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Zweijährige Zwangsdurchfahrt beendet

Ab Sonntag kann an den zwei Haltepunkten wieder ein- und ausgestiegen werden. Bauarbeiten legten die Bahnhöfe still.

© Marko Förster

Von Heike Sabel

Zwei Jahre rauschten die Züge an den Haltepunkten Köttewitz und Burkhardswalde durch. Kein Ein- oder Aussteigen war möglich. Mit dem Fahrplanwechsel am kommenden Wochenende hat das ein Ende. Die beiden Haltepunkte werden wieder angefahren.

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Werktags fahren jeweils 17 Züge in beide Richtungen, am Wochenende sind es jeweils acht, teilt der Verkehrsverbund Oberelbe auf Nachfrage mit. Da es sich um sogenannte Bedarfshalte handelt, hält der Zug aber nur, wenn jemand einsteigen bzw. aussteigen möchte. Das war jedoch auch schon vor den Zwangsdurchfahrten so.

Der Grund für die zweijährige Unterbrechung waren Bauarbeiten. Als das im Sommer 2011 angekündigt wurde, versprach der Verkehrsverbund gleichzeitig, dass nach dem Ende der Arbeiten die Züge wieder fahren.

Einige, darunter der Müglitztaler Bürgermeister Jörg Glöckner (CDU), glaubten nicht daran. „Nennen Sie mir ein Beispiel, wo etwas geschlossenes wieder in Betrieb genommen wurde“, sagte Glöckner damals und schimpfte über eine weitere Ausdünnung des ohnehin schon schlechten öffentlichen Verkehrsnetzes für die Landbevölkerung. Obwohl er bis zum Schluss nicht an die Wiederinbetriebnahme glaubte, wird er nun eines Besseren belehrt.

Für die zweijährige Pause gab es im Wesentlichen zwei Gründe. Der erste ist der Ausbau des S-Bahn-Netzes. Der Ausbau der Strecke zwischen Coswig und Radebeul hatte Verschiebungen im Fahrplan zur Folge, die sich bis Heidenau auswirken. Für die Verkehrsplaner stand im Mittelpunkt, dass die Fahrgäste der Müglitztalbahn in Heidenau den Anschluss an die S-Bahn schaffen. Das war nur durch eine geringere Fahrzeit zwischen Glashütte und Heidenau zu erreichen, der schließlich die Haltepunkte in Köttewitz und Burkhardswalde zum Opfer fielen. Den Fahrplan komplett zu ändern, war zu aufwendig bzw. technisch nicht machbar. Auch schneller konnten die Züge nicht fahren.

Für bzw. gegen Burkhardswalde und Köttewitz sprachen in diesem Fall auch die geringen Passagierzahlen. An beiden Haltepunkten stiegen vor reichlich zwei Jahren bei einer Zählung täglich nur zehn Fahrgäste ein und aus. Die haben sich in den vergangenen zwei Jahren wohl oder übel anders gekümmert. Das könnte den wiederbelebten Haltepunkten nun jedoch auf die Füße fallen, befürchten einige. Denn wenn künftig in Burkhardswalde und Köttewitz gar keiner mehr ein- oder aussteigt, wäre das doch ein willkommener Grund, die beiden Stationen endgültig sterben zu lassen.

Der Verkehrsverbund und die Städtebahn haben derzeit keine solchen Pläne. Im Gegenteil, mit dem am Sonntag in Kraft tretenden Fahrplan sind einige Erweiterungen verbunden.

www.ovps.de; www.vvo-online.de