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Zweieinhalb Kilometer Schutzwall

Bis 2017 entsteht an der Elbe in Heidenau eine Mauer. Sie ist das größte, aber nicht einzige Flutschutzvorhaben.

Von Heike Sabel

Erst sollte es voriges Jahr losgehen, dann jetzt im Sommer, nun ist von Oktober die Rede. Als Erstes werden Bäume gefällt. Richtig beginnen die Arbeiten für die Hochwasserschutzmauer in Heidenau erst Anfang nächsten Jahres.

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Drei Jahre wird es dauern, bis die rund 2,5 Kilometer lange Mauer zwischen Ortsgrenze zu Pirna und Naumannstraße fertig ist. Heidenau ist dann der erste Ort im oberen Elbtal, der mehr als einen punktuellen Elbe-Flutschutz bekommt. Die Mauer soll die Stadt vor einem 100-jährigen Hochwasser schützen, also einem wie 2002, das statistisch alle hundert Jahre auftritt. Bisher reicht der Schutz nur für ein etwa alle 20 Jahre auftretendes Wasser.

Damm ist Notsicherung

Kernstück der über 13 Millionen Euro teuren Hochwasserschutzvorrichtung ist eine Spundwand. Sie wird zwischen 20 Zentimeter und 1,50 Meter hoch und bis zu 14 Meter tief in der Erde verankert sein. Die höchste Wand wird sich entlang der Dresden Papier GmbH und der Papiertechnischen Stiftung befinden. An zwei Stellen gibt es Durchgänge. Derzeit sind keine Veränderungen zu den bisher vorgestellten Plänen vorgesehen. „Das kann sich aber im Laufe der Bauarbeiten noch ändern“, sagt Katrin Schöne, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung LTV. Die Bauarbeiten sollen im Bereich Pirnaer Straße bis Villa Else beginnen. Weitere Abschnitte sind Villa Else bis Papierfabrik sowie Papierfabrik/Hafenstraße bis Naumannstraße.

Dass das Wasser öfter kommt als gedacht und statistisch berechnet, hat Heidenau vor einem Jahr erfahren. Manche sagten damals, wenn die Mauer schon gestanden hätte, wären die Schäden geringer ausgefallen. Geplant wird die Mauer schon seit 2006. Die Hoffnung, dass sie schnell gebaut werden könne, gab es zwar. Doch die Landestalsperrenverwaltung hat von Anfang an auf die Langwierigkeit der Planungen und Genehmigungen hingewiesen. Nicht zuletzt müssen die 13 Millionen Euro erst einmal finanziert werden.

Immer wieder wird in Heidenau über den Nutzen des Dammes an der Hafenstraße gesprochen. Er wurde auch vor einem Jahr als Sofortmaßnahme zum Schutz der Malzfabrik erhöht. Als sich am zweiten Tag des Hochwassers das Gerücht von seinem Bruch verbreitete, war die Angst groß. Aus Sicht der LTV stellt der Damm aber nur eine Notsicherung dar. „Diese Anlage liegt jedoch nicht in unserer Zuständigkeit“, sagt die Behörde.

Zwei Flüsse, viele Maßnahmen

Eine Angst aber bleibt. Das ist die der Menschen auf der anderen Seite der Elbe. Wenn Pirna die Altstadt schützt, fragen sich die Copitzer, was mit ihnen wird. Und so ist es auch in Heidenau. Kann das Wasser nicht über die Pirnaer und die Naumannstraße, sucht es sich andere Wege.

Nach Pratzschwitz? Nein, die andere Elbseite werde durch den Ausbau des Schutzes auf der Heidenauer Seite nicht zusätzlich gefährdet, versprach Eckehard Bielitz, der Leiter des Betriebes Oberes Elbtal der Landestalsperrenverwaltung, bei der Vorstellung des Projektes vor zwei Jahren in Heidenau.

Weil durch Heidenau zwei Flüsse fließen, braucht die Stadt zweifachen Schutz. Die Wand an der Elbe hält deren Wasser fern, an der Müglitz wurden oberhalb im Osterzgebirge Mauern verlängert und Rückhaltebecken gebaut. Die Stadt Heidenau kämpft jetzt um das Pumpwerk Nord. Das ist für die Heidenauer genau so wichtig wie die Schutzmauer an der Elbe. So wie sie Süd schützt, braucht Nord das Pumpwerk. Vor dem nächsten Hochwasser.