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Ukraine-Flüchtlinge: "Niemand soll ohne Hilfe bleiben"

Das verspricht Hirschbergs Bürgermeister Jerzy Luzniak. Was die polnischen Nachbarn konkret für die Schutzsuchenden tun.

Von Klaus-Peter Längert
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Menschen aus der benachbarten Ukraine kommen am Bahnhof von Przemysl in Polen an.
Menschen aus der benachbarten Ukraine kommen am Bahnhof von Przemysl in Polen an. © Petr David Josek/AP/dpa

Wie vielerorts in Polen hat auch in der Nachbarregion Niederschlesien der Überfall Russlands auf die Ukraine eine Welle der Solidarität ausgelöst. "Niemand der vor dem Krieg geflohen ist soll ohne Hilfe bleiben", sagte Hirschbergs Bürgermeister Jerzy Luzniak. Intensiv bereite man sich auf die Aufnahme der Menschen vor. Aus der Partnerstadt Siewierodonieck werde eine Gruppe von 20 Frauen und Kindern erwartet, die hier untergebracht werden. Für die Unterbringung hätten sich auch Privatpersonen und Institutionen gemeldet, so die Staatliche Fachhochschule des Riesengebirges, die laut der Rektorin ein Studentenheim dafür zur Verfügung stellt.

Der Piaristen-Orden in Cieplice (Warmbrunn) sagte die Aufnahme von 20 Betroffenen zu. In Wroclaw sind mehrere tausend Plätze, so in Schulen und Sporthallen für die Unterbringung vorgesehen. Spontan habe es bereits in der Region zahlreiche Spendensammlungen gegeben. Gebraucht würden vor allem Schlafsäcke, Windeln, Iso-Matten, Kleidung für Kinder und Erwachsene, ebenso Sanitärartikel, Körperpflegemittel und Konserven. Laut Marschall Przybylski können Flüchtlinge in Absprache mit dem Bahnbetreiber vorerst bis zum 6. März die Züge der Niederschlesischen Regionalbahn mit einem Null-Ticket kostenlos nutzen. Zudem boten Psychologen und Rechtsanwälte den traumatisierten Menschen Hilfe über Netzwerke an. Auch auf der deutschen Seite ist die Hilfsbereitschaft indes groß.