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Pokern um Schürrle

Der Wechsel des Weltmeisters nach Wolfsburg hing erst nur an einer Unterschrift. Jetzt geht es wohl auch noch um viel Geld.

© dpa

Von Carsten Lappe und Michael Rossmann

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Es hätte so schön sein können: Erst die 4:1-Gala gegen die Bayern, dann sollte der Rekordtransfer von André Schürrle perfekt gemacht werden. An nur einem Wochenende hat der VfL Wolfsburg seinen Anspruch auf die Rolle als neuer Bayern-Rivale untermauert. „Wir sollten froh sein, dass ein Klub auf der Ebene fähig ist, den Bayern Paroli zu bieten“, sagte VfL-Coach Dieter Hecking gestern zum angestrebten 30-Millionen-Euro-Transfer von Weltmeister Schürrle. Um den pokerten die Wolfsburger gestern noch mit dem FC Chelsea.

„Wenn man sich den Kader der Bayern oder von Borussia Dortmund anschaut, dann muss man froh über jeden guten Spieler sein“, begründete Hecking die angedachte Rekord-Investition des VfL für einen Spieler. Mit welcher Macht die Volkswagen-Tochter in die von Borussia Dortmund aufgegebene Position als größter Bayern-Konkurrent drängt, verdeutlicht eine Aussage des überragenden Kevin De Bruyne nach der Galavorstellung zum Rückrundenauftakt der Fußball-Bundesliga: „Ich glaube nicht, dass das der letzte Spieler ist, den Wolfsburg holt.“

Allerdings will der VfL auch nicht mehr als die kolportierten 30 Millionen Euro bezahlen. Bis Sonntagabend gab es noch keine Einigung mit Chelsea. „Es liegt am Geld. Die Welt scheint zu glauben, dass der VfL mit Volkswagen alles machen kann, das können wir aber nicht“, stellte Sportchef Klaus Allofs klar. Eine Einigung mit Schürrle selbst gibt es dagegen längst. Am Sonnabend stand der Offensivspieler schon nicht mehr im Kader Chelseas beim 1:1 gegen ManCity. Die Londoner haben als Ersatz den Kolumbianer Juan Cuadrado aus Florenz an der Angel.

„Die Zeit läuft ab. Daher muss man sagen, die Möglichkeiten sinken von Stunde zu Stunde“, meinte Allofs zum Feilschen. Dies wurde allerdings nur als ein weiterer Aspekt im Millionenpoker gedeutet. Denn die Klubs haben auch noch heute Zeit, sich endgültig über den Wechsel zu einigen.

Aber nicht nur Wolfsburg hofft auf einen guten Ausgang. Auch der FSV Mainz 05 setzt auf einen gelungenen Schürrle-Transfer. Der Bundesligist würde mitverdienen. Wie Manager Christian Heidel bestätigte, kann der Verein mit rund 750 000 Euro rechnen, sollte die Ablösesumme für den Nationalspieler bei 30 Millionen Euro liegen. Schürrle hatte von 2006 bis 2011 in Mainz gespielt und war dort zum Profi geworden. Nach den Statuten des Weltfußballverbandes FIFA steht dem FSV eine sogenannte Solidaritätszahlung zu.

Insgesamt haben die Mainzer nach Berechnungen von Bild für Schürrle nach dessen Wechsel 2011 zu Leverkusen mit dem Transfererlös und vertraglich vereinbarten Nachzahlungen sowie der möglichen Zahlung vom FC Chelsea rund 15 Millionen Euro an dem Offensivspieler verdient. (dpa)

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