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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Umfrage: Umstrittenes Gedenken an Bombenangriffe +++ Semperopernball hat politisches Nachspiel +++ Linke will Juwelendiebstahl aufarbeiten +++

© kairospress/Gestaltung: Oberüber Karger

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Guten Morgen,

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

heute ist ein besonderes Datum für Dresden. Die Bombardierung am 13. Februar 1945 jährt sich zum 75. Mal. Zeit für die Dresdnerinnen und Dresdner, sich darüber zu verständigen, wie sie in Zukunft gedenken wollen. An was wollen wir an diesem Tag erinnern?

Seit Jahren wird das Datum der Zerstörung der Dresdner Innenstadt von Rechten völkisch-national instrumentalisiert. In diesem Jahr hat der Dresdner NPD-Chef Maik Müller für den Sonnabend eine Demonstration angekündigt. 800 Neonazis werden laut Anmeldung erwartet. Sie werden auf Widerstand stoßen – gut so.

Dresden muss weg vom Mythos der Opferstadt. Die Erzählung von der "unschuldigen Stadt", die nur aus Brutalität zerstört wurde, macht Dresden so attraktiv für Aufmärsche von rechts. Diese Geschichte wird aber auch 75 Jahre nach der Bombardierung nicht wahr – selbst, wenn sie etliche Dresdner jedes Jahr wiederholen. Stattdessen müssen wir uns stets darüber im Klaren sein, warum Dresden und andere Städte in Deutschland im Zweiten Weltkrieg überhaupt angegriffen wurden. Diktatur, Krieg, Völkermord: Das kommt heute viel zu kurz, sollte aber eigentlich im Mittelpunkt des Gedenkens stehen.

Übrigens: Alles, was Sie zum 13. Februar wissen müssen, finden Sie auf unserer Themenseite: www.saechsische.de/thema/13-februar

Ihre Andrea Schawe, Politikredakteurin sächsische.de

Die wichtigsten News am Morgen im Überblick:

+++ Umfrage zum 13. Februar in Dresden: Deutschland bei der Frage des Gedenkens gespalten +++

38 offizielle Gedenkveranstaltungen wird es dieses Jahr in Dresden rund um den 13. Februar geben. Welche Bedeutung der 75. Jahrestag der Bombardierung Dresdens hat, wird allein schon dadurch deutlich, dass auch Deutschlands Staatsoberhaupt, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD), anreist. Würden sich die Deutschen auch in anderen deutschen Städten solche großen Gedenkveranstaltungen wegen der Bombenangriffe der Alliierten wünschen? Eine repräsentative Umfrage von sächsische.de und den Meinungsforschern von Civey ergibt: Die Deutschen sind dazu geteilter Meinung. 40,9 Prozent würde es begrüßen, wenn es auch in anderen Städten mehr Gedenken gebe. Aber fast genauso viele (40,2 Prozent) sagen dazu "Nein". Unterschiedliche Sichtweisen werden im Ost-West-Vergleich deutlich.

Außerdem zum Thema auf sächsische.de:

- Mit den Erinnerungen an den 13. Februar 1945 haben auch viele Legenden überlebt. Was ist historische Realität, was Fiktion?

- Wie Christa Kittel als 17-Jährige die Angriffe am 13. und 14. Februar 1945 erlebte, und wie sie erst am 15. begriff, was wirklich geschehen war.

- Dresdens Gedenk-Tradition ist so einzigartig wie umstritten. Diese Besonderheit hat eine Geschichte. Sie ist deutsch-deutsch und systemübergreifend.

- Sächsische.de berichtet heute außerdem von dem aktuellen Geschehen. Hier geht es zum Liveblog.

+++ Engere Abstimmung mit Semperopernball +++

Eine Auszeichnung für einen Diktator - das soll nie wieder passieren. Nach dem Hickhack um den Semperopernball-Orden für Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi fordert Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) eine intensivere Abstimmung im Vorfeld des Balls, wenn es um politisch und gesellschaftlich sensible Angelegenheiten geht. "Der Ruf der Semperoper, Dresdens und des Freistaates Sachsen darf nicht beschädigt werden."  

+++ Linke hat Fragen zum Grüne-Gewölbe-Einbruch +++

Mit einem Fragenkatalog wollen die Linken im Landtag Aufklärung darüber, wie es zum Einbruch ins Grüne Gewölbe kommen konnte. "Es ist zu klären, weshalb nicht mehr getan worden ist, um die Juwelen zu schützen – und wer warum über die Sicherheitsarchitektur entschieden hat", schreibt Fraktionschef Rico Gebhardt in einer Mitteilung. Er bezieht sich dabei auf ein Sächsische.de-Interview mit Dirk Syndram, dem Direktor des Grünen Gewölbes. In dem Gespräch hatte Syndram unter anderem gesagt, dass er nicht wisse, ob die Kameras in der Schatzkammer auch bei Dunkelheit hochauflösende Bilder liefern. Hier gibt es die Übersicht der insgesamt 13 Fragen. 


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