merken
PLUS

Zurück an die Macht?

Weil er nicht als Bürgermeister kandidieren durfte, will Peter Geißler nun in den Gemeinderat. Die Meinungen dazu sind geteilt.

Von Nicole Czerwinka

Dass Peter Geißler (parteilos) seinen Bürgermeisterschreibtisch in der Gemeinde Stauchitz nur ungern räumte, daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Immer wieder hat der langjährige Bürgermeister betont, dass er die Geschicke „seiner“ Gemeinde gern noch weiter gelenkt hätte – wäre da nicht eine gesetzlich vorgeschriebene Altersgrenze für das Amt gewesen.

Gesundheit
Gesund und Fit
Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Für Gemeinderäte gibt es diese nicht. Und so kandiert der Alt-Bürgermeister nun bei der Kommunalwahl in Stauchitz für die CDU-Fraktion im Gemeinderat. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt er offen auf Anfrage der Sächsischen Zeitung. Lange habe er überlegt, ob er sich darauf einlassen soll, als „ein paar Bürger“ und die Fraktion ihn fragten, ob er sich nicht nur Wahl aufstellen wolle. „Es gab auch lange Diskussionen in der Familie“, gibt Geißler zu.

Letztlich zeigt sich in seinen Worten jedoch deutlich, dass es ihm tatsächlich schwerfällt, von seinem Leben als Gemeindechef Abschied zu nehmen. „Mit geht es darum, dass wir das, was wir in den vergangenen Jahren in der Gemeinde geschaffen haben, weiter voranbringen. Ich denke, dass ich aus den Jahren als Bürgermeister ein Wissen und auch einige Kontakte mitbringe, mit denen ich meinen Nachfolger auch unterstützen kann“, erklärt Geißler. Gleichzeitig betont er jedoch, dass er nicht als Konkurrent zu Frank Seifert und auch nicht als Besserwisser auftreten wolle.

Fragt man Frank Seifert (parteilos), was er von der Kandidatur seines Vorgängers halte, so reagiert dieser diplomatisch. „Ich wurde von Peter Geißler bei meinem Amtsantritt sehr konstruktiv unterstützt und hoffe, dass dies auch so weitergeht, wenn er denn gewählt würde“, sagt der amtierende Stauchitzer Bürgermeister. Er wolle die Wahl durch eine Äußerung von seiner Seite jedoch auf keinen Fall in irgendeine Richtung beeinflussen, halte sich daher lieber mit Äußerungen zu einzelnen Kandidaten zurück. „Ich freue mich, dass sich 29 Kandidaten für den Gemeinderat aufgestellt haben, und bin überzeugt, dass die Bevölkerung die richtige Wahl treffen wird“, erklärt Seifert stattdessen. Er habe sich als Bürgermeister gut eingearbeitet. „Wir sind gut vorangekommen und werden den eingeschlagenen Weg in jedem Fall auch weiter fortsetzen“, sagt er.

Peter Geißler will diesen Weg mit seiner Kandidatur auch nicht infrage stellen, meint er. So stehe er beispielsweise hinter der Sparpolitik seines Nachfolgers Frank Seifert. „Die Leader-Förderungen laufen bis auf Weiteres zunächst aus. Wir müssen uns daher ganz klar überlegen, was wollen wir“, sagt er und nimmt dabei auch Vorhaben wie eine zentrale Kindertagesstätte in der Gemeinde in den Mund. „Wir müssen dem demografischen Wandel entgegenwirken, auch Bauflächen schaffen, mit relativ wenigen Kosten“, findet der frühere Bürgermeister. In vielen Dingen stehe er der Gemeinde auch schon jetzt beratend zur Seite, betont Geißler dann – und erklärt gleich noch einen Grund, warum er zur Kommunalwahl antritt: „Ich bin Rentner, ich habe Zeit, mich um Dinge zu kümmern, die langwierig und kompliziert sind, zum Beispiel die Klärung von ungeklärten Eigentumsverhältnissen bei vielen Grundstücken in der Gemeinde.“ Der Schritt vom Bürgermeister zurück in den Gemeinderat sei für ihn deshalb kein Abstieg, sondern eher ein Angebot zur Unterstützung.