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Zuschüttung des Neustädter Tunnels sorgt für Diskussion

Neben dem Stadtrat ist auch die Bürgerschaft gespalten. Eine Linken-Ortsbeirätin will für den Erhalt der Röhre kämpfen.

Die am Donnerstag vom Dresdner Stadtrat beschlossene Zuschüttung des Neustädter Fußgängertunnels wird unter den Dresdnern kontrovers diskutiert.

Allein auf der Facebook-Präsenz der Sächsischen Zeitung meldeten sich Dutzende Bürger zu Wort. In den Kommentaren überwiegt dabei die Kritik an der Entscheidung: „Damit geht wieder ein Stück Stadtgeschichte verloren. Genauso wie damals am Pirnaischen Platz“, beklagt etwa Jack Maier im Hinblick auf den dortigen Fußgängertunnel, der bereits 2010 verfüllt wurde.

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Allerdings begrüßen auch etliche Facebook-Nutzer den Stadtratsbeschluss und weisen unter anderem darauf hin, dass die Unterführung oft als Toilette zweckentfremdet wurde: „Wer geht schon gern durch Tunnel, die nach Urin stinken? Ist doch überall die gleiche Sauerei. Ich laufe lieber oberirdisch“, schreibt Sandro Daniel Thiele.

Die Neustädter Ortsbeirätin der Linken, Kristin Hofmann, kündigt indes an, sich weiterhin für den Erhalt der Unterführung starkzumachen: „Wir werden in unserem Protest gegen diese Entscheidung nicht nachlassen.“ CDU, Grüne und AfD hätten den Bürgern mit ihrem Ja zum Zuschütten einen Bärendienst erwiesen. „Diese Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht vieler Dresdnerinnen und Dresdner. Für sie war der Tunnel eine bequeme und sichere Möglichkeit, die Große Meißner Straße zu überqueren.“ Linke, SPD und FDP stimmten gegen die Zuschüttung.

Hofmann kritisiert vor allem die Grünen, die sich lange Zeit gegen eine komplette Verfüllung des Tunnels aussprachen. Deren Stadträtin Margit Haase begründet die Kursänderung unter anderem aus finanziellen Gründen: Da der Tunnel immer wieder unter Wasser stehen könnte, sei es vernünftiger ihn zuzuschütten. (hoe)