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Zwei neue Fünf-Sterne-Hotels

Die Wohnungsgesellschaft eröffnete sie auf der Bienenwiese des Areals der ehemaligen Semmelweisstraße 11-17.

Schirm-Herr: Wohnungsgesellschafts-Geschäftsführer Steffen Markgraf, Petra Scholz (Sprecherin der WH) und Wolfram Berthold vom „Investor“, der Firma Melde & Berthold GmbH, eröffneten gestern die zwei Hotels. Nun können Gäste einchecken.
Schirm-Herr: Wohnungsgesellschafts-Geschäftsführer Steffen Markgraf, Petra Scholz (Sprecherin der WH) und Wolfram Berthold vom „Investor“, der Firma Melde & Berthold GmbH, eröffneten gestern die zwei Hotels. Nun können Gäste einchecken. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Ein Fünf-Sterne-Hotel muss einiges bieten: Vollkomfort in Sachen Platz, Schlafen und raffinierter Gastronomie. In schöner Landschaft gelegen. Ausreichend Möglichkeiten für die Gäste, sich aktiv zu betätigen. Zugleich erholsame Ruhe. Günstige Verkehrsanbindungen. Viele unsichtbare und offenkundige „dienstbare Geister“, die alles tun, um den Eingecheckt-Habenden jeden Wunsch von den Augen abzulesen; nicht zuletzt nette Nachbarn.

Seit gestern gibt es in Hoyerswerda nicht nur ein, sondern gleich zwei solcher Fünf-Sterne-Hotels: die Häuser „Bienenwerda“ 1 und 2. Als Investor betätigte sich die Melde & Berthold GmbH. Bau-Ausführende waren die Lausitzer Werkstätten. Gefertigt wurden die Hotels nach höchsten ökologischen Standards fast komplett aus Naturmaterial: Holz, Schilf, Bambus, Kiefernzapfen und Ziegeln. Die Energieversorgung obliegt zu 100 Prozent Sonnen- und Windkraft. Der Wasserverbrauch wird ausschließlich über Himmels-Nass sichergestellt. Abfälle sollen sofort wieder in den Naturkreislauf eingehen.

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Anreise auf eigenen Flügeln

Der einzige Makel (wenn es denn einer ist): Diese Hotels, betrieben von der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda (WH), sind nicht für Sommerfrischler da, die zu Fuß Einzug halten, sondern für solche, die auf eigenen Flügeln anreisen: Insekten.

Die beiden gastlichen Häuser befinden sich auf einer ehemaligen Abrissfläche in Hoyerswerda, auf der bis 2015 das Haus Semmelweisstraße 11-17 stand und wo nun statt Rasen pur eine rund 2.000 Quadratmeter große Bienenwiese grünt. Sie wird im Jahr nur drei Mal gemäht, um ihrer Funktion als Büfett für die Hotelgäste gerecht werden zu können.

Die Natur begünstigte das Vorhaben: Bei einer ersten Sichtung der Pflanzenbestände im Frühjahr zeigte sich, dass sich bereits eine Vielzahl an Wildstauden von selbst etabliert hatte: Wiesen-Salbei, Kamille, Schafgarbe, Wiesenklee, Gewöhnlicher Natterkopf, Flockenblume, Gewöhnlicher Hornklee, Island-Mohn, Wiesen-Knöterich... Zwecks Ergänzung wurde von der Firma Prell unter fachlicher Beratung seitens der Hoyerswerdaer Gartenatelier-Inhaberin Ulrike Kühne auf mehreren Teilflächen die Oberfläche bearbeitet und mit etwa drei Zentimeter neuem Oberboden versehen, um Anfang Juni die neue Saat einzubringen. Zudem wurden neue Bienennährstauden (Grasnelke, Sandnelke, Heidenelke, Leinkraut, Wiesen-Salbei, Teppichfettblatt, Arzneithymian und Ehrenpreis) gepflanzt, die das Vorhandene ergänzen, „Pflanzenpartnerschaften“ ermöglichen und die Anwuchswahrscheinlichkeit steigen lassen sollten.

Was jetzt noch fehlte: die „Unterkünfte“. Nicht nur für (wilde) Bienen, sondern auch für Artverwandte. Gestern wurden sie eingeweiht – und Petrus demonstrierte mit einem kräftigen Regenguss, dass und wie die eingangs geschilderte Wasserversorgung tatsächlich funktioniert.

Das Areal soll noch aufgewertet werden. Ab Mitte Oktober werden eine Kupferbirne, eine Kornelkirsche und zwei Solitärgehölze gepflanzt. Eventuell soll eine Bank aufgestellt werden, auf dass auch Nicht-Hotel-Bewohner etwas vom Bienenwerda-Resort haben – die vorab erwähnten netten Nachbarn: Vor dem Anlegen der Bienenwiese hatte die WH rund 100 Schreiben an Anwohner geschickt und ihre Meinung erfragt. Laut WH-Geschäftsführer Steffen Markgraf sprach sich nur ein Befragter dagegen aus, alle anderen waren begeistert.

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