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Zwei Absagen und zweimal Bronze

Die Dresdnerin Tina Punzel muss in Rostock erst lange warten, freut sich dann aber nicht nur über ihre Medaillen.

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© dpa

Rostock. Die Tendenz ist eindeutig, und sie ist negativ: Nach dem Überraschungs-Gold 2013 und den drei EM-Medaillen im Vorjahr muss sich Tina Punzel diesmal mit zwei Bronzemedaillen begnügen. Der Trend hat jedoch einen simplen Grund: Der Dresdnerin gingen bei den Titelkämpfen in Rostock schlicht die Partner aus.

Erst meldete sich Sascha Klein mit Rückenschmerzen vom Teamwettbewerb ab, dann ließ sich Christina Wassen, mit der sie synchron vom Turm springen sollte, am Ellenbogen operieren. Aus vier Starts wurden plötzlich zwei – und die beiden Wettbewerbe vom Dreimeter-Brett konzentrierten sich auch noch aufs Wochenende. „Das lange Warten war für mich schon ungewohnt“, erklärte die 19-Jährige.

Nach Synchron-Bronze am Sonnabend an der Seite von Nora Subschinski kam sie gestern zum EM-Abschluss erneut auf den dritten Platz. „Wenn man nach dem dritten Sprung vorn liegt, liebäugelt man natürlich mit mehr“, gestand sie. Dass die beiden Medaillen dennoch ein Erfolg sind, liegt auch an den besonderen Umständen. Bei einem nächtlichen Toilettengang hatte sie sich eine Reizung an der Ferse zugezogen. Und zwischen den beiden Entscheidungen in Rostock bekam die Sportgymnasiastin das Ergebnis ihrer Abiprüfung: 1,5. „Damit bin ich ganz zufrieden“, sagte sie.

Ungestört verlief die Saisonvorbereitung durch das Lernen nicht. „Die Regenerationsphasen kamen dadurch zu kurz. Wenn ich schlafen wollte, musste ich oft lernen.“ Nun möchte sie in die Sportfördergruppe der Bundeswehr, um sich ganz auf Olympia 2016 konzentrieren zu können. Danach will sie parallel ein Studium beginnen, die Richtung ist noch offen.

„Ich möchte was in der Hand haben, denn mit meinem Sport kann ich ja kein großes Geld verdienen“, erklärte sie. Das Ende der Schulzeit ist nicht die einzige Zäsur in ihrem Leben. Mit dem Berliner Wasserspringer Oliver Homuth ist sie nicht mehr liiert. Und sie zog bei ihren Eltern aus, gründete mit einer ehemaligen Beachvolleyballerin eine Wohngemeinschaft. Vor der WM in Kazan hat sie noch einen wichtigen Termin – den Abiball. (SZ/dk)