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Zweites Leben für Lahmanns Speisesaal

Die Statik für den Umbau musste nach dem Noteinsatz am Dach neu angepasst werden, deshalb verzögerte sich der Baubeginn. 

Die dicken Notsicherungsbalken stützen die Fassade des ehemaligen Speisesaales seit Februar ab. Demnächst wird das Dach wieder fest verankert.
Die dicken Notsicherungsbalken stützen die Fassade des ehemaligen Speisesaales seit Februar ab. Demnächst wird das Dach wieder fest verankert. © Sven Ellger

Zu den dicken Balken, die die Fassade des ehemaligen Lahmann-Speisesaals abstützen, sind nun Gerüste gekommen. Es geht los mit dem Umbau des denkmalgeschützten Hauses an der Bautzner Landstraße, in dem künftig gewohnt werden soll. Im Februar sorgte eine Verformung des Dachträgers für einen Noteinsatz des Technischen Hilfswerkes und mehrerer Handwerkerfirmen am Gebäude. Aus Sicherheitsgründen musste damals die B 6 zeitweise gesperrt werden.

Anfang Februar mussten Stützgerüste die Wand des einstigen Sanatorium-Speisesaals stabilisieren. 
Anfang Februar mussten Stützgerüste die Wand des einstigen Sanatorium-Speisesaals stabilisieren.  © Archivbild: Christian Juppe

Danach haben vor allem die Statiker zusätzliche Arbeit gehabt, damit das Dach mit der wertvollen Kassettendecke erhalten werden kann, sagt Jörg Zimmermann vom Architekturbüro IST-Architekten. Inzwischen ist der Arbeitsablauf den Gegebenheiten angepasst. „Wir arbeiten jetzt nicht wie normal von unten nach oben, sondern vom Dach nach unten“, sagt Zimmermann. Zunächst muss die vordere Fassage mithilfe von Hydraulikpressen zurückgezogen werden. Sie hatte sich 25 Zentimeter nach vorn geneigt. Erst dann kann das Dach, das jetzt von Gerüsttürmen gehalten wird, wieder aufgesetzt und befestigt werden.

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Drei Jahre, so rechnet Zimmermann, dauern die Umbauten am Speisesaal, in dem 14 Maisonettewohnungen über zwei Ebenen in der Größe von 45 bis 140 Quadratmeter entstehen sollen. Die Kassettendecke soll nach Fertigstellung für alle Mieter sichtbar sein.

„Wir müssen bei den Arbeiten mehrere Pausen einlegen“, sagt Zimmermann. Denn in den Gängen unterhalb des Gebäudes befinden sich Winterquartiere von Fledermäusen, die bis Ende September für die Tiere stabilisiert werden müssen. „Außerdem leben im Sommer einige Fledermäuse im Dachspitz, die auch nicht gestört werden dürfen.“

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Weil am benachbarten Wirtschaftsgebäude auch gebaut wird, ist auf dem engen Raum eine ausgeklügelte Logistik gefragt. Künftig wird sich die Einfahrt für die Baufahrzeuge unterhalb des Wirtschaftsgebäudes befinden und oberhalb nur die Ausfahrt. Neben dem Speisesaal wird später eine Tiefgarage gebaut, über der im Anschluss ein Gartendenkmal hergestellt. Dafür gelten strenge Denkmalschutz-Auflage. Alte Treppenanlagen seien bereits gesichert, sagt Zimmermann. Fertig soll das Ensemble im Sommer 2022 werden.

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