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Linden sind mit Lounge zurück

Weil in der Görlitzer Diskothek noch nichts geht, haben die Pächter den Garten draußen hergerichtet.

Die L-2-Betreiber Florian Herbst und Robert Schulze im neu gestalteten Garten der "Zwei Linden".
Die L-2-Betreiber Florian Herbst und Robert Schulze im neu gestalteten Garten der "Zwei Linden". © André Schulze

Dieser schöne weiße Sand, fast wie in der Karibik. Zumindest wie an der Blauen Lagune des Berzdorfer Sees. Denn es ist der gleiche Sand, den Florian Herbst und Robert Schulze in Polen besorgt und in den Garten der „Zwei Linden“ kippen lassen haben. Zwei Lkw-Ladungen voll.

Es hat sich gelohnt, denn der neue Linden-Biergarten – die Lounge – wie die beiden jungen Pächter sagen, hat schon echtes Strandflair. Seit die beiden 26-jährigen Görlitzer die früheren Linden, die die jüngere Generation inzwischen als L 2 kennt, im Mai 2019 gepachtet hatten, ist viel passiert. Etliche Partys, bei denen die Kult-Disko in Rauschwalde wieder so voll war wie in den alten Zeiten. Ordentlich aufgepeppt hatten die beiden Görlitzer die Räume dafür. Doch dann kam Corona und seit einigen Monaten geht gar nichts mehr.

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Auch eine Feuerstelle gibts in der Linden-Lounge.
Auch eine Feuerstelle gibts in der Linden-Lounge. © André Schulze

Oder zumindest fast nichts. „Öffnen dürften wir inzwischen wieder. Beispielsweise kann man bei uns im Jungle, dem früheren Schlauch, Geburtstag feiern. Wir könnten auch offene Bar-Abende machen“, sagt Robert Schulze. „Aber Tanzveranstaltungen sind eben noch nicht möglich und was ist ein Club ohne Tanzen?“ Trotzdem wollten sie was tun. „Wir haben zwar gut gewirtschaftet, aber um die Miete auf Dauer bezahlen zu können, muss es auch Einnahmen geben“, so Florian Herbst. Die Idee kam, als man mit Freunden im zugewucherten Lindengarten am Feuer saß. Hier wieder klar Schiff machen und einen Biergarten eröffnen – das wärs.

Biergarten mit Beach-Flair: Die L-2-Betreiber haben den zugewucherten Garten neu hergerichtet - mit Hilfe ihrer Freunde und Familien.
Biergarten mit Beach-Flair: Die L-2-Betreiber haben den zugewucherten Garten neu hergerichtet - mit Hilfe ihrer Freunde und Familien. © André Schulze

Und das wurde inzwischen auch. Dank Corona, muss man fast sagen. Denn dadurch war bei Florian Herbst und Robert Schulze, die sich schon seit Grundschul-Zeiten kennen und seit 2015 zusammen die Veranstaltungsfirma PureVision Events führen, aber auch noch arbeiten beziehungsweise studieren, die Zeit plötzlich da. Zusammen mit Familie und Freunden wurde der Garten von Gestrüpp befreit, der Sand aufgeschüttet, aus Holz eigene Sitzmöbel gezimmert, die teils weiß, teils braun gestrichen wurden. „Das blieb natürlich nicht unentdeckt, was wir hier machen“, erzählt Florian Herbst. Ein Rauschwalder kam und erzählte, wie er früher hier draußen getanzt hatte. Und tatsächlich, unter all dem Gestrüpp fand sich auch noch die alte Tanzfläche, die jetzt wieder freiliegt und sollte Corona es irgendwann zulassen, auch wieder genutzt werden könnte.

Am 7. August öffnet die neue „L 2 Lounge“, so der offizielle Name, zum ersten Mal. Die beiden Freunde sind gespannt mit welcher Resonanz. Die Vorbereitungen hatten sie immer mal auf Facebook gepostet und begeisterte Reaktionen bekommen. Schon als sie über ihre Biergarten-Idee hatten abstimmen lassen, waren 97 Prozent dafür. Für den Fall, dass es nun am Eröffnungstag einen zu großen Ansturm gibt, wurde Security engagiert.

Den weißen Sand haben Florian Herbst und Robert Schulze in Polen besorgt - es ist der gleiche, der auch an der Blauen Lagune des Berzdorfer Sees liegt.
Den weißen Sand haben Florian Herbst und Robert Schulze in Polen besorgt - es ist der gleiche, der auch an der Blauen Lagune des Berzdorfer Sees liegt. © André Schulze

Das Konzept für die Lounge zieht Entspannung mit Unterhaltung vor. Frisches vom Grill, Cocktails, Bier Pong, Shisha – all das in gemütlicher Atmosphäre und bei freiem Eintritt – nur wenn ein DJ auflegt, wird ein Euro Kulturbeitrag fällig. Allerdings muss 1,50 Euro Hygienezuschlag zahlen, wer Shisha rauchen möchte. Denn die Hygieneauflagen sind natürlich auch hier streng, die beiden Pächter mussten ein Hygienekonzept beim Gesundheitsamt einreichen. Das sieht unter anderem vor, dass jeder beim Shisha-Rauchen seinen eigenen Schlauch bekommen muss. Zudem ist das Personal angehalten, Mundschutz zu tragen, überall muss Desinfektionsmittel stehen. All das soll Besuchern den Spaß aber nicht vermiesen. Robert Schulze, der in jüngster Zeit viel in anderen deutschen Städten war, sagt: „Woanders wird das noch viel strenger gehandhabt.“

Übrigens sind auch Gäste reiferer Jahrgänge eingeladen, an die Stätte ihrer jugendlichen Tanznächte zurückzukehren. Dafür wird an Sonnabenden und Sonntagen schon 13 Uhr geöffnet. „Wir sprechen gezielt die Rauschwalder an, hier gern mal auf ein Bier vorbeizukommen“, sagt Florian Herbst.

Geöffnet: donnerstags und freitags, ab 17 Uhr, sonnabends und sonntags ab 13 Uhr

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