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Weihnachtsmärkte: Absage in Tschechien, Gedränge in Polen

Trotz vieler Covid-Patienten gibt es in Polen Weihnachtsmärkte, in Böhmen fallen sie wohl aus.

Von Irmela Hennig & Petra Laurin & Klaus-Peter Längert
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Im polnischen Wroclaw hat der Weihnachtsmarkt dieses Jahr geöffnet. Das Gedränge ist groß; die Krankenhäuser sind durch Corona am Limit.
Im polnischen Wroclaw hat der Weihnachtsmarkt dieses Jahr geöffnet. Das Gedränge ist groß; die Krankenhäuser sind durch Corona am Limit. © Matthias Wehnert

Weihnachtsrummel in Böhmen – auch in diesem zweiten Corona-Jahr wird es das so nicht geben. Wegen sehr hoher Infektionszahlen wurden die Weihnachtsmärkte gerade abgesagt. Schon vor der offiziellen Entscheidung hatte das Team von Schloss Sychrov (Sichrow) entschieden, die beliebten Adventsmärkte mit 120 Verkaufsständen ausfallen zu lassen. Zu dicht hätten sich die Menschen gedrängt, während im Kreis (Liberec) die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei weit über Tausend liegt.

Die Stadt Liberec hatte vorsorglich den Termin fürs Weihnachtsbaum-Aufstellen nicht bekannt gegeben. Besucherandrang sollte vermieden werden, hieß es aus dem Rathaus. Ob der dortige Weihnachtsmarkt ausfällt, stand bei Redaktionsschluss aber noch nicht fest. Auch im letzten Jahr hatte er, trotz Verbot, stattgefunden – und zwar als eine Art Wochenmarkt, ohne Kulturprogramm. Je nach Entscheidung der Stadtverwaltung sollen 60 Holzbuden mit Weihnachtsware und regionalen Produkten ab 30. November am E.-Beneš-Platz und an der 5. května-Straße geöffnet sein. „Wir haben die vorgeschriebenen Abstände zwischen den Ständen sichergestellt. Der Markt läuft bis zum 23. Dezember“, hoffte im Vorfeld Michal Buzek, Direktor der Organisationsfirma Elset.

In Jablonec nad Nisou (Gablonz) leuchtet der Christbaum ebenfalls. Vorm Rathaus war vom 16. bis 18. Dezember ein Markt geplant – Zutritt sollte Geimpften und Genesenen vorbehalten sein. Nun fällt auch dieses Angebot wohl aus.

In Polen werde das Marktprogramm zwar reduziert, doch abhalten lassen sich die großen Städte vom Feiern dieses Jahr nicht, wie das polnische Fremdenverkehrsamt informiert. Dabei liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei fast 400. Nur reichlich 50 Prozent der Polen sind vollständig geimpft.

In Wroc³aw (Breslau) waren vergangene Woche alle Krankenhausbetten mit Beatmungsgerät belegt. Auch auf Normalstation gibt es laut Stadtverwaltung kaum noch freie Kapazitäten. Der Jarmark Bożonarodzeniowy, den die internationale Presse als einen der schönsten Weihnachtsmärkte Europas bezeichnet, läuft dennoch seit Mitte November. Dort macht an einigen Tagen ein Impfbus Station und bietet die Immunisierung gegen das Coronavirus an.

Auf die großen Märchen- und Weihnachtsparaden, die Mitmachaktionen und die zentrale Bühne werde aus Sicherheitsgründen 2021 verzichtet. Einkaufen und schauen können Gäste an über 200 dekorierten Ständen auf dem Marktplatz, zwei angrenzenden Straßen sowie auf dem Plac Solny (Salzmarkt). Neu sei in diesem Jahr die vergrößerte Zone für lokale und regionale Anbieter. Rund um den Breslauer Weihnachtsbaum gibt es Kunsthandwerk und Kulinarisches. Geöffnet ist täglich von 10 bis 21 Uhr. Nach einer Pause am 24. und 25. Dezember können die Stände noch bis zum Silvesterabend besucht werden. Bis zum 6. Dezember soll die Breslauer Weihnachtsbeleuchtung fertig sein.

Auch einige niederschlesische Kleinstädte halten am Budenzauber fest. Świdnica (Schweidnitz) lädt vom 16. bis 22. Dezember ein – Aussteller aus ganz Polen sind vertreten, Veranstaltungsort ist der Ring am Rathaus. Auf Schloss Kliczków (Klitschdorf) soll am 4. und 5. Dezember gefeiert werden. Regionales Kunsthandwerk und traditionelle Weihnachtslieder stehen im Mittelpunkt. Auf Schloss Lomnitz findet am zweiten, dritten und vierten Advent ein Markt statt. (mit klö)