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Sebnitz

Zwei auf einen Streich

Wenn die Goßdorfer Feuerwehr zulangt, dann aber richtig. Ein neues Fahrzeug und ein neues Gerätehaus gehen in Betrieb.

Ein neues Fahrzeug und ein neues Gerätehaus, damit ist die Goßdorfer Feuerwehr bestens für ihre Einsätze gerüstet, obwohl jeder hofft, dass das Auto nur selten ausrücken muss. Das alte (kleines Foto) hätte aber auch das nicht mehr geschafft.
Ein neues Fahrzeug und ein neues Gerätehaus, damit ist die Goßdorfer Feuerwehr bestens für ihre Einsätze gerüstet, obwohl jeder hofft, dass das Auto nur selten ausrücken muss. Das alte (kleines Foto) hätte aber auch das nicht mehr geschafft. © Dirk Zschiedrich

Die Goßdorfer Feuerwehr brauchte tatsächlich ein neues Fahrzeug. Das war spätestens klar, als der LO-Robur kürzlich auf seine letzte Fahrt geschickt wurde. 

Erst wollte er nicht so richtig anspringen, und damit er dann bergab überhaupt stehenblieb, musste ein Vorlegekeil unter die Räder geschoben werden.

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Feierlich haben sich die Goßdorfer von ihrem alten Feuerwehrauto verabschiedet und mit Applaus das neue willkommen geheißen. Und wie das so bei neuen Feuerwehrfahrzeugen ist: Jeder hofft, dass sie möglichst selten im Einsatz sind. Und das, obwohl sie eine Menge Geld kosten.

Mit dem LO endet in Goßdorf eine Ära. Denn die Feuerwehr lebte praktisch schon seit vielen Jahren nur mit Notlösungen und von anderen Wehren abgelegter Technik. Deshalb war das nun ein ganz besonderer Moment für die Kameraden, für den gesamten Ort und auch für Kreisbrandmeister Karsten Neumann. 

„Das Größte, was man als Feuerwehr erleben kann, ist die Einweihung eines Gerätehauses. Und wenn zur gleichen Zeit auch noch ein neues Fahrzeug in den Dienst geht, sind das außergewöhnliche Momente“, sagte er. Möglich war das dank eines EU-Projekts gemeinsam mit der Stadt Dolni Poustevna.

Goßdorfs Wehrleiter, Carsten Böhme, könnte mittlerweile ein spannendes Buch über diesen Abschnitt Feuerwehrgeschichte schreiben. Denn immerhin vergingen fast fünf Jahre von der Finanzierung über die Planung, das Bauen bis hin zur Einweihung. „Das Projekt hat Kraft und Nerven gekostet, auf beiden Seiten. Das, was entstanden ist, zeigt, dass es richtig war, den Weg gemeinsam zu gehen“, sagt Carsten Böhme.

Ohne fremde Hilfe hätte die Stadt Hohnstein das Projekt nicht durchziehen können. Deshalb kam der Stadt eine Anfrage des damaligen Bürgermeisters von Dolni Poustevna, Miroslav Jemelka, gerade recht. Dort wollte man das Gerätehaus bauen und ein neues Fahrzeug sowie Technik beschaffen, und das alles mit EU-Geld. Hohnstein willigte als Kooperationspartner in das EU-Projekt „Dem Wasser Grenzen zeigen“ ein. Die Sebnitzer Firma WEA übernahm letztlich die Leitung und die Projektsteuerung.

Das alte Goßdorfer Löschfahrzeug, ein LO, hätte es nicht mehr lange gemacht
Das alte Goßdorfer Löschfahrzeug, ein LO, hätte es nicht mehr lange gemacht © Dirk Zschiedrich

„Die Stadt Dolni Poustevna war uns aber immer ein gutes Stück voraus“, sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Denn dort kam das neue Auto bereits im Juli 2017 und das Gerätehaus wurde im September 2018 eingeweiht. Der Weg für Hohnstein glich jedoch einer Odyssee.

Erst wurde das Gerätehaus immer teurer. Zum Glück legte die SAB noch Fördermittel nach. Und dann verzögerte sich die Auslieferung des 190 000 Euro teuren Tragkraftspritzenfahrzeuges mit Wassertank. Das sollte schon im Februar kommen. Daraus wurde nun Juni. Und auch dieser Termin war knapp. Das Fahrzeug kam erst am 14. Juni an und konnte gerade noch so für die Übergabe geschmückt werden.

Innerhalb des Projektes hat die Stadt Hohnstein rund 1,2 Millionen Euro umgesetzt, 970 000 Euro davon waren Fördermittel. Beide Städte beenden das Projekt jetzt offiziell. In Verbindung bleibe man auf jeden Fall, so Hohnsteins Bürgermeister. Und sein Amtskollege aus Dolni Poustevna, Robert Holec, ergänzt: „Es gibt bereits eine Liste von Projekten, die zwischen 2021 und 2028 angegangen werden könnten.“

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

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