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Zwergkaninchen haben es den kleinen Besuchern angetan

Katzenhaus und Hundezwinger im TierheimGröbern sind belegt. Mit einem Fest wirbt derVerein um Spenden.

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Von Jürgen Birkhahn

Rocco ist ganz aufgeregt. So viele Leute sind noch nie an seinem Zwinger vorbeigekommen. Mit lautem Gebell begrüßt er die Gäste zum Tag der offenen Tür im Tierheim Gröbern. Und dabei könnte Rocco der viele Besuch ganz egal sein. Im Unterschied zu den anderen Tieren im Heim ist er nur vorübergehend hier. Er genießt einen kurzen Pensionsaufenthalt.

Die Pension ist eine Möglichkeit für das Tierheim, die Kasse etwas aufzufüllen. „Das geht aber nur, wenn wir Platz haben und keine herrenlosen Tiere untergebracht werden müssen. Die haben Vorrang“, sagt Sabine Kaden, die Tierheimchefin. Sie musste am Sonnabend mit den anderen Mitgliedern des Meißner Tierschutzvereins – er betreibt das Heim – viele Fragen der Besucher beantworten. Artgerechte Haltung der Tiere, Nahrung und Impfung waren immer wieder Mittelpunkt der Gespräche.

Spenden sind lebenswichtig

Manche Besucher hätten am liebsten gleich eine der etwa 60 Katzen, die zurzeit in Gröbern betreut werden, mit nach Hause genommen. Ernsthafte Interessenten mussten sich aber noch in Geduld üben. Während des Tierheimfestes konnte man sich zwar seinen Favoriten aussuchen und auch über ihn informieren, abgegeben werden die Tiere aber erst in dieser Woche. „Das geht nicht in ein paar Minuten“, sagt Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Koffmane. Auch er zeigte sich mit der Besucherzahl am Sonnabend zufrieden. „So viele Leute sind bisher noch nie zu uns gekommen“, sagte er.

Familie Günther beispielsweise wohnt nur einen Katzensprung vom Tierheim entfernt. Sohn Dominik hat bereits einen Tierheimbewohner in sein Herz geschlossen. Das braun-weiß gescheckte Zwergkaninchen. Da ist der 13-Jährige allerdings nicht der einzige. Die Zwergkaninchen hatten es fast allen Kindern angetan. Das Hasenpaar kam in das Tierheim, als Mutter Hase trächtig war. Jetzt sind die Kleinen schon sechs Wochen alt und damit vermittlungsfähig. Wenn die Hasenfamilie auch getrennt wird, bei Dominik wird das Häschen nicht allein sein. „Wir haben drei Katzen, zwei Hunde, Vögel, Schildkröten und zwei Vogelspinnen“, zählt er auf. Da ist auch noch Platz für ein Häschen.

Nachwuchs gab es auch bei den Katzen. Die fünf Neugeborenen sind mit der Katzenmutter auf der Quarantänestation. „Sie brauchen noch Ruhe“, sagt Koffmane. In den nächsten Wochen, so rechnen die Vereinsmitglieder, wird die Zahl der Maikätzchen steigen. Ein Grund mehr, zum Tierheimfest auf die mögliche Vermittlung und die Haltung von Katzen aufmerksam zu machen.

Aber auch in den Hundezwingern warten Vierbeiner auf ein neues Herrchen. Bär zum Beispiel. Aufgrund seines Fells und seines Körperbaus wird er so genannt. Den Aufenthalt im Tierheim hat er Hartz IV zu verdanken. „Sein Besitzer kann für ihn nicht mehr sorgen“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Dass man im Tierheim für die Tiere sorgen kann, ist letztendlich nur durch Spenden möglich. Und davon gab es am Sonnabend reichlich. Vor allem die Futterboxen wurden randvoll gefüllt. Klaus Große aus Coswig zum Beispiel hatte gleich einen ganzen Einkaufskorb voller Dosenfutter mitgebracht.