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Zwei Burgen für jeden Geschmack

Auf Kriebstein geht es märchenhaft zu. Mildenstein lockt mit dem Motiv der Burg auf einem Stammbuch und einem Geldschein.  

Auf Kriebstein schart die Märchenfee vor allem Mädchen um sich.
Auf Kriebstein schart die Märchenfee vor allem Mädchen um sich. © Dietmar Thomas

Kriebstein/Mildenstein. Auf der schönsten Ritterburg geht es in den Sommerferien märchenhaft zu. Und es wird auf Kriebstein gern geheiratet. Noch mehr als 20 Paare geben sich bis Jahresende dort das Ja-Wort. Nicht ganz so groß ist die Resonanz Heiratswilliger auf Mildenstein. Dort gibt es jetzt das Motiv der Burg auf einem Stammbuch und einem Geldschein – als Souvenir. Auch mit Sonderausstellungen locken beide Burgen.

Märchenfee und Reihentanz

Auf Kriebstein hat die Fee trotz sommerlicher Temperaturen vor allem Mädchen um sich geschart, die Märchen lieben. Und noch viel mehr mögen sie es, wenn sie ihnen vorgelesen werden. Dazu sind Fünf- bis Zehnjährige wieder für den 13. August, jeweils 12 und 15 Uhr, eingeladen. 

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Wer es aktiver mag, kann tanzen wie junge Damen und Ritter im Mittelalter. Kreis- und Reihentänze wie sie aus dieser Zeit bis zum Barock Mode waren, können die Ferienkinder wieder am 6. August um 14 Uhr auf Kriebstein ausprobieren.

Auf Mildenstein lehrt Hofmeisterin Anna neugierige Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis elf Jahren am 7. August, dass Prinzen und Prinzessinnen nicht den ganzen Tag spielen und das Dienstpersonal mit ihren Sonderwünschen herumkommandieren durften. Wie streng die Ausbildung manchmal war, erleben die Teilnehmer in einer zweistündigen Veranstaltung, um 11 und 14 Uhr, zu der auch ein kleines Festbankett gehört. 

Etwas für die ganze Familie ist die Veranstaltung „Rund ums Brot“ am 31. Juli und am 1. August jeweils um 10 Uhr. Besucher erleben in der Schwarzküche, wie Getreidespeisen gelagert und zubereitet wurden.


Feuerwehr und Kindergarten als Publikumsmagnet

Alltag im Kindergarten der DDR: Raphael und Anton (beide 6 Jahre) haben sichtlich Spaß beim Besuch der Sonderausstellung auf Burg Kriebstein.
Alltag im Kindergarten der DDR: Raphael und Anton (beide 6 Jahre) haben sichtlich Spaß beim Besuch der Sonderausstellung auf Burg Kriebstein. © Dietmar Thomas

Liebevoll ausgewählt haben die Kuratoren Andreas und Ramona Reißmann aus dem Fundus des Greizer DDR-Spielzeugmuseums die Exponate, die bei den Besuchern besonders viele Erinnerungen wach werden lassen. Wer zu DDR-Zeiten den Kindergarten besuchte oder seinen Nachwuchs dort betreuen ließ, wird schnell die Kinderwagen oder das Kaspertheater wiedererkennen.

„Die Ausstellung ,Alltag im Kindergarten der DDR‘ wird von den Gästen gut angenommen. Manche kommen extra deshalb hierher“, sagt Susanne Tiesler. Jung und Alt hätten sich beim Betrachten der Exponate viel zu erzählen. „Ein Begegnungsthema“, wie Tiesler sagt.

Neben dieser Sonderschau, die noch bis zum 31. Oktober zu sehen ist, lockt auch die Dauerausstellung. Publikumsmagnet bleibt die Märchenburg. Insgesamt kamen bis Ende Juni mit 20 650 Gästen etwas so viele wie im selben Zeitraum des Vorjahres. Da viele die Ritterburg über der Zschopau noch von früher kennen, braucht sie nicht so viel Werbung wie Burg Mildenstein, sagt die Leiterin beider Einrichtungen.

Zufrieden ist sie aber ebenso mit der Resonanz auf Mildenstein: Hier schauten sich bis Ende Juni etwas mehr als 12 200 Gäste um – etwa 1 400 weniger als 2018. „Aber 2018 gab es auch das Mittelalterfest“, begründet Susanne Tiesler.

