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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

Überraschende Niederlage für Jung, Stichwahl in Leipzig +++ Umweltminister nutzt vorschriftswidrige Kläranlage +++ Lösegeldforderung für Juwelen denkbar

Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD) hat die erste Runde bei der Leipziger Oberbürgermeisterwahl verloren.
Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD) hat die erste Runde bei der Leipziger Oberbürgermeisterwahl verloren. © Foto: dpa/Gestaltung: Oberüber Karger

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manch einer im linken Lager mag sich gestern Abend angesichts des Wahlergebnisses bei der Leipziger Oberbürgermeister-Wahl verwundert die Augen gerieben haben. Dass CDU-Herausforderer Sebastian Gemkow tatsächlich mehr Stimmen als SPD-Amtsinhaber Burkhard Jung holen kann, hätten die wenigsten geglaubt.

Denn Jung hat die Stadt in den vergangenen 14 Jahren erfolgreich regiert und sie unter anderem dank der Ansiedlungen solcher Größen, wie BMW und Porsche, und dem Ausbau des Flughafens zum Frachtdrehkreuz zu einer Boomstadt gemacht. Da seine missglückte Bewerbung als Sparkassen-Präsident in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle spielte, dürfte etwas anderes die vielen Wählerstimmen gekostet haben: der zu sorglose Umgang mit Linksextremisten. Die Krawalle zu Silvester und bei der Indymedia-Demo Ende Januar haben das Blatt, so lässt es sich jetzt sagen, zu Ungunsten Jungs gewendet.

Für ihn ist die Wahl aber trotzdem noch nicht verloren - im Gegenteil. Weil gestern keiner die absolute Mehrheit erreichte, wird es eine Stichwahl geben. Einige Linke kündigten bereits an, einen CDU-Oberbürgermeister auf jeden Fall verhindern zu wollen. Das geht nur, wenn man selbst zurückzieht und damit den Weg für Jung frei macht. Dieser wäre dann noch einmal mit einem Schrecken davongekommen - und könnte zeigen, dass er aus Fehlern lernen kann.  

Ihr Tobias Winzer, Politikredakteur Sächsische.de

Die wichtigsten News am Morgen im Überblick:

+++ Überraschender Sieg für Gemkow +++

Bei der Oberbürgermeister-Wahl in Leipzig hat der CDU-Kandidat Sebastian Gemkow überraschend den ersten Wahlgang gewonnen. Gemkow holte am Sonntag 31,6 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD), der Leipzig seit 2006 regiert, kam auf 29,8 Prozent. Für die Grünen bekam Stadtrats-Fraktionschefin Katharina Krefft 12 Prozent. Franziska Riekewald (Linke) erhielt 13,5 Prozent, Christoph Neumann (AfD) 8,7 Prozent. Für Marcus Viefeld (FDP) votierten 1,2 Prozent, für Katharina Subat (Die Partei) 2,4 und Ute-Elisabeth Gabelmann (Piraten und andere) 0,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 49,1 Prozent höher als bei der Wahl 2013. Nun fällt die Entscheidung in der sozialdemokratischen Hochburg in einem zweiten Wahlgang am 1. März.

Während Gemkow sagte, er gehe demütig in den zweiten Wahlgang und wolle noch mehr Leipzigerinnen und Leipziger von sich überzeugen, verschärfte Jung den Ton gegen seinen Herausforderer und machte klar, wofür er stehen will.

+++ Die Umweltsünde des Umweltministers +++

Sachsens neuer Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) nutzt auf seinem Grundstück seit Jahren eine vorschriftswidrige Kläranlage. Das ergeben Recherchen von sächsische.de. Demnach besitzt der Vierseitenhof, den Günther derzeit saniert, eine veraltete Kleinkläranlage, bei welcher zumindest die Abwässer über einen Kanal in der Umgebung entsorgt werden – und die noch nicht über die seit 2016 zwingend vorgeschriebene vollbiologische Reinigungsstufe verfügt. Was Günther zu seiner Verteidigung sagt, ist hier zu lesen. 

+++ Wurden Juwelen aus Grünem Gewölbe "entführt"? +++

Geht es den Dieben vom Grünen Gewölbe darum, Geld zu erpressen? Der Kunstmarktexperte und Journalist, Stefan Kaldehoff, hält das für denkbar. "Wenn solche einzigartigen Stücke gestohlen wurden, ist es entweder Artnapping, also eine Erpressung, oder es geht um Gold und Edelsteine", sagt er im Interview mit sächsische.de. Er nennt auch prominente Fälle, in denen Lösegeld gezahlt worden ist. In einer repräsentativen Umfrage von sächsische.de hatte sich die knappe Mehrheit der Sachsen gegen einen Rückkauf der gestohlenen Juwelen, sollte dies möglich sein, ausgesprochen.  


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