dresden. Auch mit ihr war S. offenbar befreundet. Aus Eifersucht habe er sie angegriffen, geschlagen, gewürgt und in ihr Geschlechtsteil gekniffen. Die 28-Jährige berichtete, sie werde bis heute von dem Angeklagten belästigt und bedroht.

Nach Angaben des Amtsgerichts ist Fluchtgefahr der Grund für die Untersuchungshaft. Vor Anfang April ist mit einem Ende dieses Prozesses nicht zu rechnen.