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Von Ausguck-Bau bis Zebralicht

Nicht nur Corona hat 2020 das Leben in Böhmen und Niederschlesien bestimmt – die SZ blickt zurück und voraus.

© SZ-Archiv

Aussichtsreiches Projekt: In Bad Flinsberg entsteht ein Turm

Er wächst – seit dem Sommer entsteht im polnischen Swieradów-Zdrój (Bad Flinsberg) ein Turm samt Baumwipfelpfad. Nach jahrelanger Investorensuche ist es Bürgermeister Roland Marciniak gelungen, eine tschechische Firma für das Projekt mit einem Volumen von neun Millionen Euro zu gewinnen. Im Juni 2021 soll der Bau fertig sein.

Leuchtender Auftakt: Breslauer Zoo bringt Tiere zum Strahlen

Anfang des Jahres machte der Zoo im polnischen Wroclaw (Breslau) leuchtend schön auf das Artensterben aufmerksam. Auf dem Platz vor dem „Afrykarium“-Gebäude wurden Skulpturen afrikanischer Tiere wie Elefant, Zebra, Nashorn und Flamingos aufgestellt. Die größte war eine dreieinhalb Meter hohe Giraffe. Viele dieser Arten sind vom Aussterben bedroht, zum Beispiel durch Wilderei. Trotz der aktuellen Corona-Situation mit großen Einschränkungen in Polen, darf der Zoo nach eigenen Angaben derzeit öffnen. Im Winter kommen erfahrungsgemäß wenige Besucher. Im Sommer war das anders. Allein im Juli wurden rund 200.000 Gäste gezählt. Es gab lange Schlangen am Eingang, nicht alle wollten sich an die Maskenpflicht halten, wie Zoochef Radoslaw Ratajszczak polnischen Medien sagte.

Grenze dicht: Corona macht Reisen in die Nachbarländer fast unmöglich

Um die Ausbreitung des Coronavirus‘ einzudämmen, macht Polen am 15. März die Grenzen dicht. Am 26. März folgte Tschechien. Nur wenigen war die Ein- und Ausreise gestattet. Lkw stauten sich am Grenzübergang Ludwigsdorf. Viele, die aus Polen und Tschechien zum Arbeiten in die Oberlausitz kommen, mussten daheim bleiben, in Quarantäne – oder sich auf deutscher Seite eine Bleibe suchen. Sachsen unterstützte das teils finanziell. Nach Protest und Rückgang der Infektionszahlen wurden eilig gesetzte Zäune wieder entfernt. Momentan ist die Ein- und Ausreise nicht verboten. Ohne triftigen Grund sind ein negativer PCR-Test oder oft eine Quarantäne fällig.

Gerettete Kirche: Bethaus in Lomnitz ist nach fast zehn Jahren fertig

2008 stand das Bethaus von Rząśnik vor dem Abriss. Das Gebäude war nach einem Brand Anfang des 20. Jahrhunderts wieder aufgebaut worden. Es ist eine der letzten erhaltenen Fachwerkkirchen in Schlesien – von einst etwa 200. Die Schlossherren von Łomnica (Lomnitz) in Polen konnten es kaufen und abtragen. Seit 2011 bemühten sie sich um die Wiedererrichtung. Dann flossen Geld und Spenden von der deutschen Bundesregierung. Im Sommer wurde das Gebäude in Lomnitz eröffnet. Im Inneren können sich Besucher über tragbare Computer und auf einem Großbildschirm über die Geschichte der Bethäuser informieren. Das Projekt kostete rund eine Million Euro.

Resignierter Bürgermeister: Stadtchef von Bogatynia schmeißt hin

Nach nur etwa anderthalb Jahren im Amt hat Wojciech Blasiak Mitte August sein Amt als Bürgermeister der polnischen Stadt Bogatynia (Reichenau) aufgegeben. Grund war möglicherweise die Sorge seiner Familie um die Sicherheit des Unternehmers. Er sei bedroht worden, berichteten Einheimische. Denn er hatte in der von Korruption beherrschten Kommune mit dem Aufräumen begonnen. Sein Vorgänger und weitere Personen kamen in Haft; noch immer laufen Ermittlungen. Mit einer Wahl im November sollte ein neues Stadtoberhaupt bestimmt werden. Wegen Corona wurde die verschoben – neuer Termin ist der 24. Januar 2021.

Letzter Massenstart: Piastenlauf in Szklarska Poręba findet statt

Der 44. Piastenlauf im polnischen Szklarska Porêba (Schreiberhau) war eine der letzten Großveranstaltungen vor den Corona-Einschränkungen im Nachbarland vom 22. Februar bis 1. März. Über 4.500 Wintersportler aus knapp 30 Ländern nahmen teil. Auch an der kommenden 45. Ausgabe halten die Veranstalter fest. Der Langlaufwettbewerb soll vom 5. bis 7. März steigen; rund 3.500 Teilnehmer seien bereits gesetzt. Das Rahmenprogramm wurde zusammengestrichen. Bislang seien knapp 100 Anmeldungen aus Deutschland eingegangen, so von Sportlern aus Bautzen, Zittau, Görlitz, Hainewalde sowie Bertsdorf-Hörnitz. Die Registrierung unter www.bieg-piastow.pl gehe weiter.

Umstrittenes Kreuz: Ein Denkmal im Isergebirge erhitzt die Gemüter

1944 wurde auf dem Isergebirgsgipfel Hvězda bei Koøenov (Wurzelsdorf) in Tschechien ein Denkmal für gefallene Soldaten errichtet, das im Stil ans Eiserne Kreuz erinnert. Nach dem Krieg wurde es gestürzt. Ein Verein stellte es 2011 wohl illegal wieder auf. Doch erst jetzt kommt es deswegen zu Debatten – eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Begehbarer Kristall: In Jablonec hat das Schmuckmuseum einen Anbau

Umgerechnet rund 2,2 Millionen Euro kostete der moderne Anbau für das Glas- und Bijouteriemuseum im tschechischen Jablonec (Gablonz). Er besteht aus 243 Glasplatten und dient als Ausstellungsraum. Im November zerschlug ein Jugendlicher allerdings eine der Platten; er wurde aber erwischt. Seine Eltern müssen für den Schaden von bis zu 28.000 Euro aufkommen.

Grenzüberschreitender Bus: Eine neue Dreiländer-Verbindung kommt gut an

Am 1. August startete die erste Dreiländer-Busverbindung zwischen der Oberlausitz, Böhmen und Niederschlesien. Die Linie 691 fuhr seitdem an Wochenenden und Feiertagen vom tschechischen Hradek (Grottau), über Zittau und Bogatynia ins polnische Świeradów-Zdrój (Bad Flinsberg). Der Zuspruch war riesig, informierte der Oberlausitzer Verkehrsverbund Zvon kürzlich auf SZ-Nachfrage. Pro Wochenende seien zwischen 150 und 250 Fahrgäste unterwegs gewesen. Ende November war die Finanzierung der Strecke über die EU ausgelaufen. Aufgrund des Erfolges soll es aber weitergehen; einen Vertrag gebe es. Derzeit kann der Bus wegen der Corona-Beschränkungen nicht fahren. Wann es weitergeht, konnte eine Zvon-Mitarbeiterin aktuell nicht sagen.

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