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Zwei Edeka-Mitarbeiter mit Corona infiziert

Der Supermarkt in Königstein ist seit Montagnachmittag geschlossen. Inhaberin Gabi Schmidt sitzt selbst in Quarantäne - und wehrt sich gegen Falschinformationen.

Der Edeka in Königstein ist seit Montag geschlossen.
Der Edeka in Königstein ist seit Montag geschlossen. © Archivfoto: Marko Förster

In der Sächsischen Schweiz musste der erst Supermarkt wegen einer Corona-Infektion geschlossen werden. Der Edeka-Markt an der B 172 in Königstein ist seit Montagnachmittag zu. Der Grund: Zwei Mitarbeiter des Einkaufszentrums haben sich mit dem Coronavirus infiziert. 

Die beiden hätten unabhängig voneinander typische Krankheitssymptome aufgewiesen, bestätigt Inhaberin Gabi Schmidt gegenüber Sächsische.de. Die Mitarbeiter seien daraufhin getestet worden. Das Ergebnis bestätigte den Verdacht: Sie haben sich mit dem Coronavirus infiziert. "Ich habe mich daraufhin sofort dazu entschieden, den Edeka zu schließen", erklärt Schmidt. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, um keine Kunden oder Mitarbeiter zu gefährden. Auf einem Zettel am Eingang des Edeka ist seit Montagabend zu lesen, dass der Markt aus "dringenden betrieblichen Gründen" am 6. und 7. April geschlossen bleibt.

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Warten auf weitere Testergebnisse

Die zwei betroffenen Mitarbeiter seien nicht mehr im Markt tätig gewesen, als sich die ersten grippeähnlichen Symptome zeigten. Sie befinden sich derzeit in Quarantäne. Auch Gabi Schmidt selbst ist in häuslicher Isolation. Genauso wie weitere Edeka-Mitarbeiter, die mit den beiden Corona-Infizierten enger zusammen gearbeitet haben. Ob sich weitere Angestellte bei ihnen angesteckt haben, das müssen nun genaue Tests klären. Mit ersten Ergebnissen wird ab diesem Dienstagabend gerechnet. 

Gabi Schmidt ist es nicht leicht gefallen, den Supermarkt zu schließen. Es sei aber die richtige Entscheidung gewesen. "Ich hatte am Montag auch schlichtweg nicht genügend Personal, um den Betrieb aufrechtzuerhalten", schildert die Unternehmerin. 

Das Gesundheitsamt hätte bereits einige Edeka-Mitarbeiter aus der Isolation entlassen können. Sie arbeiteten zwar zeitgleich mit den beiden Infizierten im Markt, hatten aber keinen weiteren Kontakt zu ihnen. Das Infektionsrisiko sei deshalb verschwindend gering. 

"Im Moment habe ich gut zehn Mitarbeiter zur Verfügung, aus unterschiedlichen Bereichen", sagt Gabi Schmidt. Sie hofft, dass der Edeka mit dieser Mannschaft bereits am Donnerstag, 9. April, wieder geöffnet werden kann. Das ist das Ziel, auf das die Unternehmerin hinarbeitet. Der Zeitplan hänge jedoch von den weiteren Testergebnissen ab. "Wenn es keine weiteren schlechten Nachrichten gibt, wollen wir Donnerstag wieder öffnen", sagt sie. Vielleicht sogar schon am Mittwochnachmittag. Das hänge aber auch von den Lieferanten ab und davon, ob diese beispielsweise kurzfristig frisches Obst und Gemüse liefern können. 

Schockiert über Falschmeldungen

Gabi Schmidt muss das alles von zu Hause aus koordinieren, neue Personalpläne schreiben, die Mitarbeiter beruhigen. "Mein Team steht ganz hinter mir", sagt sie. Jeder wolle, dass der Supermarkt schnellstmöglich wieder öffnet. Für die Angestellten sei die Arbeit nicht nur ein Arbeitsplatz. Man hätte durch die Hochwasser schon andere Krisen gemeinsam gemeistert. "Die Mitarbeiter stellen sich sachlich der Situation und ziehen mit. Das hilft mir ungemein", sagt Gabi Schmidt. Auch von den Kunden hätte sie viele positive Rückmeldungen erhalten. "Ich bedake mich bei allen, die uns in dieser schwierigen Zeit die Treue halten", sagt sie.

Umso mehr ärgert sie sich deshalb über Falschmeldungen, die teilweise über die sozialen Netzwerke verteilt wurden. Als am Montagabend bekannt wurde, dass der Edeka geschlossen ist, machte die Nachricht im Internet schnell die Runde. Unter anderem wurde behauptet, dass das Landratsamt in Pirna den Edeka geschlossen hätte. "Das ist nicht richtig", wehrt sich Schmidt. Sie selbst habe die Schließung veranlasst. Außerdem kritisiert sie eine Äußerung des AfD-Landtagsabgeordneten Ivo Teichmann. Er hatte via Facebook mitgeteilt, dass eine Verkäuferin positiv auf Corona getestet worden sei. "Solche Meldungen sorgen für unnötige Unruhe und schockieren mich", sagt Gabi Schmidt. Woher Teichmann seine Informationen her habe, wisse sie nicht. "Mit mir hat er zumindest nicht gesprochen", betont sie. 

Ratschef lobt umsichtiges Verhalten

Auch Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) hat die Diskussion im Internet verfolgt. "Ich warne vor jeglicher Panikmache", sagt er. Man solle grundsätzlich sensibel mit jeglichen Informationen umgehen und nur seriösen Quellen vertrauen. Kummer selbst lobt, wie Gabi Schmidt mit der Situation umgeht. Sie habe am Montag umsichtig und verantwortungsvoll beschlossen, den Markt vorerst zu schließen. Damit hätte sie Kunden und die Angestellten vor einer möglichen weiteren Ansteckung geschützt.

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Der Edeka in Königstein ist der einzige größere Supermarkt auf linkselbischer Seite im Gebiet zwischen Pirna und der tschechischen Grenze. Der nächste Einkaufsmarkt befindet sich auf dem Sonnenstein beziehungsweise in Bad Schandau. In Königstein sind laut Kummer aktuell nur Bäckereien und die Apotheke geöffnet. In der Stadt gäbe es zudem noch einen Obst- und Gemüseladen. Geöffnet sei auch der Treff-Punkt mit der Filiale der Deutschen Post. "Wenn der Edeka vor Ostern wieder öffnet und damit die Nahversorgung absichert, wäre das eine große Erleichterung", sagt Kummer.

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