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Riesa

Zuversicht am Riesaer Flugplatz

Die Hangars sind gut gefüllt. Das ist auch nötig, denn ab diesem Jahr wird es ernst für die Betreiber.

Reinhold Eger (l.) und Peter Traub leiten seit drei Jahren den Flugplatzbetrieb in Riesa-Göhlis. Mittlerweile seien die Hangars fast voll ausgelastet, sagen sie.
Reinhold Eger (l.) und Peter Traub leiten seit drei Jahren den Flugplatzbetrieb in Riesa-Göhlis. Mittlerweile seien die Hangars fast voll ausgelastet, sagen sie. © Sebastian Schultz

Riesa. Dicht an dicht stehen die Propellermaschinen im Hangar neben dem Flugplatz-Tower. So langsam wird es eine logistische Herausforderung, alle Flugzeuge und Helikopter sinnvoll unterzubringen, erklärt Reinhold Eger. Derzeit sind etwa 25 Helikopter und Kleinflugzeuge dauerhaft auf dem Flugplatz in Riesa-Göhlis stationiert. „Ich denke, wir bekommen noch maximal fünf unter“, schätzt Eger. Das hänge aber schon etwas davon ab, wie groß die Fluggeräte seien, wie hoch die Tragflächen. Möglicherweise wird es nicht mehr lange dauern, bis auch mal ein Pilot eine Absage bekommt, weil sein Flugzeug einfach nicht mehr in den Hangar passt.

Für Reinhold Eger und Peter Traub ist das eine gute Nachricht. Vor drei Jahren, am 1. Mai 2016, hatten die beiden den Flugplatzbetrieb übernommen. Wegen der anhaltenden Diskussionen um die Zukunft des Platzes hatten die meisten Piloten ihre Flugzeuge schon abgezogen. Nach drei Jahren ziehen Eger und Traub ein positives Fazit. „Die Hoffnung, die wir hatten, hat sich erfüllt“, sagt der Lommatzscher Peter Traub. Die größten Baustellen und zwingend notwendigen Reparaturen sind mittlerweile abgehakt, allen voran Arbeiten an der Landebahn. Was jetzt noch zu tun wäre, seien eher kleine Dinge. „Wir reden da von Schönheitsreparaturen, 100-Euro-Beträge“, sagt Reinhold Eger. Die größere Herausforderung sei derzeit die Logistik, etwa die Frage: Wo stellt man welches Flugzeug unter?

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Besonders freut die beiden Fugplatzbetreiber, dass sich Ende 2017 auch ein neuer Betreiber für die Gaststätte auf dem Gelände gefunden hatte, die nicht nur von den Piloten gut angenommen wird. Das Restaurant soll auch noch weiter renoviert werden, sagen sie. „Das war bisher sicher der größte Aufwand“, erklärt Peter Traub.

Belebt wird der Flugplatz seit einiger Zeit auch durch das jährliche Open Air, das in diesem Jahr Ende Mai stattfinden wird. Die Betreiber selbst sind dabei außen vor, betonen sie, die Konzertveranstaltung findet auf einem Nachbargrundstück statt. Auch eine Flugschau oder Ähnliches sei zunächst nicht angedacht. Wenn die Flieger diesbezüglich selbst etwas auf die Beine stellen wöllten, würde man ihnen sicher keine Steine in den Weg legen. 

Aber: „Wir sind vollauf beschäftigt, den Platz zu erhalten“, erklärt Peter Traub. Man dürfe nicht vergessen, dass beide den Flugplatz unentgeltlich neben ihren eigentlichen Berufen betreiben. „Der Zeitaufwand ist schon immens.“ Etwa dreimal in der Woche sei einer der beiden vor Ort, dazu komme noch Arbeit, die man mit nach Hause nehme, sagt Traub.

In diesem Jahr wird der Flugplatz erstmals auch ohne Förderung auskommen müssen. In den ersten beiden Jahren gab es 17.000 Euro von den Stadtwerken. In diesem Jahr wird es also ernst, erstmals muss sich der Betrieb über die vermieteten Flächen im Hangar sowie die Start- und Landegebühren rechnen. Zwischen 20 und 30 Prozent der Flüge seien gewerblich, beispielsweise für Flugstunden. Bis zu 50 Starts und Landungen gebe es an guten Tagen, sagen Traub und Eger. Aber das sei natürlich nicht planbar, anders als die Abstellgebühren. 

Nach drei Jahren sind beide aber zuversichtlich, auch ohne städtische Unterstützung wirtschaften zu können. „Es wird sicher weiter schwierig sein“, sagt Reinhold Eger. Spielraum, mehr als den symbolischen Euro Monatspacht an die Stadtwerke zu bezahlen, sieht er nicht. Trotzdem sagt er über das Erreichte der vergangenen drei Jahre: „Wir sind zufrieden.“