Besonders beliebt sind auf Mildenstein die museumspädagogischen Angebote. Etwas mehr Zuspruch wünscht sich die Schlossleiterin für die historisch-kulinarischen Zeitreisen in der aufwendig sanierten Schwarzküche. Dort haben Besucher Gelegenheit, wie im Mittelalter über offenem Feuer zu kochen. Vorher werden die Zutaten gemeinsam vorbereitet. Das kann bei Sonderveranstaltungen passieren, aber auch für den Freundes- oder Kollegenkreis bei einem individuell gebuchten Angebot.

Etwas regionaler gehalten ist die Mildensteiner Sonderausstellung „Retten. Bergen. Löschen. Schützen.“, die Leisniger Feuerwehrgeschichte zeigt. Entsprechend regional begrenzter sei das Publikumsinteresse. Wobei Susanne Tiesler einräumt, dass speziell an dem Juni-Wochenende, als die Feuerwehr am Sonntag auch hautnah zu erleben war, zeitgleich die Waldheimer Feuerwehrtage wohl fachkundiges Publikum und interessierten Nachwuchs abzog. 

Diese Terminüberschneidung sei bedauerlich, jedoch bei der Ausstellungsplanung nicht so vorhersehbar gewesen. Noch bis Ende Oktober ist die Sonderausstellung „Retten. Bergen. Löschen. Schützen.“ einen Besuch wert – nicht nur für jene, die einen Bezug zur Feuerwehr haben. Denn die Anfänge des Löschwesens waren überall ziemlich beschwerlich. Und das heutige Aufgabengebiet ist es auf jeden Fall wert, den Ehrenamtlichen Respekt zu zollen.


Begehrtes Sammlerobjekt

Ein sehr beliebtes Souvenir: Die Null-Euro-Scheine können Besucher für zwei Euro in beiden Burgen mit dem jeweiligen Motiv kaufen. 
Ein sehr beliebtes Souvenir: Die Null-Euro-Scheine können Besucher für zwei Euro in beiden Burgen mit dem jeweiligen Motiv kaufen.  © Dietmar Thomas

Kein Zahlungsmittel, dafür aber ein sehr beliebtes Souvenir sind die Null-Euro-Scheine, die es für zwei Euro in beiden Burgen mit dem jeweiligen Motiv zu kaufen gibt. „Wir suchten etwas, das sich jeder leisten kann“, sagt Leiterin Susanne Tiesler und traf damit genau den Nerv der Gäste.

In Kriebstein war die erste Auflage ganz schnell ausverkauft. „Es gibt Sammlervereine, die wollen gleich ein paar hundert Stück“, verrät sie. Die Scheine steigen im Wert. Bei Ebay hat Susanne Tiesler andere Motive entdeckt, die schon 18 Euro wert sind. Der Verkaufspreis liegt bei 2 Euro. Das Souvenir ist auf echtem Euro-Papier gedruckt und verfügt über alle gängigen Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen, Kupferstreifen und Hologramm bis hin zur fluoreszierenden unsichtbaren Tinte und Seriennummer. 

Kriebstein war nach Moritzburg die zweite sächsische Einrichtung, die diesen Schein anbot, jetzt zog Mildenstein nach. Bei den Besuchern dort ist er ebenfalls begehrt.


Besonderes für Ja-Sager

Ein besondere Erinnerung können jetzt Hochzeitspaare in beiden Burgen mit nach Hause nehmen: ein Familienstammbuch mit dem jeweiligen Motiv der Burg.
Ein besondere Erinnerung können jetzt Hochzeitspaare in beiden Burgen mit nach Hause nehmen: ein Familienstammbuch mit dem jeweiligen Motiv der Burg. © Dietmar Thomas

Beide Burgen sind bei Hochzeitspaaren beliebt. Sie können jetzt eine besondere Erinnerung an den Tag ihrer Eheschließung mit nach Hause nehmen: ein Familienstammbuch mit dem jeweiligen Motiv der Burg. 

Für Kriebstein sind diese Bücher schon da, für Mildenstein werden sie gerade gedruckt. 35 Paare haben sich dieses Jahr auf der Burg über der Zschopau angemeldet, 14 haben schon Ja gesagt. Dort übernimmt das Standesamt Hainichen die Trauzeremonie. „Es ist mit drei Beamtinnen etwas besser ausgestattet als das Leisniger, sodass auf Mildenstein auch nicht so viele Trauungen möglich sind“, erklärt Schlossleiterin Susanne Tiesler.

In Leisnig sind für 2019 bislang 15 Trauungen angemeldet, zwölf sind schon vollzogen worden. Stammbücher mit Kriebstein-Motiv, so die Schlossleiterin, gab es bereits. Jetzt sei allerdings der Schlossbetrieb für beide Einrichtungen der Herausgeber.

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