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Sachsen

Politik in Sachsen – Die Morgenlage

+++ Köpping mahnt zu Geduld wegen Kita-Öffnung +++ Pflegeheime klagen über Engpässe bei Schutzkleidung +++ weitere Hilfsprogramme gestartet +++

Gesundheitsministerin Petra Köpping
Gesundheitsministerin Petra Köpping © Matthias Rietschel

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Guten Morgen,

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Endspurt - jetzt geht es um alles! Denn das Ende der Schulzeit rückt in greifbare Nähe und damit auch die Chance auf einen der heiß begehrten Wunschausbildungsplätze.

es trifft die Älteren am häufigsten und die Schwächsten am heftigsten – und da wo beide Gruppen zusammentreffen, eben am stärksten: In Alten- und Pflegeheimen haben ein Drittel der Menschen gelebt, die an oder mit Corona-Virus gestorben und so in die sächsische Todesfall-Statistik eingegangen sind.

Lange ist der Risiko-Ort Altenheim auch in Sachsen vernachlässigt worden. Zu lange hat es gedauert, bis auch dort ausreichend Schutzmaterial zu Verfügung stand. Mancherorts viel zu lange. Da hatten sich in manchen Fällen schon etliche Bewohner an einem Pfleger oder Mitbewohner infiziert. Und dann ging alles ganz schnell, das Virus rast durch die Einrichtung, ist nur noch schwer aufzuhalten.

Wie ist die Lage in Sachsens Alten- und Pflegeheimen jetzt? Wie geht der Freistaat mit der Situation um? Was tun die Heim-Betreiber, um die Bewohner auch vor dem "Virus Einsamkeit" zu schützen, weil Verwandte und Freunde seit Wochen nicht zu Besuch kommen dürfen?

Mein Kollege Ulrich Wolf hat mit akribischer Recherche die Situation analysiert. Er fragt dabei auch nach, ob es – wie in anderen Bundesländern bereits Praxis – einen Aufnahmestopp geben sollte. Reicht das, was das sächsische Gesundheitsministerium in den vergangenen zwei Wochen hektisch nachgeholt hat? Eine beeindruckende Recherche, die ich Ihnen heute zur Lektüre empfehle. In der Hoffnung, dass manches davon auch Denkanstöße geben könnte, wie wir die Schwächsten unter unseren Liebsten besser schützen könnten. Jetzt, aber auch in Zukunft.

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen:

+++ Köpping: Kita-Öffnung entscheidet sich in 14 Tagen +++

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bittet bei der Frage, wann die Kitas wieder öffnen, um Geduld. "Ich möchte die nächsten 14 Tage noch abwarten", sagt sie im Interview mit sächsische.de. Dann werde sich die Zahl der Kinder in der Kita-Notbetreuung verdoppelt oder fast verdreifacht haben. "Wir müssen erst sehen, wie sich das auf die Infektionszahlen auswirkt." Im Gespräch nimmt sie außerdem Stellung zu ihrer Kommunikationspolitik, zu Bußgeldern bei Mundschutz-Verstößen und dazu, in welchen Zeiträumen sie nun plant.

Unterdessen ist die Zahl der Neuinfektionen in Sachsen erneut auf nur niedrigem Niveau gestiegen. Demnach gab es bis Mittwochmittag 55 Infektionen mehr als am Dienstag. Insgesamt haben sich damit in Sachsen 4.397 Menschen angesteckt. Die Zahl der infolge einer Infektion verstorbener Menschen stieg um 7 auf 126. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ordnete die Zahlen ein: "Wir haben durch das konsequente Handeln einen Tiefstand bei den Neuinfektionen erreicht." Allerdings rechne er damit, dass die Zahl der Infektionen angesichts der seit Montag geltenden Lockerungen wieder ansteigt. Den Überblick über alle aktuellen Entwicklungen in Sachsen, Deutschland und der Welt gibt es in unserem Newsblog. Außerdem: Die wichtigsten Grafiken zum Coronavirus, laufend aktualisiert.

Am Mittwoch ist der erste der französischen Covid-19-Patienten im Dresdner Universitätsklinikum entlassen worden. Der 52-Jährige aus dem Elsass war 20 Tage auf der Intensivstation und zeitweilig ins künstliche Koma versetzt worden. Sein Zustand habe sich so weit gebessert, dass er in die Heimat zurück könne, sagte der Intensivmediziner Peter Markus Spieth. Auch anderen Franzosen geht es besser. Was die Dresdner Mediziner aus den Fällen lernen konnten, ist hier zu lesen.

+++ Neue Hilfsprogramme für Sport und Kultur +++

Am Mittwoch hat der Freistaat eine weitere Förderrichtlinie erlassen. Nun bekommt auch der Sport finanzielle Unterstützung. Insgesamt 20 Millionen Euro stünden ab heute über Zuschüsse und Darlehen zur Verfügung. Vereine können Zuschüsse bis zu 10.000 Euro beziehungsweise Darlehen zur Liquiditätssicherung in Höhe von bis zu 500.000 Euro beantragen. Wie Vereine an das Geld kommen, ist hier zu lesen.

Ein neues Hilfsangebot gibt es außerdem für 1.000 sächsische Künstler. Zusätzlich zu zinsfreien Darlehen wird für die freien Kunstschaffenden ein eigenes Förderprogramm aufgelegt. Unter dem Titel "Denkzeit" können Betroffene ab heute bei der Kulturstiftung des Freistaates zweimonatige Stipendien in Höhe von je 2.000 Euro beantragen. Für wen das Geld konkret gedacht ist und an welche Bedingungen es geknüpft ist, ist hier zu lesen. Außerdem kündigte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) an, weitere zwei Millionen Euro für ein anderes Förderprogramm locker zu machen.

+++ Impfstoffherstellung in Dresden wird geprüft +++

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GKS) prüft, ob der Corona-Impfstoff, der derzeit in dem Unternehmen erforscht wird, künftig auch am Standort Dresden hergestellt werden kann. Das sagt der Leiter des Fachbereichs Impfstoffe bei GKS, Jens Vollmar. Dass das Paul-Ehrlich-Institut am Mittwoch die ersten klinischen Studien für einen Impfstoff-Kandidaten des Mainer Unternehmens Biontech zugelassen hat, sieht Vollmar gelassen. Bei der benötigten Menge brauche es viele Produzenten. Wie der Zeitplan für den GKS-Impfstoff aussieht, berichtet Sächsische.de-Reporter Jana Mundus.

Ist es immer noch realistisch, dass ein Corona-Impfstoff Anfang 2021 zur Verfügung steht? Welche Testphasen muss ein solcher Impfstoff durchlaufen? Und ist überhaupt schon sicher, dass Forscher einen funktionierenden Impfschutz entwickeln können. Sächsische.de-Reporter Sven Siebert hat die Antworten auf diese Fragen.


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