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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Milliardenpaket für die Wirtschaft beschlossen +++ Ausgangssperre mindestens bis Ostern +++ Das Virus breitet sich in Sachsen ungleichmäßig aus +++

© dpa/Gestaltung: Oberüber Karger

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Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie

Die Apotheke, Drogerie und der Lebensmittelhandel haben in der Elbgalerie weiterhin für Sie geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.

Guten Morgen,

muss das denn sein? Haben wir nicht schon genug mit uns selbst zu tun? Diese Fragen ratterten gestern ziemlich schnell über Facebook und Twitter herein. Erbost. Verärgert. Verständnislos für die klitzekleine menschliche Geste, die Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer da gerade per Video-Pressekonferenz verkündet hatte: Der Freistaat wolle sechs Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. Die sechs Glücklichen, die in Kürze die italienische Corona-Hölle verlassen dürfen, sollen in Krankenhäusern in Dresden und Leipzig weiterbehandelt, vermutlich beatmet werden.

Sechs von Zigtausenden. Er sei froh, dass er nicht in der Haut der italienischen Ärzte stecke, die diese Sechs mit dem vielleicht lebensrettenden Ticket nach Sachsen auswählen dürfen, fügte Kretschmer noch nachdenklich hinzu. Dann brach der Sturm im Netz schon los.

Dabei ist diese kleine Aktion im Grunde nicht mehr als eine Geste, doch für sechs Menschen vielleicht das Geschenk ihres Lebens. Noch lässt die Lage in Deutschland dies zu. Viele Betten in den Krankenhäusern sind frei. Aber ganz abgesehen davon gilt auch, was immer gilt: Es gibt keine Zeit, in der keine Zeit mehr ist für Menschlichkeit. Und das gilt gerade in diesen Corona-Zeiten.

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen:

+++ Bund beschließt weitere Milliardenhilfe +++

Zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen in der Corona-Krise hat das Bundeskabinett am Montag ein beispielloses Hilfspaket beschlossen. Dafür will sich der Bund in diesem Jahr mit der Rekordsumme von rund 156 Milliarden Euro neu verschulden. Zudem sollen Mieter entlastet, Hartz-IV-Anträge erleichtert und Kliniken unterstützt werden. Was genau das Corona-Notpaket umfasst, ist hier zu lesen.

Auch Sachsen hat bereits Geld freigegeben, um eine Wirtschaftskrise nach der Coronakrise zu verhindern - rund 650 Millionen Euro. Sächsische.de-Reporter Gunnar Saft erklärt, woher das Geld eigentlich so plötzlich kommt. Die Zahl der Infizierten in Sachsen stieg gestern auf 865, die Zahl der Todesopfer auf 3. Den Überblick über alle aktuellen Entwicklungen in Sachsen, Deutschland und der Welt gibt es in unserem Newsblog.

Unterdessen hat die Landesregierung entschieden, dass mehr Berufsgruppen Anspruch auf Notfallbetreuung in Kita und Grundschule haben. Zu den systemrelevanten Berufsgruppen gehören nun unter anderem auch Mitarbeiter in Banken sowie Sparkassen, der Landwirtschaft, der Krankenkassen und der Rentenversicherung. Hier gibt es mehr Informationen dazu.

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+++ Ausgangssperre mindestens bis Ostern

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat angedeutet, dass die strikten, am Sonntag erlassenen Ausgangsbeschränkungen im Freistaat voraussichtlich noch bis mindestens Ostersonntag, also dem 12. April, gelten könnten. "Ich bin mir mit der Sozialministerin einig, dass wir dann genauer schauen wollen, ob die Zahl der Infizierten zurückgegangen ist und wie wir weiter vorgehen", sagte er am Montag.

Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass die verhängte landesweite Ausgangssperre Wirkung zeigt. Sächsische.de-Reporter waren in Bautzen und Görlitz unterwegs und haben festgestellt: Gedränge gibt es nur noch an einem Ort. Aber wie wird die Ausgangssperre eigentlich kontrolliert? Sächsische.de war mit dem Gemeindlichen Vollzugsdienst in Radebeul unterwegs.

+++ Das Virus breitet sich ungleichmäßig aus +++

865 Personen haben sich bislang in Sachsen mit dem Coronavirus infiziert. Doch die Ausbreitung der Pandemie ist nicht überall gleich stark. In den sächsischen Städten und Kreisen reichen die Infizierten-Zahlen von 13 in Nordsachsen bis 175 im Kreis Zwickau. Besonders im Fokus: Der Kreis Zwickau, der selbst Leipzig überholt hat und die Statistik mit 175 Infektionen anführt. Dabei gab es hier weit nach anderen Regionen den ersten nachgewiesenen Fall. Am 12. März meldete das Gesundheitsamt, dass eine junge Frau sich infiziert habe. Sie kam aus einem Risikogebiet. Tags darauf waren es vier Fälle, die Zahlen stiegen weiter an, vor allem in der gut 2.000 Einwohner starken Gemeinde Bernsdorf. Die Sächsische.de-Reporter Franziska Klemenz und Sven Heitkamp beleuchten die verschiedenen Faktoren, die zur der Ungleichverteilung geführt haben.


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