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Weißwasser

Zweiter Bauabschnitt an Boxberger Grundschule

Gravierende Brandschutzmängel sollen behoben werden. Aber die Gemeinderäte klagen über "zu wenig Angebote“.

Die Grundschule Boxberg. Die Fassade ist erneuert. Jetzt sind Handwerker im Inneren zugange, um Brandschutzvorgaben umzusetzen.
Die Grundschule Boxberg. Die Fassade ist erneuert. Jetzt sind Handwerker im Inneren zugange, um Brandschutzvorgaben umzusetzen. © Constanze Knappe

Eine Baustelle ist das Schulgebäude in Boxberg mit Grund- und Freier Oberschule schon länger. Während der Bauarbeiten zur energetischen Sanierung der Fassade und dem Umbau des Obergeschosses zum Begegnungszentrum waren gravierende brandschutztechnische Mängel zutage getreten. So jedenfalls schätzte es ein Gutachter ein. Demnach sind die Rohrdurchbrüche im Gebäude aus Brandschutzgründen nicht mehr zulässig. Das hatte 2017/18 den Bauablauf in dem von der Oberschule genutzten Teil des Gebäudes erheblich verzögert und die Kosten explodieren lassen. Außerdem geriet die Gemeinde Boxberg in Zugzwang, auch noch im Gebäudeteil der Grundschule zu bauen. Das passiert nun in drei Jahresscheiben.

Im ersten Bauabschnitt wurden im vorigen Jahr die Sanitärräume auf allen Etagen entkernt, sämtliche Leitungen erneuert, neue Installationswände errichtet, neue Heizkörper und neue Sanitärtechnik eingebaut. Dieses Jahr sind Speiseraum und Küche an der Reihe. 2021 sollen Flure und Innentüren an die neuen Vorgaben angepasst werden. Zwischendurch werden nach und nach die Klassenzimmer renoviert. Alles in allem 1,3 Millionen Euro sind dafür veranschlagt und Fördermittel beantragt.
Für den nächsten Bauabschnitt zur brandschutztechnischen Ertüchtigung von Küche und Speiseraum hat der Gemeinderat Boxberg jetzt Aufträge in Höhe von fast 400.000 Euro vergeben. Auch da sind sämtliche alte Rohre zu entfernen und danach wieder ein nutzbarer Zustand herzustellen. Sechs Lose waren ausgeschrieben. Wie schon im Vorjahr soll hauptsächlich in den Ferien gebaut werden.

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Im Los 1 geht der Auftrag für Abbruch/Beton und Estrich an die Firma Bauhandwerk Grabein aus Weißwasser. Sie war mit 114.000 Euro der günstigere von zwei Anbietern und blieb zudem beinahe zehn Prozent unter den veranschlagten Kosten.
An der Ausschreibung um die Fliesenlegerarbeiten hatten sich fünf Firmen beteiligt. Den Zuschlag erhielt Fliesenlegermeister Dirk Hundro aus Nochten, der nicht nur das wirtschaftlichste Angebot vorlegte, sondern auch noch 2.000 Euro unter der Kostenberechnung blieb. Der Zuschlag für den Trockenbau wurde der Ausbaufirma von Kati Franke aus Uhyst erteilt. Auch sie blieb als günstigster von vier Bietern um die 2.000 Euro unter der Kostenberechnung des Planungsbüros. Bürgermeister Achim Junker (CDU) freute sich nicht nur über den finanziellen Aspekt. „Schön, dass die Aufträge im Ländle bleiben“, kommentierte er die Vergaben an die beiden in der Gemeinde Boxberg ansässigen Firmen.

Die Voraussetzungen für die weiteren Vergaben waren indes „nicht so komfortabel“, wie es die Bauamtsleiterin der Gemeinde bezeichnete. So lag das Gebot von 5.200 Euro der Malerfirma Garreis GmbH aus Weißwasser zehn Prozent über den veranschlagten Kosten. „Wir sind aber froh, dass wir überhaupt ein Angebot bekommen haben“, sagte Cortina Kokles. Mehrere Räte beklagten, dass ihnen der Vergleich fehle, wenn nur ein Angebot vorliegt. Dafür sei das Planungsbüro da, dass es die Auskömmlichkeit der Preise prüfe.

Die Elektroarbeiten wird die ERF Elektro-Elektronik GmbH Weißwasser ausführen. Für die Firma spricht, „dass sie das Objekt bestens kennt, weil sie schon den ersten Bauabschnitt begleitet hat“, hieß es aus dem Bauamt. Obwohl das Angebot mit 58.800 Euro um einiges über der Berechnung lag, empfahl das Planungsbüro dennoch die Vergabe. „Der Preisanstieg ist der Marktlage geschuldet“, vermutete Horst Jannack (Linke). Die Bauamtsleiterin bestätigte das. „Es gibt ja kaum Angebote, weil die meisten Firmen mit Aufträgen «zu» sind“, erklärte sie. Und: „Wir sind darauf angewiesen, denn es ist eines der wichtigsten Lose überhaupt.“ ERF sei die einzige Firma aus der Umgebung, die groß genug sei, den Auftrag zügig abzuarbeiten, gab der Nochtener Ortsvorsteher Mario Weier zu bedenken. Die meisten Elektrofirmen hätten maximal zwei Angestellte.
Auch für den Auftrag Heizung/Lüftung/Sanitär wurde nur ein Angebot und das für 163.000 Euro eingereicht. Es lag 7,5 Prozent über der Berechnung. Es gebe doch in dem Gewerk so einige Firmen in der Gemeinde, sagte Claudius Urban (WV Boxberg). Seiner Ansicht nach sei es „an der Zeit, anderweitig auszuschreiben“. Dem entgegnete Cortina Kokles, dass die Wahrscheinlichkeit der Beteiligung für kleine Firmen aus der Gemeinde sinkt, je weiter man ausschreibt. Auch würden die Ausschreibungen oft Geld kosten und man brauche Software dafür, die kleine Firmen oftmals gar nicht hätten. Zudem sei es ein großer Auftrags, der von kleinen Firmen im erforderlichen Zeitrahmen meist gar nicht bewältigt werden kann.

Aus den Reihen der Räte kam auch die Befürchtung, dass manche Firmen womöglich die Vergabeplattform gar nicht kennen. Aber: „Das ist die offizielle Plattform für Ausschreibungen der Kommunen. Die Firmen sind gehalten, sich selber zu informieren“, so Bürgermeister Achim Junker.

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