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Feuilleton

Polanski will sich in Academy einklagen

Wegen Sex mit einer Minderjährigen wurde der Regisseur aus dem Oscar-Gremium geworfen. Aus seiner Sicht kam das zu plötzlich.

Der polnische Filmregisseur Roman Polanski auf einer Pressekonferenz im Jahr 2015. © Stanislaw Rozpedzik/PAP/dpa

Los Angeles. Der wegen Sex mit einer Minderjährigen aus der Oscar-Academy ausgeschlossene Regisseur Roman Polanski klagt gegen seinen Rauswurf aus dem Gremium. Der heute 85-Jährige, der für seinen Film "Der Pianist" einst selbst den Oscar gewann, hatte im Mai 2018 die für die Preisvergabe zuständige Filmakademie im Zuge der #Metoo-Debatte verlassen müssen. Nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe waren damals auch Entertainer Bill Cosby und Produzent Harvey Weinstein ausgeschlossen worden.

Aus den Gerichtsdokumenten seiner Klage geht nun laut US-Medien hervor, dass der Ausschluss aus Polanskis Sicht zu plötzlich und ohne Anhörung erfolgt war. "Jetzt gab es nicht einmal eine Erklärung, warum er ausgeschlossen wurde. Nach 40 Jahren, am selben Tag wie Cosby", beschwerte sich Anwalt Harland Braun bei der Branchenseite Variety. Die Organisation erklärte am Samstag, an ihrer Entscheidung festzuhalten. "Die Prozedur, die zum Ausschluss von Herrn Polanski führte, war fair und angemessen", zitiert die Seite die Academy.

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Polanski hatte 1977 zugegeben, die 13-jährige Samantha Geimer unter Drogen gesetzt und dann mit ihr geschlafen zu haben. Im Folgejahr saß er dafür 42 Tage im Gefängnis, was aus seiner Sicht die komplette Haftstrafe darstellte. Er entzog sich einer Fortsetzung des Verfahrens, lebt seit Jahrzehnten außerhalb der USA und versucht, einer Auslieferung zu entgehen. Sein damaliges Opfer will nicht mehr gegen den Regisseur vorgehen. (dpa)