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Zwei Wochen lang kein Zug

Bei Langebrück ist die Bahnstrecke Dresden – Bautzen im März nicht befahrbar. Grund ist eine alte Brücke.

© Willem Darrelmann

Von Thomas Drendel

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Die Strecke Dresden – Radeberg – Bautzen – Görlitz ist die wichtigste Bahnverbindung in Ostsachsen. Über sie rollen neben Regionalbahnen und Regionalexpresszügen teils auch internationale Züge ins tschechische Liberec. Alle haben eins gemeinsam: Sie müssen den Viadukt in Langebrück passieren. Das Bauwerk stammt aus den Anfängen der Bahn. Seit Langem ist bekannt, es muss erneuert werden. Für Fahrgäste und Langebrücker kommt es zu erheblichen Einschränkungen. Die SZ nennt die Fakten.

Schienenersatzverkehr in beide Fahrtrichtungen

Das wird ein logistischer Kraftakt: Dreizehn Tage lang kann kein Zug mehr die Brücke passieren. Zwischen Radeberg und Klotzsche verkehren statt dessen Busse. Die Deutsche Bahn hat jetzt erstmals das genaue Datum genannt. Danach ist die Bahnstrecke in beiden Richtungen vom 25. März bis 7. April nicht befahrbar. Betroffen ist also auch das Osterwochenende. Wieweit sich daraus Verschiebungen im Fahrplan ergeben, teilte die Bahn noch nicht mit. Darüber will das Unternehmen Anfang März berichten. Grund für die Unterbrechung ist der Bau einer Behelfsbrücke. Über sie rollen die Züge während der eigentlichen Brückenerneuerung. Erst wenn das Hilfsbauwerk fertig ist, kann die alte Brücke abgerissen und die neue errichtet werden. Auch beim Abbau des Behelfsbauwerks im Herbst soll es wieder zu Unterbrechungen des Zugverkehrs kommen. Zu leichten Einschränkungen kommt es bereits in der ersten Ferienwoche, und zwar vom 9. bis 12. Februar, sagt Erika Poschke-Frost von der Deutschen Bahn. An diesen Tagen werden zeitweilig einzelne Gleise gesperrt und die Züge über das Gegengleis geleitet. Ersatzverkehr ist noch nicht notwendig.

Fußgänger und Autofahrer müssen schon jetzt Umwege in Kauf nehmen

Momentan haben vor allem die Einwohner von Langebrück das Nachsehen. Wegen vorbereitender Arbeiten hat die Bahn die Unterführung gesperrt. Für Autofahrer heißt das, sie können nicht mehr die Weißiger Straße nutzen. Sie müssen auf die Dresdner Straße ausweichen. Größeren Lkws, die unter der dortigen Bahnbrücke nicht hindurchpassen, bleibt nur der lange Umweg über die Lessingstraße. Für ortsunkundige Fahrer dürfte das ein Problem werden. Auch für Fußgänger heißt es mehr Zeit einplanen. Einen Durchgang wie ursprünglich angekündigt, wird es nicht geben. Die Platzverhältnisse und der Bauablauf lassen das nicht zu. „Die Stadtverwaltung Dresden schätzt die Gefahr so ein und hat eine entsprechende Genehmigung erteilt. Das müssen wir jetzt leider so hinnehmen“, sagt der Langebrücker Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU). Fußgängern bleibt das ganze Jahr über nur der weite Weg zur Dresdner Straße. Der Langebrücker Ortschaftsrat Bert Kaulfuß (Grüne) wies darauf hin, dass auch die Ausschilderung vom Bahnhof zum Langebrücker Waldbad geändert werden muss. Der jetzige Weg führt durch den Viadukt.

Denkmalschützer gegen Neubau der Brücke

Grund für die aufwendigen Bauarbeiten ist ein Vorfall aus dem Winter 2010/11. Damals hatten sich Steine aus dem Brückengewölbe gelöst und waren auf die Straße gefallen. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt. Unmittelbar danach lies die Deutsche Bahn eine Betonhülle in der Unterführung anbringen. Seit Februar 2011 gibt es auch für die Züge Einschränkungen. Sie dürfen nur noch mit Tempo 50 über das Bauwerk rollen.

Nach dem Vorfall gab es eine hitzige Diskussion um die Brücke. Günstiger Neubau oder aufwendige Sanierung lautete die Frage. Denkmalschützer waren strikt gegen einen Abriss des historisch bedeutenden Bauwerks. Auch die Stadt Dresden schloss sich dieser Ansicht an. Doch das Eisenbahnbundesamt traf letztendlich die Entscheidung, einen Neubau zu errichten. Zwischenzeitlich hatte Langebrück gefordert, den Viadukt zu verbreitern, um einen separaten Fußweg anzulegen. Die Mehrkosten wollte die Stadt allerdings nicht tragen. Deshalb bleibt es jetzt bei der bisherigen Breite. Nach den Plänen der Bahn wird das neue Bauwerk in Betonbauweise errichtet und außen mit Natursteinen verblendet. An der Tunnelinnenseite bleibt der Beton sichtbar. Nach Angaben der Bahn kostet der Neubau des Langebrücker Viadukts insgesamt rund 2,5 Millionen Euro.

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