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Zwei Schulen für ein Gebäude

An der Saalhausener Straße soll eine Grundschule in ein marodes Gebäude ziehen. Bedenken gibt es von vielen Seiten.

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Von Juliane Richter

Weil die Schülerzahlen steigen, wird es im kommenden Jahr vor allem in den Grundschulen eng. In den Schulbezirken Cotta I und II soll deshalb die Neugründung der 38. Grundschule zum 1.August für Entlastung sorgen.

Laut dem Leiter des Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen, kommt in diesem Bezirk lediglich das ehemalige Gebäude der 38. Mittelschule auf der Saalhausener Straße infrage. „Andere Varianten sind an den Grundstücken oder am Baurecht gescheitert“, sagt Schmidtgen. Das Problem: Das historische Gebäude wird seit eineinhalb Jahren vom Berufsschulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung als Interim genutzt. Der Schulnetzplan sieht vor, dass das BSZ für die Grundschüler weichen muss. Wohin, ist noch ungewiss.

Herwig Bittner, Schulleiter des BSZ, hat bei der vergangenen Sitzung des Ortsbeirates appelliert: „Man kann doch nicht diejenigen, die drin sind, rauswerfen und die Schule an die Nächsten verkaufen.“ Auch andere Anwesende kritisierten den Plan. Die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange, die sich als Bewohnerin zu Wort meldete, wies darauf hin, dass die Schule stark sanierungsbedürftig sei. „Der Keller ist mit Radon belastet. Hier muss etwas passieren. Welche Baumaßnahmen sollen getroffen werden?“ Falk Schmidtgen vom Schulverwaltungsamt gab an, dass nur abgegrenzte Teile des Kellers betroffen seien. „Wir erhöhen den Budgetrahmen für die Sanierung auf eine Million Euro. Zudem gibt es noch Mittel aus dem Aktionsprogramm Brandschutz“, so Schmidtgen. Von den Mitteln müsste zum Beispiel auch der Umbau zu kindgerechten Sanitäranlagen erfolgen.

Die Ausbildung leidet

Die Berufsschüler, die derzeit im Gebäude auf der Saalhausener Straße in Gärtnerei und Floristik unterrichtet werden, kritisieren den Schulnetzplan ebenfalls heftig. „Hier am Standort wurde viel Geld in die Hand genommen, um ein Gewächshaus zu bauen oder Neupflanzungen vorzunehmen. Das ist doch damit alles hinfällig“, sagt der stellvertretende Schülersprecher Jérôme Günther. Für ihn steht fest, dass unter einem erneuten Umzug die Ausbildung leidet. „Wir wollen, dass für das BSZ eine dauerhafte Lösung gefunden wird“, sagt der 22-Jährige. Dieser Grundidee sind auch die Cottaer Ortsbeiräte gefolgt. Nach heftigen Diskussionen haben sie dem Antrag der zu gründenden Grundschule am Standort Saalhausener Straße zugestimmt. Allerdings nur unter mehreren Bedingungen. So fordern die Beiräte, dass BSZ und Grundschule parallel im Gebäude unterrichtet werden, bis für das BSZ eine dann dauerhafte Lösung gefunden wurde.

Außerdem fordert der Ortsbeirat, dass der Schulweg sicherer gestaltet wird. Mehrere Beiräte hatten Bedenken geäußert, weil die Saalhausener Straße stark befahren und deshalb gefährlich ist. Inwieweit diese Forderungen beim Stadtrat jedoch Gehör finden, ist ungewiss. Das letzte Wort bleibt den Stadträten vorbehalten.