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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Parteien tagen zur Regierungskrise in Thüringen +++ Chrupalla vervierfacht Zahl der Dresdner Bombenopfer +++ Lehren für den Semperopernball +++

© kairospress/Gestaltung: Oberüber Karger

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Guten Morgen,

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wir gehen in eine besondere Woche. Am Donnerstag jährt sich die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 zum 75. Mal. Der Gedenktag ist zunächst einmal ein regionaler, spielt seit jeher in Dresden und Umgebung eine besondere Rolle. Aber gerade zum Jubiläum in diesem Jahr werden Fragen verhandelt, die für Gesamtdeutschland wichtig sind. Wie gelingt ein würdiges Gedenken, das den Opfern gerecht wird, aber zugleich die Schuld Nazideutschlands nicht verschweigt? Muss sich die Art des Gedenkens wandeln - jetzt, wo es immer weniger Zeitzeugen gibt? Welche Bedeutung hat das Gedenken für unsere heutige Gesellschaft?

Um in die Diskussion darüber einzusteigen, ist eine gemeinsame Faktenebene wichtig. In dem Zusammenhang hat AfD-Chef Tino Chrupalla jetzt für einen peinlichen Querschläger gesorgt, eine bewusste Provokation vielleicht. "Ich gehe von etwa 100.000 Opfern aus", sagte Chrupalla im Nachrichtenmagazin Spiegel. Seine Quellen: "Meine Oma, mein Vater und andere Zeitzeugen haben mir von vollen Straßen vor dem Angriff und Leichenbergen nach der Bombennacht berichtet."

Dabei ist die Frage, wie viele Opfer die Bombenangriff gefordert haben, schon wissenschaftlich geklärt. 25.000 Tote gab es demnach - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es wäre schade, wenn sich die Diskussionen in dieser Woche wieder nur um diese Zahlen drehen und nicht um die eigentlich entscheidenden Fragen.

Einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen,

Ihr Tobias Winzer, Politikredakteur sächsische.de

 

Die wichtigsten News am Morgen im Überblick:

+++ Thüringen: Zeichen stehen auf Neuwahlen +++

Erst einen Ministerpräsidenten wählen, dann Neuwahlen. So sieht der derzeit wahrscheinlichste Weg zu einer stabilen Regierung in Thüringen aus. Da für heute fast alle großen Parteien Gremiensitzungen angekündigt haben, könnte sich dieser Weg im Laufe des Tages verfestigen.

Für Wirbel sorgte am Wochenende eine Aussage des AfD- Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland: "Die kopflose Reaktion von CDU und FDP bringt mich zu der Empfehlung an die thüringischen Freunde, das nächste Mal Herrn Ramelow zu wählen, um ihn sicher zu verhindern – denn er dürfte das Amt dann auch nicht annehmen." Ramelow attackierte Gauland daraufhin scharf und nannte ihn auf Twitter "Demokratieverächter". Parteienintern könnte die Thüringer Regierungskrise vor allem bei der CDU Spuren hinterlassen. Zwei Zeichen dafür: Der Ostbeauftragte Christian Hirte musste am Wochenende gehen. Für Thüringens Parteichef Mike Mohring gibt es nur noch eine Galgenfrist. Es tun sich dort gleich mehrere Fronten auf. Hier geht es zur Analyse. 

+++ Chrupalla erfindet Bombenopfer

Die Syrerin Muzoon Almellehan ist am Sonntagnachmittag für ihren Kampf um Bildung für Kinder in Krisengebieten mit dem Internationalen "Dresden-Preis" geehrt worden. Sie erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung der Organisation Friends of Dresden in der Semperoper. Die in Großbritannien lebende 21-jährige Unicef-Sonderbotschafterin engagierte sich schon mit 14 Jahren dafür, dass Kinder in einem jordanischen Flüchtlingslager lernen können. Der Preis wird jährlich rund um den Gedenktag 13. Februar vergeben. Hier geht es zum ausführlichen Porträt der bemerkenswerten Frau.

Unterdessen haben die Gedenkveranstaltungen zur Bombardierung Dresdens 1945 begonnen. Das Bündnis Dresden-Nazifrei erinnerte am Sonntag mit seinem "Mahngang Täterspuren" daran, dass Dresden keine Stadt der Unschuldigen war. Bei dem Rundgang wurde unter anderem an das berührende Schicksal der Künstlerin Elfriede Lohse-Wächtler erinnert, das Sächsische.de-Reporter Sarah Herrmann nachzeichnet.

Pünktlich zum Gedenktag ist auch eine wohlbekannte Diskussion wieder aufgeflammt: Wie viele Opfer gab es bei den Bombenangriffen am 13. Februar 1945? AfD-Chef Tino Chrupalla sagt im Nachrichtenmagazin Spiegel, dass er von 100.000 statt von 25.000 Opfern ausgehe. Warum er falsch liegt, fasst Sächsische.de-Reporter Oliver Reinhard zusammen

+++ Die Lehren aus dem Semperopernball-Ärger +++

"Alle Beteiligten haben das bekommen, was sie verdienen: Die Gäste einen ausgelassenen Abend. Die Künstler Applaus für ihre überzeugende Leistung. Und die Verantwortlichen die Aussicht auf ein Nachspiel." Dieses Fazit ziehen die Sächsische.de-Reporter Nadja Laske, Jana Mundus und Marvin Graewert nach dem Semperopernball am Freitag in ihrer großen Ballkritik. Und Sächsische.de-Reporter Georg-Dietrich Nixdorf hat einige Ideen, wie sich der Semperopernball nach dem Ärger in diesem Jahr reformieren kann - unter anderem mit einem entscheidungsfähigen, transparent agierenden und rechtlich sicheren Kontrollgremium, das dem Ballchef zur Seite gestellt wird.

     

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