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Großenhain

Zweiter Zabeltitzer Bankräuber vor Gericht

Vor vier Jahren versuchten drei Männer, in der „Großen Emma“ unerlaubt an Geld zu kommen. Einer wurde 2018 verurteilt, nun steht ein Zweiter vor Gericht.

Wer verbirgt sich hinter der Vermummung: Pavel S., Oldrich Z. oder Lubos E.? Diese Frage stellte die Polizei schon im Vorjahr. Bei den Banküberfällen 2015 wurden Menschen mit einer Pistole bedroht.
Wer verbirgt sich hinter der Vermummung: Pavel S., Oldrich Z. oder Lubos E.? Diese Frage stellte die Polizei schon im Vorjahr. Bei den Banküberfällen 2015 wurden Menschen mit einer Pistole bedroht. © Polizei

Cottbus/Zabeltitz. Am Cottbuser Landgericht muss sich derzeit Lubos E., einer der Tatverdächtigen vom Überfall am 17. Juni 2015 in Zabeltitz, verantworten: wegen des Vorwurfs des schweren Raubes. 

Der Angeklagte soll sich auch an einem Bankraub in Kolkwitz bei Cottbus beteiligt haben. Dabei haben drei Täter mehr als 20.000 Euro und 700 Australische Dollar erbeutet. Der Überfall der Tschechen war an jenem Tag offenbar der zweite Versuch, illegal an Geld zu gelangen. Diese Vermutung untermauern Zeugen im aktuellen Prozess. 

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Geladen ist auch die Bankangestellte aus der „Großen Emma“ Zabeltitz. Sie sagte jetzt aus, „dass sie in ihrem Beratungszimmer saß. Auf einmal flog die Tür auf, und ein Herr mit Skimaske und Waffe rief, dass er Bargeld wolle“, zitiert die Lausitzer Rundschau (LR). Zwar habe sie erwidert, dass es in ihrem Büro kein Bargeld gäbe. Doch damit wollte sich der Angeklagte nach ihren Worten nicht zufriedengeben. 

„Er hat angefangen, die Schränke und meine Tasche zu durchwühlen.“ Dann habe sie nach einer Kollegin gerufen, woraufhin er hinausgerannt sei. Wie die Lausitzer Rundschau weiter berichtet, wäre Lubos E. von den anderen Zwei am Tag zuvor in einem Biergarten angesprochen worden. Sie könnten ihm einen Job bieten. Er sei zu diesem Zeitpunkt arbeitslos gewesen. 

Kurz nach Mitternacht seien sie losgefahren, in einem Audi A 8, von dem er nicht gewusst habe, dass er gestohlen sei. In seinem Geständnis heißt es: „Als ich zur Außentür der Sparkasse ging, wurde mir klar, in was für einem Schlamassel ich steckte.“ Er habe die Aufgabe erhalten, die Tür im Vorraum abzusichern. „Ich hielt die Tür für eine Minute, dann wurde mir schlecht, und ich ging zum Auto“, wird Lubos E. in der LR zitiert.

Eine Friseurin hatte den Angeklagten auf Lichtbildern der Polizei erkannt. Sie zählt zu den Zeugen, die im Verfahren am Cottbuser Landgericht aussagen. „Vor dem Geschäft in Zabeltitz stand ein großes dunkles Auto, das dann zum Ortsausgang fuhr und wieder zurückkehrte“, berichtet sie. 

„Ein Mann ging ins Büro der Sparkasse, der andere versuchte, die Tür festzuhalten.“ Sie habe sich zum Gebäude begeben, um zu fragen, „was das wird, wenn es fertig ist“. Daraufhin sei ihr einer der Männer mit gezogener Waffe entgegengekommen.

Die Täter ließen vier zu Tode erschreckte Frauen zurück. Eine von ihnen war damals schwanger. Die Bankräuber flohen mit dem Auto, als sie feststellten, dass sich in der Beratungsfiliale tatsächlich kein Geld befand. Das geht aus den Unterlagen der Polizei hervor. 

Demnach versuchten die Beamten, die Bande noch an einer Straßenkontrolle in Sachsen zu fassen. Doch da waren die Bankräuber bereits unterwegs ins brandenburgische Kolkwitz, wie die Ermittler vermuten. Der Prozess am Landgericht wird im Juni und Juli weiter fortgesetzt.

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Der gescheiterte Bankraub war bereits vor einem Jahr im oberpfälzischen Landgericht Weiden verhandelt worden. Dort musste sich Pavel S. – einer der Drei – für mehrere bewaffnete Raubüberfälle verantworten. Zweieinhalb Monate nach Zabeltitz und Kolkwitz schlugen sie ein weiteres Mal in der Sparkasse Tännesberg (Bayern) zu. 

Kriminalisten aus drei Bundesländern und Tschechien kamen dem Trio gemeinsam auf die Schliche. Pavel S. wurde in Weiden zu elf Jahren Haft verurteilt. Es hieß, die Pistole sei nicht scharf gewesen.

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