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Bad Flinsbergs Turmträume werden Wirklichkeit

Ein Investor aus Tschechien will im polnischen Kurort einen Baumwipfelpfad errichten. Das kostet über neun Millionen Euro.

Polnische Onlinemedien zeigen derzeit gern Pläne für einen neuen Aussichtsturm in Świeradów-Zdrój. Der soll 2021 fertig sein.
Polnische Onlinemedien zeigen derzeit gern Pläne für einen neuen Aussichtsturm in Świeradów-Zdrój. Der soll 2021 fertig sein. © Ausriss

Lange hat Roland Marciniak gesucht, nun hat der Bürgermeister von Świeradów-Zdrój (Bad Flinsberg) ihn gefunden, den Investor für einen echten Gipfeltraum. 60 Meter hoch soll der werden – ein Aussichtsturm, den die einen englisch „Sky Walk“ („Himmelsweg“), die anderen Baumwipfelpfad nennen. Letzteres passt, weil das Gebilde aus Stahl am Ende eines drei Kilometer langen Wanderwegs stehen soll, wie das Internetportal „Lowecki“ berichtet.

Die Anlage ist am Fuß des 1.007 Meter hohen Berges Świeradowiec (Viktoriahöhe) geplant. Rund 40 Millionen Zloty, umgerechnet weit über neun Millionen Euro, wird ein tschechischer Investor ausgeben, um sie zu bauen. Das zumindest sagt Bürgermeister Marciniak. Er nennt das Vorhaben auch Wissensvermittlung in Sachen Natur. Pläne für das Großprojekt hegt er seit 2017; ein Jahr später sollten die Arbeiten beginnen. Doch die Suche nach einem Unternehmen mit genügend Kapital zog sich hin. Jetzt ist die tschechische Firma Snìšník aus Brünn im Boot. Hat eine Skywalk GmbH in Świeradów-Zdrój gegründet und schon Erfahrung mit einem solchen Projekt. Denn Snìšník hat 2015 einen ähnlichen Bau in Dolní Morawa am Fuß des Glatzer Schneegebirges errichtet. Der Turm nach dem Entwurf des Büros Fránek Architects wurde 2017 für den Mies-van-der-Rohe-Architekturpreis der Europäischen Union nominiert.

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Fertigstellung im Juni 2021

Laut Medienberichten hat der Auftragnehmer inzwischen die Baustelle eingerichtet. Im Juni 2021 soll der Turm fertig sein, wie Bürgermeister Roland Marciniak der Sächsischen Zeitung sagte. Er schätzt, dass damit 300.000 Besucher zusätzlich jährlich in den Kurort nahe der tschechischen Grenze kommen werden. Bislang zählt Świeradów-Zdrój rund 400.000 Übernachtungsgäste pro Jahr. Täglich halten sich im Schnitt 6.000 Gäste in der Kleinstadt mit 4.000 Einwohnern auf. Viele seien Tagestouristen, wie eine Marketingverantwortliche der SZ vor einiger Zeit sagte.

Nach Angaben des Bürgermeisters locke die Umgebung etwa 60.000 Radfahrer jährlich an; die Seilbahn auf den Stóg Izerski (Heufuder) befördere jedes Jahr rund 300.000 Passagiere. Viele kommen im Winter, sie nutzen die rund 2,5 Kilometer langen Skipisten. Zwei weitere Abfahrtsstrecken und ein Sessellift seien in Planung. „Das Skiresort Ski & Sun will außerdem Ferienapartments mit Blick auf die Gondelbahn bauen“, so Marciniak. Außerdem möchte der Kurort eine ehemalige Bahnstrecke als Urlauber-Zug wiederbeleben. Viele Pläne also.

Der Baumwipfelpfad soll im Wald beginnen und hinauf auf den Turm führen. Unterwegs können Spaziergänger die Natur in allen Formen erleben. Auch im Turm selbst sollen sich Bäume befinden. Mutige können für den Abstieg eine über 100 Meter lange Rutsche mit 29-prozentiger Neigung nutzen. Auch nachts soll der Aussichtspunkt begehbar sein; Konzerte könnten darauf stattfinden. Allerdings muss er dafür beleuchtet sein. Das bringe viel Lichtverschmutzung in den Bad Flinsberger Nachthimmel, mit dem der Kurort bislang wirbt. Kritiker mahnen deshalb, aber das tun sie leise und momentan eher ungehört.

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