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Politik

Polen: Regierungspartei weniger beliebt

Laut einer Umfrage hat die PiS deutlich an Zustimmung verloren. Die Befrageung wurde nach der Verschärfung des Abtreibungsrechtes durchgeführt.

In Polen wurde kürzlich das Abtreibungsrecht verschärft. Danach gab es Proteste.
In Polen wurde kürzlich das Abtreibungsrecht verschärft. Danach gab es Proteste. © Czarek Sokolowski/AP/dpa

Warschau. Nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichts zur Verschärfung des Abtreibungsrechts hat Polens nationalkonservative Regierungspartei PiS laut Umfragen stark an Zustimmung verloren. 

Derzeit kann die PiS gemeinsam mit zwei kleineren ihr angeschlossenen Grupperierung mit 28 Prozent der Stimmen rechnen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ibris im Auftrag der Zeitung „Rzeczpospolita“ ergab. Im September waren es noch knapp 39 Prozent. Auch eine Befragung von United Survey im Auftrag der Wirtschaftszeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ und des Senders RMF.FM kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach würden momentan 30,9 Prozent der Befragten ihre Stimme der PiS geben, im September lag der Wert bei 40,5 Prozent.

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Die jüngsten Meinungsumfragen zeigen aber auch, dass Polens etablierte Oppositionsparteien von der Proteststimmung kaum profitieren. Das größte Oppositionsbündnis Bürgerkoalition (KO) kommt laut der Ibris-Umfrage auf 25,3 Prozent, im September waren es 23,3 Prozent. Stimmengewinne dagegen verzeichnet die neu gegründete, christdemokratische Bewegung des früheren Präsidentschaftskandidaten Szymon Holownia. Lag sie im September laut beiden Umfragen bei Werten um neun Prozent, so kann sie den Umfragen zufolge derzeit auf knapp 15 Prozent zählen. (dpa)

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