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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Al-Sisi bekommt doch keinen Orden +++ Umweltminister Günther reagiert auf Enthüllungen +++ Sachsen haben öfter mehrere Jobs +++

© Foto: dpa/Gestaltung: Oberüber Karger

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der Schaden ist groß, nicht nur für den Semperopernball, sondern für ganz Sachsen. Die Querelen um die gestern Abend wieder zurückgenommene Ordensvergabe an den ägyptischen Diktator Al-Sisi haben tiefere Spuren hinterlassen als gedacht. Die Hälfte aller Deutschen findet, dass diese dem Image Sachsens insgesamt geschadet hat, wie sächsische.de in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden hat.

Schon klar, es geht bei der Umfrage nicht um Zahlen und Fakten, sondern um Gefühle. Und die können sich bekanntermaßen schnell ändern. Das Umfrageergebnis zeigt aber eines ganz deutlich: Der Semperopernball hat mittlerweile eine solche Bedeutung, dass ihm viele Menschen eine Strahlkraft auf ein ganzes Bundesland zutrauen.

Dies darf bei all der Häme und all dem Spott, der jetzt zurecht auf den Ballverein niedergeht, nicht vergessen werden. Und das wiederum kann durchaus eine Chance sein. Sollte der Ballverein die richtigen Schlüsse aus der 2020er-Ausgabe ziehen, transparenter werden und sein Konzept, wie von vielen gefordert, überarbeiten, kann die derzeitige Aufmerksamkeit dem Opernball sogar langfristig nützen. Der Widerruf der Preisvergabe an Al-Sisi gestern Abend war der richtige Schritt dafür.

Ihr Tobias Winzer, Politikredakteur sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen im Überblick:

+++ Ordensverleihung für Al-Sisi zurückgenommen +++

Der Wirbel um die Vergabe des St.-Georgs-Orden des Semperopernballs an den ägyptischen Machthaber Al-Sisi und die Folgen haben nicht nur dem Ruf der Veranstaltung, sondern dem Ansehen Sachsens insgesamt geschadet. Das zeigen Zahlen einer repräsentativen, bundesweiten Umfrage, die saechsische.de mit den Meinungsforschern von Civey bundesweit durchgeführt hat. Demnach findet die Hälfte der Deutschen (50,3 Prozent), dass die Vergabe des Preises an den Ägypter das Ansehen des Freistaates negativ beeinflusst hat. Hier geht es zur Detailauswertung der Umfrage.

Am Dienstagabend zog Ballchef Hans-Joachim Frey die Konsequenzen aus der Kritik. Die Ordensverleihung an Al-Sisi wird zurückgenommen. Vorausgegangen war ein Ultimatum des Rocksängers Peter Maffay.   

Zuvor hatte sich Protest gegen die Veranstaltung am Freitag formiert. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International plante (zumindest bis gestern Abend) eine Kundgebung wegen der Ordensverleihung an Al-Sisi. Andere laden auf satirische Art und Weise zum "Seifenopernball". Ganz unsatirisch fordert die Linke vom Ballverein, sich ein neues Konzept zu geben sowie die Finanzbeziehungen und Geschäftspläne offenzulegen. 

+++ Günther: Wassersparen wird Thema +++

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) geht davon aus, dass Appelle zum Wassersparen künftig zunehmen werden. Das sagte Günther am Dienstag bei der Kabinettspressekonferenz. Einige der sächsischen Talsperren seien derzeit nur halb voll. Normalerweise würden die Sperren im Winterhalbjahr volllaufen. Das bisschen Regen der letzten Tage sei aber nur ein Bruchteil dessen, was man eigentlich benötigen würde. Sachsen hofft wegen anhaltenden Wassermangels auf reichlich Schnee und Regen in den kommenden Wochen und Monaten. Ein dritter Trockensommer in Folge wäre eine große Herausforderung, so Günther.

Bei der Pressekonferenz nahm Günther auch Stellung zu seinen privaten Umweltproblemen und kündigte eine schnelle Lösung für seine vorschriftswidrige Kläranlage an. Dieses Jahr soll nachgerüstet werden.

+++ Sachsen arbeiten weniger, dafür in mehreren Jobs +++

Zur Arbeitswelt der Sachsen sind am Dienstag zwei aufschlussreiche Statistiken veröffentlicht worden. Zum einen arbeiten die Sachsen im bundesweiten Vergleich besonders viel. 2018 kam jeder Beschäftigte auf 1431 Stunden pro Jahr und lag damit 41 Stunden über dem Bundesdurchschnitt, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Laut Statistik wurde im Jahr 2000 noch neun Prozent (135 Stunden) mehr gearbeitet.

Zugleich gehen immer mehr Beschäftigte in Sachsen mehreren Jobs nach. Seit 2003 habe sich ihre Zahl mehr als verdoppelt, erklärte die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke). Von 2003 bis Mitte 2019 sei die Zahl Betroffener von 41.180 auf 91.724 gestiegen. In den meisten Fällen (71.643) wurde ein regulärer Job mit einer zusätzlichen geringfügigen Beschäftigung kombiniert.


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