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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Viele Sachsen fühlen sich durch Linksextreme bedroht +++ Stimmungswandel im politischen Kabarett +++ Virus soll besser erforscht werden +++

© Foto: kairospress/Gestaltung: Oberüber Karger

Guten Morgen, 

der Seufzer "immer wieder Sachsen" war gestern häufiger zu hören. Leider. Sogar noch ein wenig häufiger als sonst. Und auch weit über die sächsischen Täler hinaus. Das lag nicht nur an einer pöbelnden Männergruppe aus Cottbus, die nicht wusste, wie man sich in einer Kabarettaufführung im Beisein anderer Menschen benimmt. Hinzu kam auch ein sächsischer Polizist, der bei einer Motorradausfahrt in Augustusburg fröhlich aus dem Auto heraus ein Erinnerungsfoto von einem als Hitler verkleideten Mitfahrer im Biker-Beiwagen machte. Und offenbar wie die belustigten anderen Umstehenden nichts daran fand, sich über einen Kriegsverbrecher und Massenmörder zu amüsieren.

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Man werde mit dem Polizisten ein "kritisches Gespräch" führen, hieß es vonseiten seiner Vorgesetzten gestern. Und da wäre man schon gerne dabei. Mal ein bisschen lauschen, wie man "Hitler" da so erklärt.

Viel mehr bewegt mich am Tag danach aber die Frage, warum auch in diesem Fall offenbar niemand die Zivilcourage hatte, verbal irgendwie gegenzuhalten oder warum die Veranstalter nicht eingegriffen haben. Wer, bitte, führt da mal ein "kritisches Gespräch"?

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen im Überblick:

+++ Umfrage: Viele Sachsen fühlen sich durch Linksextreme bedroht +++

Rund 40 Prozent der Sachsen fühlen sich persönlich wegen der linksextremistischen Gewalttaten in der jüngsten Vergangenheit bedroht. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die saechsische.de exklusiv gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey gestartet hat. Die Detailauswertung der Umfrage zeigt, dass das Abstimmungsverhalten sehr abhängig von jeweiligen Wahlabsichten ist.

+++ Die Lehren aus dem Kabarett-Zwischenfall +++

"Lasst uns miteinander reden statt Biergläser zu werfen." Das sagt der langjährige Künstlerische Leiter des Dresdner Kabaretts Herkuleskeule und heutige Miteigentümer, Wolfgang Schaller, nach dem Zwischenfall in seinem Haus. Er äußert sich zu der Rolle des politischen Kabaretts in der zunehmend gespaltenen Gesellschaft. Die Stimmung habe sich verändert, sagt Schaller. Doch: "Von einem Kabarett verlangen, es solle ausgeglichen sein, hieße, einem Frosch beizubringen, dass er nicht nur quakt, sondern auch blöken kann." Hier geht es zum kompletten Interview.

Dass sich die Stimmung im Kabarett verändert hat, bestätigen auch andere sächsische Künstler. "Die intellektuelle Fähigkeit, Satire und ironische Provokationen als solche zu erkennen, scheint den Rechten überwiegend zu fehlen", sagt zum Beispiel Tom Pauls. Unterdessen hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen in dem Fall vom Wochenende übernommen. Geprüft wird eine politische Motivation.

+++ Sachsen wollen Borna-Virus erforschen +++

Nachdem zum Jahresende 2019 ein elfjähriges Mädchen daran gestorben ist, häufen sich die Berichte über das bis dahin nur in Fachkreisen bekannte Borna-Virus. Es könnte es, so vermuten Wissenschaftler, für eine Vielzahl von Gehirnentzündungen in den vergangenen Jahren verantwortlich sein. Sächsische Forscher sollen nun helfen, zu erklären, wie die Tierkrankheit zur tödlichen Gefahr für Menschen werden konnte. Saechsische.de-Reporterin Stephanie Wesely erklärt, welchen Ansatz die Wissenschaftler dabei verfolgen und woher sich eigentlich der Name des Virus ableitet.


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