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Radeberg

Zusätzliche Kita-Plätze für Ottendorf

Die Gemeinde sieht Bedarf an Betreuungsplätzen. Eine Untersuchung kommt zu einem anderen Ergebnis.

Im Erdgeschoss des Vereinshauses in Ottendorf-Okrilla soll ein Kindergarten entstehen. Doch noch steht nicht fest, wie viele Kita-Plätze überhaupt benötigt werden.
Im Erdgeschoss des Vereinshauses in Ottendorf-Okrilla soll ein Kindergarten entstehen. Doch noch steht nicht fest, wie viele Kita-Plätze überhaupt benötigt werden. © Steffen Unger

Die Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze in der Gemeinde Ottendorf-Okrilla stand in diesem Jahr schon öfter auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Bereits Anfang Juni hatte man die Erweiterung für den Neubau der Kindertagesstätte Schwalbennest in Hermsdorf beschlossen. In dieser Woche wurde über den Umbau des Vereinshauses Ottendorf-Okrilla diskutiert. Denn die neue Kita in Hermsdorf wird laut Plan erst 2021 fertiggestellt. Bis dahin benötigt die Gemeinde aber bereits weitere Betreuungsplätze. „Kita-Plätze sind in der Gemeinde ein Problem. Es sind zu wenige da“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Mirko Thomas (CDU), der am Montag für Bürgermeister Michael Langwald die Gemeinderatssitzung leitete.

Die neu geschaffene Kindertagesstätte im Vereinshaus soll als Zwischenlösung für dieses Problem dienen. Dabei sollen 48 zusätzliche Kita-Plätze entstehen. Das Erdgeschoss des Vereinshauses muss kindgerecht umgebaut werden. Besonders die Sanitäranlagen seien derzeit noch nicht in einem für Kleinkinder gerechten Zustand. „Als Gemeinde haben wir leider nur begrenzte Möglichkeiten, über Gebäude und Grundstücke zu verfügen“, sagte Mirko Thomas. „Das Vereinshaus ist eine der wenigen Möglichkeiten, die sich schnell umsetzten lassen“, führte Thomas weiter aus. Alternative für das Vereinshaus wäre ein Container-Kindergarten gewesen. Dies wollte man den Kindern aber nicht zumuten und entschied sich für den Umbau des Vereinshauses. Wie teuer der Umbau wird, steht noch nicht fest. Derzeit werden die gesamten Räumlichkeiten noch vom Jugendclub Yolo genutzt. Dieser müsste demnächst ausziehen. Wo der Jugendclub dann unterkommt, steht noch nicht fest. Thomas betonte aber, dass man ein Konzept für einen Jugendtreffpunkt entwickeln wolle.

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Über den Bedarf an zusätzlichen Kita-Plätzen wurde bereits in einer nicht-öffentlichen Sitzung Mitte Oktober beraten und der Fahrplan für die Nutzungsänderung des Vereinshauses besprochen. Demnach sollen im Februar 2020 die Bauaufträge erteilt und im Mai 2020 der Umbau fertiggestellt sowie die Räume in Betrieb genommen werden. Doch mittlerweile ist noch nicht einmal ganz klar, ob die 48 Kita-Plätze überhaupt benötigt werden. Denn eine von der Gemeinde in Auftrag gegebene Kita-Bedarfsprognose bei der Dresdner Firma B&P kommunal Beratung GmbH kam zu dem Ergebnis, dass eigentlich kein Bedarf an zusätzlichen Kita-Plätzen besteht. Grundlage dieser Prognose bilden Daten, die am 1. Januar des Jahres von der Gemeinde übermittelt wurden. Wo genau der Fehler für die unterschiedlichen Prognosen von Gemeinde und der Firma B&P liegt, muss nun geklärt werden. Ottendorfs Hauptamtsleiter Dirk Nasdala versicherte, dass die Gemeindeverwaltung derzeit intensiv an der Feststellung des tatsächlichen Bedarfs arbeite. Die Gemeinderäte stimmten unter dieser Voraussetzung für die weitere Umsetzung der bisherigen Planung.

Einige Bürgerinnen und Bürger wollten während der Gemeinderatssitzung auch ihre Fragen und Bedenken zu dieser Thematik loswerden. So wurde unter anderem gefragt, wo die Kinder draußen spielen sollen. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass das Vereinshaus direkt an der stark befahrenen Straße B97 liegt. Auch da müssten weitere Vorkehrungen zur Sicherheit der Kinder getroffen werden. Der stellvertretende Bürgermeister Thomas versicherte, dass man die Bedenken in den nächsten Planungsschritten berücksichtigen werde.