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Zwischen Meinitz und Neudörfchen wandern Kröten vor allem im Herbst

Eigentlich ist die Hochzeit der Krötenwanderung zu Frühjahrsbeginn. Dann ziehen die Amphibien zu ihren Laichplätzen. Im Gebiet zwischen Meinitz und Neudörfchen ist das etwas anders. Dort werden besonders im Herbst viele der Tiere überfahren, und zwar auf ihrem Weg zum Winterquartier.

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Von Heike Stumpf

Eigentlich ist die Hochzeit der Krötenwanderung zu Frühjahrsbeginn. Dann ziehen die Amphibien zu ihren Laichplätzen. Im Gebiet zwischen Meinitz und Neudörfchen ist das etwas anders. Dort werden besonders im Herbst viele der Tiere überfahren, und zwar auf ihrem Weg zum Winterquartier. Das weiß Jörg Seidel. Er ist Diplom-Ingenieur für Ökologie und Umweltschutz, zurzeit beim Umweltzentrum in Auterwitz angestellt und auf Amphibien-Rettungstour.

Kamm-Molch auf der Spur

Hintergrund: Eine Erfassung von Frosch und Co. führte Jörg Seidel schon zu Jahresbeginn ans Steinbruchgewässer „Questenberg“. In dem schon vor Jahren stillgelegten Steinbruch hat sich ein Weiher gebildet, in dem sich nach Seidels Erfassung schützenswerte Tiere heimisch fühlen: Grün- und Grasfrösche, Erdkröten und Teichmolche. „Wir vermuten, dass es hier auch Kamm-Molche gibt. Diese stehen auf der Roten Liste der stark gefährdeten Tiere“, erzählt der Ingenieur. Er ist inzwischen auch nochmals von Nachbarn darauf hingewiesen worden, dass es im Herbst auf der Straße Meinitz-Neudörfchen regelmäßig zu einem Froschsterben kommt. „Deshalb wollen wir diesmal auf insgesamt 140 Metern, zum Teil beidseitig der Straße, Schutzzäune aufbauen“, schildert er. Seidel zufolge soll das bis spätestens 1. November passiert sein. Dann würden wie schon oft in Paudritzsch Helfer benötigt, die die an den Zäunen wartenden Tiere einsammeln und sicher über die Straße bringen. Der Fachmann nimmt an, dass es die Amphibien nach dem Laichen in die Nähe des Schanzenbaches zieht. Nun sei es für die Tiere Zeit, in Quartiere zurückzukehren, in denen sie überwintern.

Wanderroute nachvollziehen

Um dieses Wanderverhalten zu be- oder auch zu widerlegen, dazu sollen der Zaun und die Sammelaktion beitragen. „Darüber hinaus wollen wir die Amphibien natürlich schützen und vorm Tod auf der Straße bewahren“, sagt Jörg Seidel.

Er kündigt für nächstes Jahr dann auch weitere pflegende Arbeiten an dem Steinbruchgewässer an, das dem Naturschutzbund (Nabu) gehört: Von dem Gelände ist eine Menge Schilf zu entfernen, das nahezu schon das gesamte Terrain erobert hat. Die bewachsenen Hänge sind freizuschneiden, damit wieder mehr Licht und Luft durchdringen können. Und auch das Ufer ist zu profilieren.

Zuhause von Natter und Co.

All diese Arbeiten geht das Umweltzentrum an, um neben den Amphibien auch noch andere Tiere zu schützen, die sich am „Questenberg“ angesiedelt haben. „Hier leben auch Ringelnattern und Zauneidechsen“, sagt Jörg Seidel.

Wer helfen will, Frösche und Kröten vor dem Tod auf der Straße zu bewahren und vom 1. November bis zum 1. Dezember ein Stück Schutzzaun zwischen Meinitz und Neudörfchen mit betreuen kann, der möge sich im Umweltzentrum Ökohof Auterwitz, melden und zwar:

-schriftlich unter Auterwitz Nr. 13, 04720 Zschaitz-Ottewitz oder

- per unter 034325/20200 oder

- per unter [email protected] oder oekologe [email protected] Ansprechpartner für die Krötenaktion ist Jörg Seidel.