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Turow-Pläne: Was wird aus Bad Oppelsdorf?

Der historische Kurort soll erhalten werden, auch wenn der Tagebau in Polen erweitert wird. Dafür macht sich nun Greenpeace stark.

Blick in das vom Braunkohletagebau betroffene Dorf Opolno Zdroj (Bad Oppelsdorf).
Blick in das vom Braunkohletagebau betroffene Dorf Opolno Zdroj (Bad Oppelsdorf). © Matthias Weber

Greenpeace Polska kämpft für den Erhalt des historischen Kurorts Opolno Zdroj (Bad Oppelsdorf). Grund ist die geplante Erweiterung der Grube Turow, bei der die EU-Kommission inzwischen Einwände Tschechiens wegen rechtlicher Verstöße und der Verlängerung des Bergbaurechts bestätigte. Wie Greenpeace-Vertreterin Anna Meres einem regionalen Onlineportal sagte, sollte dieser einmalige Ort unter Denkmalschutz gestellt werden. Deshalb sei man an das Kulturministerium und das Nationale Institut für kulturelles Erbe (NID) herangetreten, um Teile der historischen Bausubstanz des Ortes zu erhalten, so die Aktivistin.

Das bestätigte die Denkmalkonservatorin der Region Niederschlesien Barbara Nowak-Obelinda. Die Rede ist unter anderem von der mittlerweile verfallenen Pension Rudelsburg mit seiner interessanten architektonischen Form und von drei Umgebindehäusern. Insgesamt 13 Gebäude sollen in das Verzeichnis eingetragen werden. So lautet der Auftrag des Instituts, der bei der Behördenleiterin eingegangen ist. "Sie ständen somit unter Schutz und könnten nicht so ohne Weiteres im Zuge der Grubenerweiterung abgerissen werden".

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Seine Schönheit erlebte der Ort Anfang des 20. Jahrhunderts, als hier Gäste aus Sachsen, Schlesien und Tschechien nicht zuletzt wegen des hiesigen Heilwassers kurierten. Damit war es zu Zeiten Volkspolens vorbei. Vorrang hatte der Kohleabbau.

Greenpeace hat nun mit der Initiative ein weiteres Argument in die Hand genommen, um gegen die vom Energiekonzern PGE beabsichtigte Weiterführung der Kohleförderung bis 2044 zu protestieren. Stattdessen sollte bereits in zehn Jahren auf die Einstellung des Tagebaubetriebs hingearbeitet werden.

Wie der Greenpeace-Experte für Energiepolitik Leszek Pazderski sagte, bestünde dann die reale Chance, den Ort und seine architektonischen Denkmale zu erhalten und Geld für die Region einzuwerben. "Der Glaube im Trugbild weiterer 25 Jahre in Turow Kohle zu fördern und zu verbrennen, wäre ein Rezept der wirtschaftlichen Katastrophe für Bogatynia und den gesamten Kreis Zgorzelec", so Pazderski.

Ungewiss ist, ob es zu einem Kompromiss in Opolno Zdroj kommt. Greenpeace Polska hat jedenfalls Denkanstöße für eine Diskussion um den Erhalt des momentan knapp 1.000 Einwohner zählenden einstigen Kurorts in der Gemeinde Bogatynia gegeben.

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