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Bogatynia: Verfahren um mysteriösen Tod verlängert

Auch fünf Jahre nach dem Tod der polnischen Touristin in Ägypten ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Dabei gibt es umfangreiches Beweismaterial.

Von Klaus-Peter Längert
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Symbolbild © David-Wolfgang Ebener/dpa (Symbolbild)

Die Ermittlungen zur Todesursache der Polin Magdalena Zuk aus Bogatynia, die vor fünf Jahren unter mysteriösen Umständen in Ägypten verstorben ist, sind noch nicht abgeschlossen. Wie ein Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Jelenia Gora mitteilte, wurde das laufende Verfahren erneut bis zum 30. Juni weiter verlängert. Begründet wurde dieser Schritt mit einem noch ausstehenden Rechtshilfeersuchen Polens an die ägyptische Seite, in dem es um Teile eines toxikologischen Gutachtens geht, das trotz mehrfacher Mahnungen bislang nicht zugestellt wurde.

Die aus Bogatynia stammende Frau war am 25. April 2017 in den Kurort Marsa Alam geflogen. Ihr Bekannter, der wegen eines abgelaufenen Reisepasses in den Urlaub nicht mitfliegen konnte und mit ihr telefonisch Kontakt hielt, soll über ihre Äußerungen sehr verwundert gewesen sein. Aufgrund des sich verschlechternden Gesundheitszustands sei sie schließlich ins Krankenhaus gekommen, wo sie an den Verletzungen eines Sturzes aus großer Höhe verstarb. Die polnische Seite verfügt in diesem Fall über umfangreiches Beweismaterial. So habe an der ersten Obduktion in Ägypten ein polnischer Staatsanwalt und Rechtsmediziner teilgenommen. Das gleiche Prozedere sei nach der Rückführung der Toten in Polen noch einmal wiederholt worden.

Der Ermittlungsumfang umfasst inzwischen zahlreiche auf elektronischen Datenträgern gespeicherte Dokumente, ebenso Gutachten von Sachverständigen aus den Bereichen Gerichtsmedizin, von Toxikologen, Biologen und Informatikern. Detailliert untersucht worden sei auch das Gepäck und aus dem Mobiltelefon der Geschädigten konnten zahlreiche Daten ausgelesen werden. Als Zeugen - insgesamt etwa 200 Personen - seien Mitglieder der Familie, ehemalige Partner und Bekannte und ebenso Personen befragt worden, die mit ihr im Flugzeug reisten und sich auch später mit Magdalena Zuk in Ägypten aufhielten, so der Behördensprecher.

Ägyptische Staatsanwaltschaft ermittelt

Das Verfahren werde auch von der ägyptischen Staatsanwaltschaft betrieben. Die polnische Seite verfüge diesbezüglich über Dokumentationen und Beschreibungen der Handlungsabläufe, die von den dortigen Ermittlern am Ereignisort und im weiteren Verlauf des Verfahrens vorgenommen wurden. Dabei handle es sich um Vernehmungsprotokolle einer Reihe von Zeugen, darunter von Ärzten und medizinischem Personal des Krankenhauses, in das Magdalena Zuk eingewiesen worden war und wo sie mutmaßlich zu Tode kam.