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Zweite Chance für Prohliser Gymnasium

Damit die Schule starten kann, müssen sich im März 40 Kinder anmelden. Deshalb wird nun in das Gebäude investiert.

© André Wirsig

Von Nora Domschke

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Neues Jahr, neues Glück – das hoffen zumindest die Schüler, die ab September das Gymnasium in Prohlis besuchen wollen. Elf Kinder hatten sich bereits im vergangenen Jahr für die Einrichtung in der Boxberger Straße entschieden. Doch aus dem Schultraum wurde nichts. Zu wenige Anmeldungen, argumentierte die Sächsische Bildungsagentur (SBA) damals. Die Prohliser waren verärgert, denn das Gymnasium Südwest am Leutewitzer Ring durfte im Schuljahr 2014/15 mit nur vier Anmeldungen mehr den Betrieb aufnehmen.

Die Gründe für die mangelnde Nachfrage waren schnell ausgemacht: Die Stadt informierte die Eltern zu spät über das neue Gymnasium, das Schulhaus ist in schlechtem Zustand, Prohlis hat als sozialer Brennpunkt ein schlechtes Image. Es wurde viel darüber diskutiert im Ortsbeirat, die Politiker forderten mehr Einsatz von der Verwaltung. In diesem Jahr soll nun alles besser werden: Schon am kommenden Dienstag findet deshalb ein erster Informationsabend für Eltern und Schüler statt. Allerdings nicht in der Schule, sondern im Prohliser Ortsamt. Ab 18 Uhr beantworten dann Mitarbeiter von SBA, Schulverwaltungsamt und der Regionalstelle Dresden alle Fragen rund um das neue Schulprojekt.

So können sich die Schüler für ein naturwissenschaftliches oder künstlerisches Profil entscheiden. Als zweite Fremdsprache werden Französisch und Spanisch angeboten. Ein großer Vorteil für die angehenden Gymnasiasten: Im kommenden Schuljahr sollen maximal vier fünfte Klassen an den Start gehen. Sie teilen sich das Gebäude in der Boxberger Straße bis zu den Winterferien 2016 mit den Schülern der 89. Grundschule, deren Stammhaus in der Sosaer Straße zurzeit saniert wird. Bei den Eltern stieß der Plan, die Niedersedlitzer Grundschule nach Prohlis auszulagern, im vergangenen Jahr auf heftige Kritik. Sie bemängelten vor allem den schlechten Bauzustand des zu DDR-Zeiten errichteten Schulhauses. Mittlerweile ist aus der Kritik sogar Begeisterung geworden – vor allem haben Schüler und Lehrer derzeit viel Platz. Den müssten sie ab Herbst allerdings mit den Schülern des Gymnasiums teilen.

Damit sich dieses Mal genug Eltern und Kinder für den Standort Prohlis entscheiden, investiert die Stadt nun in eine Frischekur von Klassenzimmern und Toiletten. Von Juli bis zum Schuljahresbeginn im September werden die Sanitäranlagen saniert und alle Wände gestrichen. 2017 fließen 23 Millionen Euro in den kompletten Ausbau des Hauses. Dabei werden Fenster, Fassade und Dach energetisch saniert. Parallel dazu beginnt im Sommer 2017 der Innenausbau des Gebäudeteils, der zurzeit von den Schülern der 89. Grundschule genutzt wird. Anschließend beziehen die Gymnasiasten den sanierten Trakt und der zweite Gebäudeteil wird umgebaut.

Außerdem soll eine neue Dreifeldsporthalle neben dem Schulhaus entstehen. Davon würden auch die Sportvereine im Dresdner Südosten profitieren. Weil viele der Prohliser Hallen – unter anderem an der 120. Grundschule – baufällig sind, ist die Situation im Breitensport besonders in diesem Stadtteil derzeit angespannt. Einen konkreten Bautermin für die neue Sporthalle nennt Falk Schmidtgen allerdings nicht. Alle anderen Fragen will der Leiter des Schulverwaltungsamtes am kommenden Dienstag indes beantworten. Schmidtgen hofft, dass sich am 3. und 5. März mindestens 40 Schüler für das Prohliser Gymnasium anmelden.

Am kommenden Dienstag informieren Schulverwaltungsamt, Sächsische Bildungsagentur und die Regionalstelle Dresden über die Profile und das Schulgebäude. Der Infoabend beginnt 18 Uhr im Bürgersaal des Prohliser Ortsamtes, Prohliser Allee 10.

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