merken
PLUS Freital

Zweimal Bestnote bei Gesellenprüfung

Cornelius Hutloff ist der beste Nachwuchstischler der Region. Nach einer kurzen Auszeit startet er im August in Schmiedeberg ins Berufsleben.

Note 1 für Cornelius Hutloff (rechts). Mit seiner Vitrine hat er die Prüfer überzeugt.
Note 1 für Cornelius Hutloff (rechts). Mit seiner Vitrine hat er die Prüfer überzeugt. © Karl-Ludwig Oberthür

25 Tischlerlehrlinge haben in der vergangenen Woche im Beruflichen Schulzentrum "Otto Lilienthal" Freital-Dippoldiswalde ihre praktische Gesellenprüfung abgelegt. Die Gesellenstücke waren seit dem 23. Juli in der Pausenhalle des Gebäudes aufgebaut, bewertet wurden sie am darauf folgenden Freitag. "100 Stunden hatten die Prüflinge für ihr Gesellenstück im Bereich Möbel Zeit und für eine Tür 80 Stunden", erklärt der Technische Lehrer und Prüfer Thomas Rögner. 

Die 25 Gesellenstücke wurden unter anderem in den Kategorien Oberfläche, Maßgenauigkeit, Zinkung der Schubkästen, Übereinstimmung mit der vorher angefertigten Zeichnung, Sauberkeit, Schleifbild und auf fachliche Richtigkeit überprüft. Zwei Lehrlingen seien in der praktischen Prüfung durchgefallen, zwei weitere hatten bereits die Theoretische Prüfung nicht bestanden. Insgesamt erhielten drei Prüflingen für ihr Gesellenstück die Note 1, darunter auch Cornelius Hutloff, der seit 2017 seine Ausbildung zum Tischlergesellen im BSZ "Otto Lilienthal" machte. Er erhielt sowohl in der theoretischen Prüfung die Note eins, als auch für seine Vitrine zum Anhängen.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen
Ferientipps für Sachsen

Da ist sie, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben die Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen und Umgebung.

Diese tollen Noten seien mit der Familie bereits gefeiert worden, sagt Cornelius Hutloff: "Der Hängevitrinenschrank wird künftig an den heimischen Wänden einen Ehrenplatz finden." Der 22-Jährige hätte bei seinem Gesellenstück vor allem Wert auf natürliches Holz aus der Region gelegt: "Die Vitrine ist sehr filigran und besteht aus Birne und Goldregen. Ich habe auch das Material Glas gewählt, weil ich möchte, dass man den Inhalt sieht. Es spiegelt etwas Leichtigkeit und die Lichtdurchflutung gefällt mir ebenfalls." Die Vitrine ist 70 Zentimeter hoch, 35 Zentimeter breit und 22 Zentimeter tief. "So kann man das Möbelstück überall mit hinnehmen. Viele bauen große Stücke, aber etwas Kleines mit Raffinesse ist ebenso schön", sagt der Tischlergeselle, der sich jetzt einen kurzen Urlaub im Paddelboot auf einem See gönnt.

Ein Tisch mit runden Bögen

Cornelius Hutloff hat seine praktische Ausbildung bei der Firma "Tischlerei und Innenausbau Aulhorn GmbH & Co.KG Schmiedeberg" absolviert und wird ab dem 1. August übernommen. Auch seinen Meister will der 22-Jährige noch machen. In der Schmiedeberger Tischlerei werden überwiegend Vollholz-Maßanfertigungen für Firmen und Privatkunden angefertigt, berichtet Cornelius Hutloff. Seine Berufung, wie er selber sagt, fand er auch durch seine Eltern, die in Dresden seit 30 Jahren die Büroausstatter-GmbH Hutloff betreiben.

Neben Cornelius Hutloffs Vitrine sorgte auch ein Tisch mit runden Bögen für Entzücken bei den sechs Prüfern der Tischlerinnung Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: "Ein Lehrling hat beim Schwierigkeitsgrad überzeugt, indem er runde Bögen verleimte und runde Schubkästen in seinen Schreibtisch einbaute. Das ist eine außergewöhnliche Leistung, was die Schwierigkeit anbelangt", sagt Thomas Rögner. Dennoch gab es für das Möbelstück nur die Note 2, da noch andere Faktoren in die Benotung einfließen.

Die Gesellenstücke im Freitaler BSZ „Otto Lilienthal“. Die Glasvitrine des besten Gesellen Cornelius Hutloff hängt hinten rechts an der Wand.
Die Gesellenstücke im Freitaler BSZ „Otto Lilienthal“. Die Glasvitrine des besten Gesellen Cornelius Hutloff hängt hinten rechts an der Wand. © Karl-Ludwig Oberthuer

Die Aufgabe konnten sich die angehenden Tischlergesellen selbst wählen. Es sollen aber Arbeiten aus den Bereichen Möbelbau, Fenster- und Türbau, Innenausbau oder Treppenbau sein. Bestimmte Elemente müssen enthalten sein. Dazu zählen Schubkästen mit Holzauszug, eine Tür oder Klappe und die Stücke müssen furniert sein oder aus Vollholz bestehen.

Insgesamt gibt es am BSZ „Otto Lilienthal“ jährlich drei Tischlerklassen. 2019 hatte der BSZ-Schüler Paul Klotzsche aus Pirna, der seine praktische Ausbildung bei den Deutschen Werkstätten Hellerau machte, das beste Möbelstück - eine Kommode - abgeliefert. Zudem gewann er mit seinem außergewöhnlichen Sitzmöbel später die deutsche Meisterschaft im Tischler- und Schreinerhandwerk.

Am vergangenen Sonnabend hatten Gäste dann die Möglichkeit, alle 25 Gesellenstücke im Beruflichen Schulzentrum "Otto Lilienthal" zu besichtigen. Die Möbel waren öffentlich ausgestellt worden. Im BSZ in Freital werden neben der Tischlerausbildung unter anderem auch die Berufe Metalltechnik, Bautechnik, Raumgestaltung und Farbtechnik, sowie Uhrmacher angeboten.

Noch mehr Nachrichten aus Pirna, Freital, Dippoldiswalde und Sebnitz.

Mehr zum Thema Freital