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Zurück aus dem Ruhestand

Mit den Hannover Scorpions wurde Marco Stichnoth deutscher Meister. Nun soll er die Eislöwen nach vorne bringen.

Von Cornelius de Haas
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Marco Stichnoth ist von den Möglichkeiten in Dresden derart angetan, dass er nach zwei Jahren Pause wieder ins Eishockey-Geschäft einsteigt.
Marco Stichnoth ist von den Möglichkeiten in Dresden derart angetan, dass er nach zwei Jahren Pause wieder ins Eishockey-Geschäft einsteigt. © Christian Juppe

Eigentlich hatte Marco Stichnoth schon mit dem Eishockey abgeschlossen. 21 Jahre war er in verantwortlicher Position bei den Hannover Scorpions, führte die Niedersachsen zusammen mit Trainer Hans Zach 2010 zum deutschen Meistertitel.

Doch nach dem Rückzug des Hauptsponsors drei Jahre später musste die DEL-Lizenz verkauft werden, die Scorpions fingen in der Oberliga von vorne an. Auch da war Stichnoth noch dabei. 2017 war es ihm aber genug. Fortan wollte er sein Glück in der Gastronomie versuchen.

So ganz kann er aber nicht von seinem Sport lassen. Am Freitag präsentierten die Dresdner Eislöwen den 53-Jährigen als neuen sportlichen Berater und damit als Nachfolger von Thomas Barth. Doch anders als der Ende September zurückgetretene Sportgeschäftsführers ist Stichnoth nicht zeichnungsberechtigt. 

Fragt man ihn nach den Gründen für seine Rückkehr, gerät er dennoch ins Schwärmen. „Dresden beobachtet man auch aus der Ferne. Was hier in den vergangenen Jahren geschaffen wurde, gibt es im deutschen Eishockey so nicht noch einmal“, sagt er. „Das Nachwuchskonzept, das zeigt auch die Fünf-Sterne-Bewertung, ist hervorragend. Die Möglichkeiten hier mit der Halle, den Eisflächen und der Akademie sind besonders.“ So viel gute Dinge müssten so zusammengeführt werden, „dass wir alle in ein Boot bekommen“.

Trotz all der positiven Aspekte war Stichnoth wichtig, dass die Eislöwen – anders als Hannover – nicht von einem einzigen Geldgeber abhängen. Zwar gibt es mit der Westminster Gruppe einen Hauptsponsor, der auch als Gesellschafter fungiert, dennoch sind die Dresdner mit unter anderem acht Premiumpartnern deutlich breiter aufgestellt. Dennoch stellte sich Stichnoth vor seiner Zusage auch die Frage: Entscheidet am Ende nur einer? In den Gesprächen sei aber schnell klar geworden, „dass es diese Abhängigkeiten hier nicht gibt“.

Zu Beginn seiner Amtszeit geht es Stichnoth nun erst einmal um die DEL 2-Profis. „Auch wenn es zuletzt schon in die richtige Richtung ging, müssen wir da noch mehr Schwung rein bekommen“, findet Stichnoth, der deshalb bereits erste Gespräche mit Trainer Rico Rossi geführt hat.

Stichnoth verfügt trotz seiner zweijährigen Eishockey-Auszeit nach eigener Aussage noch immer über ein großes Netzwerk, doch das soll nur in Ausnahmefällen genutzt werden. „Der Hauptbestandteil meiner Arbeit war immer, mit den vorhandenen Leuten zu arbeiten und das Optimale rauszuholen.“ 

Für die Eislöwen ist die Verpflichtung in finanzieller Hinsicht ein überschaubares Wagnis. Man habe keine lange Vertragslaufzeit vereinbart, erklärte Westminster-Geschäftsführer Marian Ziburske, zugleich auch Sprecher der Eislöwen-Gesellschafter: „Wir werden das so lange machen, wie es funktioniert. Und wir sind beide sehr zuversichtlich, dass es lange funktionieren wird.“

Dem sportlich guten Einstand mit dem 5:3-Erfolg gegen Crimmitschau am Freitag folgte zwei Tage später ein herber Rückschlag. Beim Tabellenführer Kassel Huskies setzte es eine 3:7 (1:5, 1:2, 1:0)-Pleite. Die Eislöwentore machten René Kramer (10. Minute) und Nick Huard (34., 60.).