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Zweite Auszahlung für Infinus-Anleger

Gläubiger haben mittlerweile ein Zehntel ihres Investments zurückbekommen. Das Verfahren dauert aber noch Jahre.

Der Insolvenzverwalter der Infinus-Firma Fubus, Bruno Kübler, hat inzwischen rund 230 Millionen Euro für die Insolvenzmasse erlöst.
Der Insolvenzverwalter der Infinus-Firma Fubus, Bruno Kübler, hat inzwischen rund 230 Millionen Euro für die Insolvenzmasse erlöst. © Archiv: kairospress

Dresden. Tausende Gläubiger des insolventen Dresdner Finanzunternehmens Fubus KG auf Aktien aus der Ende 2013 kollabierten Infinus-Firmengruppe haben eine zweite Abschlagszahlung erhalten. Das teile Verwalter Bruno M. Kübler am Dienstagabend auf Anfrage von Sächsische.de in Dresden mit.

Das Geld sei bereits im Juni dieses Jahres geflossen, hieß es. Die Gläubiger hätten damit bisher eine Insolvenzquote von etwas über 10 Prozent erhalten. Bis Ende Mai seien fast 230 Millionen Euro aus dem ehemaligen Vermögen der Fubus für die Insolvenzmasse erlöst worden.

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Insgesamt kalkuliert Kübler damit, dass die Anleger rund ein Fünftel ihrer ursprünglichen Investments zurückerhalten. Allerdings fordere die Insolvenzverwalterin einer anderen Infinus-Firma bereits seit 2016 einen dreistelligen Millionenbetrag von ihm. „Ich unternehme alles, diese Forderung abzuwehren.“ Zwei Klagen zu diesem Konflikt lägen nunmehr beim Oberlandesgericht Dresden (OLG). „Ein Ende dieser Rechtsstreite ist vorerst nicht abzusehen.“

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Kübler klagt allerdings auch selbst – und zwar gegen 1.600 Gläubigern, die statt Fubus-Orderschuldverschreibungen Genussrechte gezeichnet haben. Von ihnen verlangt er ausgeschüttete Gewinne zurück. Das seien „Scheingewinne“, da die Bilanzen nicht gestimmt hätten, argumentiert der Verwalter. Für die Jahre 2009 und 2010 sei das bereits gerichtlich und rechtskräftig festgestellt worden. Über die Bilanzen der Jahre 2011 und 2012 habe das Oberlandesgericht Dresden noch abschließend zu entscheiden. „Gegen 220 Zinsempfänger habe ich Ansprüche klageweise geltend gemacht“, teilte Kübler mit. Er rechne nicht mit einem Verfahrensabschluss in den kommenden fünf Jahren.

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